Besucherzahlen
2011 war ein gutes Jahr für die Museen

Die Museen in der Region erfreuen sich gleichbleibender Beliebtheit beim Publikum. Im Vorjahresvergleich haben sich die Besucherzahlen wenig verändert. Und wenn, dann waren Sonderfaktoren am Werk.

Franz Schaible
Merken
Drucken
Teilen
Nach dem Erfolg der Ausstellung Amiet/Hodler im Kunstmuseum Solothurn wurden die Gemälde im Januar für den Transport nach Hamburg vorbereitet.HJS

Nach dem Erfolg der Ausstellung Amiet/Hodler im Kunstmuseum Solothurn wurden die Gemälde im Januar für den Transport nach Hamburg vorbereitet.HJS

Die Schweiz ist ein Land der Museen. Nicht weniger als rund 1100 Häuser sind in der Statistik des Verbandes der Museen der Schweiz berücksichtigt. Insgesamt wurden 2010 (aktuellere Zahlen liegen noch nicht vor) rund 18,4 Millionen Besucherinnen und Besucher gezählt. Zum Vergleich: Nach Angaben von Procinema wurden im vergangenen Jahr etwa 15,2 Millionen Eintritte in rund 565 Kinosäle registriert.

Auch im Solothurnischen stossen die Museen auf reges Interesse. «Die Museen sind mit den Besucherzahlen im Jahr 2011 zufrieden. Die meisten Häuser haben die gesetzten Ziele erreicht», erklärt Lukas Walter, Präsident des Museumsverbundes des Kantons Solothurn (Musesol). Wichtig sei, dass der langjährige positive Trend anhalte. Dies bestätigt Katja Herlach, Kuratorin und stellvertretende Leiterin des Kunstmuseums Olten.

«Lebendiges Haus»

In den vergangenen Jahren sei es gelungen, mit einem ausgebauten Angebot neue Besucherkreise anzusprechen. «Das Kunstmuseum Olten ist ein lebendiges Haus geworden.» Sie nennt einige Beispiele. Die einmal monatlich stattfinde Veranstaltung «Kunst zum Zmittag» beinhalte eine halbstündige Werkbetrachtung. Oder für Schulen werden Workshops angeboten, für Kinder gebe es das Angebot «Kunst-Lupe». Die Kinder lernten dort, auf spielerische Art verschiedene Künstlerinnen und Künstler und ihre Art zu arbeiten kennen. Die Rückmeldungen seien positiv. Die Zahl der Besucherinnen und Besucher sei kontinuierlich auf fast 6000 gestiegen. Das Ziel der neuen Museumsleiterin Dorothee Messmer sei es, in zwei bis drei Jahren auf 8000 zu kommen.

Neue Besucherkreise will auch Eva Inversini, Leiterin des Kunsthauses Grenchen, ansprechen. Das sei mit der Eröffnung des Erweiterungsbaus im Jahr 2008 und der damit verbundenen Neukonzeption gelungen. 2011 zählte das Kunsthaus rund 5500 Besucherinnen und Besucher, gleich viele wie 2010.

Keine Traumzahlen

Keine konkreten Zahlen nennt das Kunsthaus Langenthal. «Unser Leistungsauftrag geht von mindestens 3000 Besuchern aus. Diese Zahl wird deutlich übertroffen», sagt Kunsthaus-Leiter Raffael Dörig lediglich.

Das sind keine Traumzahlen. Für den Erfolg eines Museums dürften nicht bloss die Besucherzahlen massgebend sein, entgegnet Inversini. Das käme einer «Ökonomisierung der Kultur» gleich. «Es wäre falsch, das Programm nur nach Besucherzahlen auszurichten.» Ansonsten blieben Inhalt und Vielfalt der Kunst auf der Strecke. Lukas Walter vom Musesol warnt davor, falsche Schlüsse zu ziehen. Öffentlich werde zwar ein Museum primär durch die Ausstellungen wahrgenommen. Das sei aber nur ein kleiner Teil der Museumsarbeit. «Ein weitaus grösserer Anteil der zentralen Aufgaben der Museen – das Sammeln, Bewahren und Forschen – bleibt Besuchern und den politisch Verantwortlichen verborgen.»

Matchentscheidend für den Erfolg beim Publikum ist, ob dessen Interesse geweckt werden kann. «Unsere Sonderausstellungen haben einen grossen Einfluss auf den Besucherstrom», weiss Thomas Briner, Leiter des Naturmuseums Solothurn. So habe etwa die Ausstellung zum Thema «Fische» 2010 zu einem Rekordandrang geführt. Die gleiche Beobachtung macht das Kunstmuseum Solothurn. Die Sonderausstellung 2011 zu Amiet/Hodler sei «auf ein aussergewöhnlich grosses Echo» gestossen, blickt Walter zurück. Die Besucherzahl stieg im Vorjahresvergleich um 60 Prozent an.