Zukunft

21 Poststellen im Kanton Solothurn werden überprüft

Die Poststelle in Bettlach gehört zu denjenigen, die überprüft werden.

Die Poststelle in Bettlach gehört zu denjenigen, die überprüft werden.

Die Post präsentiert, wie sie sich die Zukunft der derzeit 44 Poststellen im Kanton Solothurn vorstellt. Der Betrieb von 23 Filialen wird bis 2020 garantiert. 21 weitere werden hingegen schon jetzt überprüft.

«Bis zu zwölf weitere Servicepunkte in Solothurn» titelt die Post ihre Mitteilung zum Postnetz der Zukunft. Was sogar nach Ausbau klingt, ist nicht gelogen, denn geplant ist die Einrichtung zusätzlicher Zugangspunkte für Geschäftskunden, Aufgabe- und Abholstellen sowie «My Post 24»-Automaten. Bis 2020 soll es im Kanton Solothurn insgesamt 134 bis 145 Zugangspunkte zu Post-Dienstleistungen geben, das sind tatsächlich sogar etwas mehr als heute.

Die ganze Wahrheit aber lautet: Die Schliessung von Poststellen geht im befürchteten Ausmass weiter. In Welschenrohr gibt es statt ab 22. Mai nur noch eine Agentur im Volg-Laden, in Büsserach ist der Umzug in eine Agentur ebenfalls bereits beschlossene Sache. Von den dannzumal verbleibenden 44 Poststellen garantiert die Post nur für 23 den Erhalt, und das auch nur bis 2020 (vgl. Karte). Den kurzen Zeithorizont will man allerdings nicht so verstanden wissen, dass die nächsten Abbaupläne schon in der Schublade bereit liegen.

Und weitere 21 Poststellen sind «zu überprüfen», wobei «überprüfen» im Klartext schliessen bzw. ebenfalls in eine Partnerfiliale umwandeln heisst: Die sogenannten Agenturen stehen für die Post bei der Suche nach Alternativlösungen im Vordergrund. Das Format sei beliebt, biete attraktive Öffnungszeiten und stärke in Zusammenarbeit mit einem lokalen Partner die Infrastruktur im Dorf.

Partnerfilialen im Vordergrund

Im Vordergrund steht für die Post die Umsetzung von Partnerfilialen. Diese hätten den Vorteil, dass die Kunden von einem breiten Postangebot sowie von attraktiven Öffnungszeiten profitieren würden.

Die Umsetzung dieser Agenturen wird die Post in den kommenden vier Jahren im direkten Dialog mit den Gemeinden angehen. «Ersatzlose Schliessungen von Poststellen werden vermieden», wird betont. 

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«Reine Augenwischerei»

Was die Post an alternativen Angeboten präsentiert, ist in den Augen der Gewerkschaft Syndicom einfach nur «untauglich», wie diese in einem Communiqué schreibt. «Sie decken jeweils nur einen ganz kleinen Teil des Services ab und trotzdem präsentiert die Post diese als gleichwertige Zugangspunkte. Das ist reine Augenwischerei und der Versuch, die Bevölkerung für dumm zu verkaufen.»

Auch in Postagenturen werde nur ein stark reduzierter Service angeboten. «Schlicht ein Hohn ist es, dass die Post die attraktiveren Öffnungszeiten anpreist, läge es doch in ihrer Hand, die Öffnungszeiten von Postellen an die Kundenbedürfnisse anzupassen», so Syndicom. (ldu/umo)

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