AEK/Regio Energie

2017 wird es grosse Preisunterschiede beim Strom geben

Bei den Strompreisen wirds im nächsten Jahr grosse Preisunterschiede geben.

Bei den Strompreisen wirds im nächsten Jahr grosse Preisunterschiede geben.

Die Anpassungen der Strompreise auf 2017 fallen in der Region stark unterschiedlich aus: minimal höher bei der AEK, markant tiefer bei der Regio Energie Solothurn.

Die Kunden des Stadtsolothurner Versorgers Regio Energie werden im kommenden Jahr deutlich weniger für den Strom bezahlen. Das Unternehmen kündigt eine Reduktion des durchschnittlichen Strompreises um 9,1 Prozent an.

Das ist wohl landesweit eine der grösseren Senkungen. Die meisten anderen Versorger haben gleichbleibende oder nur kleinere Preisabweichungen nach unten oder nach oben vermeldet. Der Verband Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen erwartet landesweit eine durchschnittliche Senkung um 0,8 Prozent.

Hauptgrund für die markante Abweichung sei die strukturierte Beschaffung der Energie, erläutert Sandra Hungerbühler, Mediensprecherin bei der Regio Energie. «Wir decken unseren Strombedarf mit unterschiedlichen Stromhandelsprodukten und kaufen den Restbedarf kurzfristig am Spotmarkt ein.»

Dies ermögliche es, einerseits von attraktiven Preisen zu profitieren und andererseits die Bedarfsmenge möglichst genau zu beiziehen. So gelinge es, kostspielige Abweichungen zwischen bestellter und effektiv genutzter Strommenge möglichst gering zu halten.

Im Weiteren hätten auch tiefere Kapitalkosten und tiefere Betriebskosten den Strompreis positiv beeinflusst. Wie für alle Versorger sind die Netznutzungstarife der Swissgrid (sie betreibt das Hochspannungsnetz) gesunken, gleichzeitig die Kostendeckende Einspeisevergütung (KEV) aber gestiegen.

Im Gegensatz dazu wird sich für die Kunden der AEK Energie AG, welche im Grossraum Solothurn rund 40 Gemeinden direkt oder via Vertriebspartner versorgt, wenig ändern. «Im Durchschnitt steigen die Strompreise auf Anfang 2017 minimal um 0,3 Prozent», gibt der zum BKW-Konzern gehörende Versorger bekannt.

Dafür macht die AEK die erwähnte Entwicklung von Netznutzungstarife und KEV geltend. Auffallend ist, dass der reine Energiepreis, obwohl der Strom europaweit deutlich günstiger geworden ist, im Gegensatz zu anderen Versorgern unverändert bleibt.

Die Preise seien auf dem Markt in den letzten Monaten tendenziell gestiegen, heisst es auf Anfrage. «Zudem berücksichtigen wir beim Stromeinkauf auch regionale Lieferanten, deren Lieferpreise vom Marktpreis unabhängig sind.» Keinen Einfluss habe die Übernahme der AEK durch den Berner Energiekonzern BKW.

Die Preispolitik gestalte sich unabhängig von den Besitzverhältnissen und richte sich nach dem Preisniveau der Region Solothurn.

Vergleich Durchschnittshaushalt

Wir haben bei den beiden Versorgern nachgefragt, was die angekündigten Anpassungen konkret für einen Durchschnittshaushalt (Elcom-Verbrauchsprofil H4, 5-Zimmerwohnung mit Elektroherd und Tumbler und einem Jahresverbrauch von 4500 kWh) bedeuten?

Der Regio Energie-Kunde, wohnhaft in Solothurn, zahlt 2017 für das Standardprodukt «SO regional» rund 816 Franken oder 75 Franken respektive 8,4 Prozent weniger als dieses Jahr. Der AEK-Kunde, wohnhaft in Bellach, zahlt für das Standardprodukt «Blauer Strom» 900 Franken, genau gleich viel wie in diesem Jahr.

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