Monumental wirkt der Beach Style Dome auf dem Dornacherplatz. Heute feiert hier, am «Solothurner Sandstrand», wo ab der kommenden Woche die Spiele der Fussball-EM live übertragen werden, Radio 32 sein 25-Jahr-Jubiläum.

Die grosse Party mit bekannten Schweizer Musikern wie Dodo, Gustav und Florian Ast ist gratis. «Wir wollen mit dem Fest unseren treuen Zuhörern danken», sagt Thomas Denzel, Geschäftsführer des Radios. «Ab 14 Uhr geht es los, jeder soll kommen und gehen wie er will.»

Wie sehen sie wohl aus, die Gesichter hinter den Stimmen, die man jeden Tag auf Radio 32 hört? Im Beach Style Dome kann man sie alle kennenlernen: Lüdi und Manuela Steiner, die durch das Geburtstagsfest führen werden und das ganze Team des beliebten Senders. «Wir feiern mit Euch» heisst das Motto. «Es gibt keine langweiligen Dankesreden», verspricht Denzel.

Radio 32 will mit der Party den treuen Zuhörern danken.

Radio 32 will mit der Party den treuen Zuhörern danken.

Mit Improvisation zum Erfolg

Geschmeidig und professionell klingt Radio 32 heute und man kann sich kaum mehr vorstellen, wie improvisiert damals alles begann, am 25. Februar 1991. «Als wir die vom Bundesamt für Kommunikation die Lizenz erhielten, stellten wir innert kürzester Zeit ein Team zusammen», blickt Thomas Denzel auf die Gründerzeit zurück. «Wir hatten die Radio-Legende Matthias Lauterburg als Paten und Geburtshelfer, der dem komplett unerfahrenen Moderatorenteam eine Schnellbleiche in Radiojournalismus verpasste. Dann wurden alle ins kalte Wasser geworfen und wir begannen zu senden.»

Der einzige Raum, der geschlossen werden konnte, war das Studio. Aber es waren nur dünne Gipswändchen, die den Schall nicht wirklich isolierten. Per Touchscreen wurden die Musikstücke gestartet und anhalten. Einen echten Fader gab es nicht, auch das Ein- und Ausblenden passierte über den Touchscreen. Jeder kleine Fehlgriff hatte eine peinliche Panne zur Folge.

Zwei Jahre im Self-Made-Modus

Die ersten zwei Jahre lief alles im «Selfmade-Modus». «Da kam es vor, dass der Moderator in der Sendung seiner Freundin mitteilte, dass sie noch schnell ein Brot kaufen soll, weil es später wird», erinnert sich Denzel. Damals verzieh das Publikum solche Ausrutscher noch. Die Moderatoren lernten sehr schnell und auch das Publikum wurde anspruchsvoller.

«Die Trägerschaft schoss vor dem Start nur sehr wenig Geld ein. Rückblickend darf man sagen, dass es wohl eher darum ging, mit dem Radio 32 den Fuss in der Tür zu haben, damit niemand sonst ein Radio gründen konnte», blickt der heutige Geschäftsführer zurück. «Man wollte wohl beobachten, ob das Radio den traditionellen Printmedien Werbung wegnehmen würde.»

Thomas Denzel begann als Chef der Radio 32 Werbe AG: «Im ersten Jahr, also bis Ende 1991, generierten wir bereits eine Million Franken Werbeeinnahmen. Das war mehr als erstaunlich für ein Startup. Diese Einnahmen ermöglichten es uns, das Radio 32 Schritt für Schritt zu professionalisieren. Der Auftrag war es, selbsttragend zu arbeiten. Indem wir die Werbeeinnahmen steigern konnten, durfte auch unser Budget wachsen.»

Mit dem Umzug von Zuchwil nach Solothurn an die Niklaus-Konrad-Strasse bekam das junge Radio drei Studios. Seit einigen Jahren bereits ist die Radio-Crew im Solothurner Medienhaus zu Hause.

Brückenbauer in der Region

Radio 32 wurde zum Radio der Oltner, der Langenthaler, der Solothurner und der Grenchner. «Heute können wir sagen, dass es uns gelungen ist, diese Brückenfunktion im heterogenen Sendegebiet zu übernehmen», sagt Denzel.

Als Radio 32 aufgeschaltet wurde, war Marco Kühne, der als Leiter Marketing und Events für die heutige Geburtstagsparty verantwortlich ist, gerade zehn Jahre alt. «Ich erinnere mich noch an die beiden Frequenzen 88.8 und 103.3. Meine Eltern wollten Nachrichten aus der Region hören, weshalb bei uns über Mittag immer das Radio 32 lief.»

Klein Marco war fasziniert. «Als die Lehrerin fragte, was ich einmal werden will, sagte ich, dass ich zum Fernsehen oder zum Radio gehen will.» Der Bubentraum ging in Erfüllung. Nach zehn Jahren mit der Morgenshow ist Marco Kühne nun seit einem Jahr Leiter Marketing und Events. «Wenn wir jetzt mit einem grossen Fest hinaus zu den Leuten gehen können, ist das für uns Moderatoren immer ein Höhepunkt.»

Die Entwicklung geht weiter

Das Radio ist das beste Begleitmedium zu anderen Tätigkeiten, um sich zu informieren und unterhalten zu lassen. Aber die Anforderungen sind mit der Digitalisierung stark gestiegen. «Heute muss Radio auf allen Kanälen stattfinden.» In diesem Bereich sieht Thomas Denzel seine zukünftigen Aufgaben. «Der Online-Bereich wird weiter wachsen. Das Radio wird in Zukunft nicht nur Audio sein, es wird zu einem Multimedia-Ereignis.»