Kantonsverwaltung

226 zusätzliche Stellen in 10 Jahren: Kommt nun ein Stopp zum Stellenausbau?

«Ohne 1 bis 2 Prozent jährlich aus dem System zu nehmen, gäbe es keine international erfolgreichen Unternehmen mehr», antwortete Unternehmer Simon Michel (FDP, Solothurn) auf die Frage, ob die Kantonsverwaltung zu sehr gewachsen sei.

«Ohne 1 bis 2 Prozent jährlich aus dem System zu nehmen, gäbe es keine international erfolgreichen Unternehmen mehr», antwortete Unternehmer Simon Michel (FDP, Solothurn) auf die Frage, ob die Kantonsverwaltung zu sehr gewachsen sei.

Die Frage, ob die Kantonsverwaltung zu sehr gewachsen sei, teilt die Gemüter im Kantonsrat.

Wenn es um das Wachstum in der Verwaltung geht, dann ist jeweils klar, wo im Kantonsrat die Gräben verlaufen. Auch gestern war dies so, als über einen Vorstoss der ehemaligen SVP-Kantonsrätin Jacqueline Ehrsam zum Thema diskutiert wurde. Diese hatte gezeigt: Zwischen 2009 und 2019 stieg die Zahl der Kantonsangestellten auf 3207 Stellen. «Der Befund ist unbestritten. Es sind 226 neue Stellen in zehn Jahren hinzugekommen», sagte SVP-Sprecher Hugo Schumacher (Luterbach) – und führte das Wachstum nicht zuletzt auf die Zuwanderung zurück. Er forderte einen Stopp des Stellenausbaus und das Thematisieren der Produktivität in der Verwaltung.

Auf der anderen Seite war Barbara Wyss Flück (Grüne, Solothurn): «Alle Verdächtigungen gegen den Moloch und nimmersatten Kanton sind haltlos. In der Privatwirtschaft war das Stellenwachstum stärker», sagte sie.

«Ohne 1 bis 2 Prozent jährlich aus dem System zu nehmen, gäbe es keine international erfolgreichen Unternehmen mehr», sagte Unternehmer Simon Michel (FDP, Solothurn) und wies darauf hin, dass jede Stelle bei einer Fluktuation zu hinterfragen sei: «Der Prozess ist nie zu Ende.» Finanzdirektor Roland Heim bekräftigte, Solothurn habe eine der «schlanksten Verwaltungen». Stellenabbau sei auch dem Kanton nicht unbekannt. Fabian Gloor (CVP, Oensingen) sah den Kantonsrat in der Pflicht. «Wir haben über die Globalbudgets direkt Einflussmöglichkeit.» (lfh)

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