Solothurner Waldtage
230 Klassen haben das Schulprogramm der Waldtage schon genutzt

Heute Freitag werden die 1. Solothurner Waldtage im Bornwald am Rand der Stadt Olten für das breite Publikum eröffnet. Ein Grund für den Solothurner Regierungsrat, den insgesamt 55 Posten umfassenden Parcours zu besichtigen.

Ueli Wild
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Regierungsrats-Trio auf dem Hammer-Xylophon: Roland Heim, Esther Gassler, Roland Fürst.
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Esther Gassler erfährt, wie gut Holz den Klang leitet.
Die Regierung trifft sich mit der Waldbranche zum Dialog
Wiedersehen unter Gunzger Nachbarn.
Solothurner Regierungsrat besichtigt den insgesamt 55 Posten umfassenden Parcours
Auch Esther Gassler erklimmt den Turm

Regierungsrats-Trio auf dem Hammer-Xylophon: Roland Heim, Esther Gassler, Roland Fürst.

Ueli Wild

Immerhin hatte der Regierungsrat ja am 6. Mai 2013 den Organisatoren einen Beitrag in der Höhe von 150 000 Franken aus dem kantonalen Forstfonds respektive einen Beitrag aus dem Lotteriefonds in gleicher Höhe zugesichert. Die Gesamtregierung samt Staatsschreiber – allerdings ohne Landammann Peter Gomm – wanderte also gestern Nachmittag durch den Bornwald, Volkswirtschaftsdirektorin Esther Gassler in doppelter Funktion: Sie ist auch OK-Präsidentin der Waldtage.

Alles, was im Solothurner Wald Rang und Namen habe, sei im OK vertreten, sagte Gassler. Die Trägerschaft bilden der Bürgergemeinden- und Waldeigentümer- Verband Kanton Solothurn (BWSO), das Amt für Wald-, Jagd und Fischerei sowie der Forstpersonalverband. Es sei ein namhafter Kredit, den die Regierung gesprochen habe, erklärte Gassler. Und zwar mit einer Auflage: «Dass es ein Schülerprogramm gibt.»

«Der Erfolg», so die Volkswirtschaftsdirektorin, «hat uns fast erschlagen.» 230 Schulklassen, rund 4000 Schülerinnen und Schüler, haben eine Auswahl der lehrreichen Posten bis gestern besucht. Ihr sei versichert worden, erklärte Gassler: «Die meisten Kinder, die da zum Wald rauskommen, wollen nun Förster oder Försterinnen werden ...» Auf dem Rundgang gestern kam die Kantonsregierung mit einer Schulklasse aus Däniken und einer aus Gunzgen ins Gespräch.

Die nahezu zweijährige Vorbereitung seit November 2012 und der finanzielle Aufwand seitens des Kantons hätten sich gelohnt, folgerte die OK-Chefin «Was wir machen wollten, ist gelungen.» Und sie habe festgestellt: «Die Zusammenarbeit mit den ‹Hölzigen› ist ‹bäumig›.» Die Waldtage seien aber auch äusserst grosszügig von privaten Sponsoren unterstützt worden. «Der Wald geniesst einen guten Ruf – man zeigt sich hier gern.»

Aussichtsturm aus Holz

Beim Rundgang unter Führung von Revierförster Georg Nussbaumer und BWSO-Geschäftsführer Geri Kaufmann bestieg die Regierung auch den Swiss Prime Tower, eine Aussichtsplattform aus Holz hoch über dem Ruttigertäli, die einige Sponsorenmittel in Anspruch nahm und die zehn Jahre lang ihren Dienst versehen soll. Sie ermöglicht die Sicht vom Jura übers Säli-Schlössli bis ins Wiggertal.

Vieles probierten die vier Mitglieder der Kantonsregierung aus, zum Beispiel das riesige Hammer-Xylophon. Für eine Fahrt von Baum zu Baum im Seilpark reichte die Zeit allerdings nicht ... – Unterwegs traf man ohnehin auf Heinz und Ruedi – das Duo Strohmann-Kauz mit seinen launigen Sprüche zum Leben und Sterben im Wald. Etwa, wenn Heinz meinte: «Geniessen wir diese Runde, man weiss nie, wann es das letzte Mal ist!» Frage von Ruedi: «Warum? – Isch Jagd?» Der Bornwald sei 1600 ha gross, informierte Heinz. «Hier steht eine Viertelmillion Bäume, wenn man das kleine Zeug dazu nimmt, eine halbe Million. Pro Jahr wachsen 4200 m3 Holz nach. Damit könnte man ein Jahr lang 2500 Haushaltungen mit Energie versorgen, mit dem Laub, das hier im Herbst runterfällt, könnte man das ganze Oltner Stadthaus füllen. Ruedis trockener Kommentar: «Das chiem auä besser, hä?