Im Kanton Aargau hat die Wasserknappheit bereits zu Einschränkungen bei der Entnahme von Flusswasser für die Bewässerung von Feldern geführt. Im Kanton Solothurn ist eine solche Einschränkung in Planung und wird gegebenenfalls diese Woche ausgesprochen. Jedoch hofft man laut Gabriel Zenklusen vom Amt für Umwelt auf die prognostizierten Niederschläge am Mittwoch. Zenklusen gibt sich verhalten optimistisch: «Die Niederschläge vom Wochenende haben die Situation etwas entschärft, doch man muss die die Situation jeden Tag neu beurteilen.»

Es wird aber sicherlich noch kein generelles Verbot der Flusswasserentnahme ausgesprochen, sondern eine Beschränkung. Diese Massnahme musste bereits im Jahr 2011 vom Amt für Umwelt ausgesprochen werden. «Damals regelte man die Organisation, welcher Landwirt wann Wasser beziehen kann, per Doodle», sagt Zenklusen.

Eine Flusswasserpumpstation zur Entnahme von Dünnernwasser im Gäu.

Eine Flusswasserpumpstation zur Entnahme von Dünnernwasser im Gäu.

Die Bauern hoffen

Die betroffenen Gebiete liegen vor allem an der Dünnern und in deren Einzugsgebiet. So ist auch der Mittelgäubach, der Krebskanal und der Mümliswiler Bach betroffen. «Momentan können wir nur Wasser geben und hoffen. Zum Glück beziehen wir aber einen grossen Teil unserer benötigten Wassermengen aus dem Grundwasser», sagt Hans Affolter von der Bösiger Gemüsekulturen AG, die einen Teil ihres Wassers aus der Dünnern bezieht.

Er geht davon aus, dass das Schlimmste noch bevorsteht. «Momentan arbeiten wir praktisch im 24-Stunden-Betrieb, um die Bewässerung unserer Felder zu gewährleisten», sagt Affolter, angesprochen auf die Massnahmen bei der momentanen Hitze und Trockenheit.

Ähnliche Probleme sieht auch Viktor Müller, Gemüseproduzent aus Niederbuchsiten: «Der Mehraufwand für die Bewässerung ist enorm, bei uns sind zwei Angestellte auch in der Nacht mit der Bewässerung beschäftigt.» Dass bald weniger aus den Flüssen abgeschöpft werden darf, befürchtet auch er und sagt: «Eine Sicherstellung der Bewässerung mit Wasser vom öffentlichen Netz ist auch mit erhöhten Kosten verbunden.»

Die Kulturen leiden

Nicht nur die Trockenheit macht den Landwirten Sorgen, sondern auch die heissen Temperaturen. So leidet im Betrieb von Viktor Müller vor allem der Salat. «Wenn die Temperaturen in der Nacht über 20 Grad bleiben, fängt der Eisbergsalat an, in die Höhe zu treiben», erklärt er.

Auch die Kirschenernte hat durch die Hitze gelitten, so seien in besonders trockenen Gebieten Fälle von Sonnenbrand an den Kirschen gemeldet worden, berichtet Jonas Zürcher, Direktor des Bildungszentrums Wallierhof in Riedholz. «Kartoffeln, Mais und Zuckerrüben dürften unter den trockenen und heissen Bedingungen leiden», so Zürcher weiter.

Es ist bei diesen Kulturen damit zu rechnen, dass das Wachstum stark verlangsamt, wenn nicht gar ganz gestoppt ist. Dasselbe sei, laut Zürcher auch bei den Futterkulturen zu sehen. «Es ist aber noch nicht tragisch, da sich die Situation bis im Herbst noch bessern kann, mit Futterausfällen für die Viehwirtschaft muss momentan nicht gerechnet werden.» Grundsätzlich ist die Lage aber angespannt, die Bauern müssen mit qualitativen und vor allem quantitativen Einbussen rechnen.

Gesundes Grundwasservorkommen

Karte des Grundwasservorkommens im Kanton Solothurn.

Karte des Grundwasservorkommens im Kanton Solothurn.

Das Grundwasservorkommen im Kanton Solothurn ist laut einem Bericht des Amtes für Umwelt aus dem Jahr 2015 reichlich vorhanden und von guter Qualität.

Die wichtigsten Grundwassersysteme im Kanton befinden sich im Lüsseltal, Wasseramt, im Dünnerngäu und dem Niederamt. Nach den niederschlagsarmen Jahren 2003 und 2004 und der damit verbundenen Senkung des Grundwasserspiegels, pendelte sich der Spiegel bis im Jahr 2012 wieder im langjährigen Mittel ein.

Nitratgehalt im Gäu

Auf die weiterhin erhöhten Nitratwerte im Raum Olten-Gäu hat das Amt für Umwelt mit dem schweizweit grössten Projekt zur Verminderung der Nitratfreisetzung reagiert. Momentan beteiligen sich rund 80 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe in der genannten Region daran. Die Betriebe werden insgesamt mit jährlich 800 000 Franken für den Mehraufwand entschädigt, wobei 80 Prozent der Bund übernimmt und der Rest die Betreiber der Grundwasserfassungen Olten, Neuendorf und Kappel.