Gebäudetechnik

200 neue Stellen für die AEK Build Tec AG – und wie viele wechseln von Konkurrent Bouygues?

Die Gebäudetechnik ist im Zeichen der Energiewende eine umkämpfte Branche – auch in Bezug auf die Fachkräfte.

Die Gebäudetechnik ist im Zeichen der Energiewende eine umkämpfte Branche – auch in Bezug auf die Fachkräfte.

200 neue Stellen für die Region Aargau-Solothurn will die AEK Build Tec AG in Solothurn schaffen. Doch Fachkräfte sind rar. Nach dem Oltner Bouygues-Kader wechseln auch zahlreiche Mitarbeiter zur neuen Firma.

Das sorgte vor knapp drei Monaten für ein Raunen in der Branche. Damals wurde öffentlich, was hinter vorgehaltener Hand schon länger die Runde gemacht hatte: Das Kader der früheren Oltner Alpiq Intex wechselt zur Konkurrenz. Konkret: Nicht der Leiter des Regionalstandorts von Bouygues E&S In Tec Schweiz AG in Olten, Fredy Dubach, sondern mit ihm auch zehn weitere Kadermitarbeiter heuerten beim Berner Energiekonzern BKW an, der seine Präsenz mit der neu gegründeten AEK Build Tec AG mit Sitz in Solothurn verstärken wird.

In der Zwischenzeit hat sich in der neuen Konkurrenzfirma einiges getan. Die Geschäftsleitung der im Juni aus der Taufe gehobenen Firma übernimmt in der Tat der ehemalige Oltner Kadermann Dubach. AEK Build Tec AG bezeichnet ihn nicht von ungefähr als «branchenkundige, ausgewiesene und lokal verankerte Persönlichkeit». In der Tat ist die neue Firma denn auch im gleichen Segment tätig wie die Vorgängerfirma von Dubach. Sie bietet Dienstleistungen in den Bereichen Elektro, Heizung, Lüftung, Klima, Sanitär sowie Information and Communication Technology für Privat- und Geschäftskunden an.

Neue Firma rekrutiert, was das Zeug hält

Und die Pläne der Firma, die Teil der BKW Building Solutions sind, muten ambitiös an. René Lenzin, Leiter Media Relations bei BKW, sagt auf Anfrage: «Mit der AEK Build Tec AG sollen in den nächsten Jahren rund 200 Stellen für die Region Aargau-Solothurn geschaffen werden.» Doch dahin ist ein langer Weg: Seit Oktober arbeiten 8 Mitarbeitende bei der neuen Firma, in diesem Monat kamen deren 16 dazu, und im Dezember sollen weitere 30 folgen. Ziel ist, das die AEK Build Tec mit 70 Mitarbeitenden ins erste volle Geschäftsjahr starte, führt Lenzin aus.

Doch woher kommen die Mitarbeitenden? In einer Branche zumal, die von Fachkräftemangel gebeutet wird wie andere auch? Ob Zufall oder nicht: Lenzin bestätigt, was in der Branche ein gut ventiliertes Ondit ist: «Ja, es gibt auch Mitarbeitende, die von Bouygues zu uns gekommen sind.» Hat die AEK Build Tec AG also im grossen Stil Mitarbeitende abgeworben, um einen Konkurrenten mit einem personellen Aderlass gezielt zu schwächen?

Lenzin widerspricht: «Wir haben keine Personen abgeworben, sondern die Mitarbeitenden im Rahmen eines normalen Rekrutierungsverfahrens angestellt.» Wie viele Personen den Weg vom unteren in den oberen Kantonsteil gefunden haben, mag Lenzin nicht beantworten. Branchenkenner gehen aber davon aus, dass der Hauptharst der Neuangestellten bei AEK von Bouygues gekommen ist beziehungsweise kommen wird.

Die Konkurrenz hält sich bedeckt

Was sagt das Oltner Unternehmen dazu? Mediensprecher Stephan Kurmann, lässt sich auf Anfrage so zitieren: «Fakt ist, dass sich einige unserer Mitarbeitenden entschieden haben, unser Unternehmen zu verlassen. Dies bedauern wir sehr. Wir haben jedoch keine Kenntnis davon, wie viele unserer ehemaligen Mitarbeitenden nun bei AEK tätig sind.» Über die Gründe der Kündigungen gebe es viele Spekulationen, «die wir jedoch nicht kommentieren», führt Kurmann aus. Jedenfalls: «Der Standort Olten ist und bleibt ein wichtiger Standort für uns. Wir möchten lokal verankert bleiben und weiterhin in die Gebäudetechnik und Innovationen im Kanton Solothurn investieren. Dass der Gebäudetechnik-Markt in der Region hart umkämpft ist, zeigt neben der Konkurrenz zwischen Bouygues und AEK auch ein Zukauf, den die Solothurner Regio Energie Anfang Woche kommuniziert hat. Sie beteiligt sich am Sanitärunternehmen ASR Haustechnik AG in Biberist.

Übrigens: Den umgekehrten Weg eingeschlagen hat der frühere Regio-Energie-Kadermann Daniel Dähler: Er folgt bei Bouygues E&S In Tec als Standortleiter in Olten auf jenen Fredy Dubach, der jetzt bei AEK Build Tec AG sitzt.

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Autor

Balz Bruder

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