Überbrückung
2000 Franken aufs Konto: Selbstständige im Kanton Solothurn können Corona-Hilfe beantragen

Kleinstbetriebe in akuten Schwierigkeiten sollen unbürokratisch und schnell Unterstützung erhalten. Der Solothurner Regierungsrat stellt für Selbstständigerwerbende 10 Millionen Franken Nothilfe zur Verfügung.

Urs Moser
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Nun hat die Pandemie auch im Kanton Solothurn ihr erstes Todesopfer gefordert. Aktuell zählt man 95 bestätigte Fälle, und ein 90-jähriger an Covid-19 erkrankter Mann ist im Spital gestorben. Dies die traurige Nachricht aus der Orientierung des Kantons zur aktuellen Lage am Montag.

Die positive: Der Regierungsrat hat per Notverordnung einen Überbrückungsfonds geschaffen, um Selbständigerwerbenden in einer wirtschaftlich besonders schwierigen Lage Soforthilfe leisten zu können.

Bis das vom Bundesrat beschlossene Massnahmenpaket greift, dauert es eine Weile. Auch in Solothurn müssen überhaupt erst die Kapazitäten zur Abwicklung von Unterstützungsgesuchen geschaffen werden, und bis zur Auszahlung von Geldern über die Erwerbsersatzordnung dürfte es Mitte April werden.

Unbürokratisch und schneller sind Mittel aus dem nun mit 10 Millionen dotierten kantonalen Fonds verfügbar. Wer im Kanton wohnt und sein Geschäft führt, dieses schliessen musste oder seine Aufträge verloren hat, erhält 2000 Franken ausbezahlt. Voraussetzung ist lediglich, dass man im Vorjahr mit seinem Geschäft mindestens 20000 Franken verdient hat und über keine relevanten Barmittel mehr verfügt. 2000 Franken, weil das in etwa einem halben Monatseinkommen eines Kleinstunternehmens entsprechen dürfte, zum Beispiel dem einer selbstständigen Coiffeuse oder eines Taxifahrers.

Abgewickelt werden die Gesuche über die Oberämter, ausfüllen kann man sie online: https://corona.so.ch/wirtschaft. Die ersten Auszahlungen sollen bereits am kommenden Donnerstag erfolgen können. Die Überbrückungshilfen müssen nicht zurückerstattet werden. «Alle Kantone sind jetzt gefordert, ihre Wirtschaft so gut wie möglich zu unterstützen», so Frau Landammann Brigit Wyss. Was die Umsetzung des vom Bundesrat beschlossenen Massnahmenopakets betrifft, kann man sich auch über die Hotline informieren: 0800 112 117.

Umsetzung des Massnahmenpakets des Bundes

Der Bund hat die zusätzlichen Anspruchsgruppen sowie die Zuständigkeiten in einer Verordnung geregelt. Über die Website https://corona.so.ch/wirtschaft sind sämtliche Informationen sowie Hilfestellungen zu finden.

- Geschäftsführende und deren Ehepartner (oder arbeitgeberähnliche Personen)

Diese können Kurzarbeitsentschädigung beantragen.

Wer für seine Angestellten bereits Kurzarbeit beantragt hat, muss keinen weiteren Antrag einreichen. Wer dazu Unterstützung braucht, kann sich an die Hotline 0800 112 117 wenden oder seine Fragen per Mail stellen an: corona@awa.so.ch

- Selbstständigerwerbende oder Inhaber einer Einzelfirma

Diese können für sich selber Unterstützungsmassnahmen beantragen.

Wer dazu Unterstützung braucht, kann sich an die Hotline 0800 112 117 oder seine Fragen per Mail stellen an: eo-corona@akso.ch

- Selbstständigerwerbende mit Angestellten

Diese können für ihre Angestellten Kurzarbeitsentschädigung beantragen.

Wer dazu Unterstützung braucht, kann sich an die Hotline 0800 112 117 oder seine Fragen per Mail stellen an: corona@awa.so.ch (sks)