Stromproduktion
20 weitere Anlagen geplant: Der Kanton Solothurn startet eine Solaroffensive

Heute sind 29 Fotovoltaikanlagen auf kantonseigenen Bauten realisiert. Nun plant der Kanton Solothurn auf 20 weiteren Liegenschaften Anlagen umzusetzen. Die Stromproduktion soll damit in vier Jahren verdoppelt werden.

Urs Moser
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Der Kanton will mehr Solaranlagen bauen. (Archiv)

Der Kanton will mehr Solaranlagen bauen. (Archiv)

Keystone

«Wir halten fest, dass der Kanton Solothurn dem Einsatz von Fotovoltaikanlagen auf eigenen Liegenschaften einen grossen Stellenwert zuordnet und seine Vorbildfunktion gemäss kantonalem Energiekonzept wahrnimmt.» Das schrieb der Regierungsrat in einer Stellungnahme zu einem Auftrag der Grünen, den der Kantonsrat vor gut einem Jahr erheblich erklärte und der eine «Solaroffensive» forderte: Bis Ende 2020 sei aufzuzeigen, welche kantonseigenen Bauten sich für die Errichtung von Fotovoltaikanlagen eignen, und ein Bericht mit Massnahmen und Zeitplan für deren Realisierung vorzulegen.

Der Auftrag wurde fristgerecht erfüllt. Es sind total 318 kantonseigene Bauten auf ihre Eignung zur Bestückung mit einer Fotovoltaik- und/oder Solarthermieanlage hin analysiert worden. In einem mehrstufigen Verfahren wurden schliesslich 32 Gebäude eruiert, die unter Einbezug eines externen Fachbüros mittels einer Machbarkeitsstudie näher überprüft wurden.

Es blieben 20 Gebäude, die sich als gut geeignet erwiesen für Fotovoltaik; für thermische Anlagen wurde aus betrieblichen Gründen kein Gebäude empfohlen. An seiner letzten Sitzung vor den Festtagen hat der Regierungsrat nun den Bericht des Oltner Büros Eicher + Pauli zur Kenntnis genommen und das Hochbauamt beauftragt, die Realisierung der 20 geeigneten Fotovoltaikanlagen umzusetzen.

Solarstromproduktion wird verdoppelt

Dafür sollen in den nächsten vier Jahren 3,4 Millionen Franken brutto investiert werden, nach Abzug der Förderbeiträge des Bundes werden es rund 2,8 Millionen Franken sein. Die Anlagen beziehungsweise deren Finanzierung werden als Kleinprojekte in die Mehrjahresplanung Hochbau aufgenommen. Dass sich der Kanton bemüht, beim Einsatz erneuerbarer Energien eine Vorbildfunktion einzunehmen, ist nicht neu, wie der Regierungsrat in der eingangs zitierten Stellungnahme zum Vorstoss der Grünen betonte. Schon 2011 wurde eine Analyse der Eignung kantonseigener Liegenschaften für die Installation von Fotovoltaikanlagen durchgeführt, die dann auch zu einem ersten Investitionsprogramm im Umfang von einer Million führte.

Mit der nun eingeleiteten «Solaroffensive» geht es aber einen grösseren und schnelleren Schritt vorwärts. Heute sind 29 Fotovoltaikanlagen auf kantonseigenen Bauten realisiert, die jährlich rund 1,9 Millionen Kilowattstunden Strom produzieren. Das entspricht immerhin dem jährlichen Energiebedarf von rund 500 Haushalten. Mit der Realisierung von 20 weiteren Anlagen wird sich die «hauseigene» Stromproduktion in den nächsten vier Jahren mit weiteren 1,8 Millionen Kilowattstunden knapp verdoppeln.

In ihrem Bericht machen die Planer von Eicher + Pauli darauf aufmerksam, dass es aus Sicht der Wirtschaftlichkeit heute Sinn mache, wenn möglichst viel des vor Ort erzeugten Stroms auch vor Ort verbraucht wird. Das heisst konkret zum Beispiel: Installation einer Wärmepumpe beim Ersatz einer Heizungsanlage; Klima- und Lüftungsanlagen, die auch bei umfangreichen Sanierungen mehr oder weniger zum Standard gehören, mit dem Strom der Fotovoltaikanlage betreiben; Ladestationen für Elektroautos installieren.

Lange Liste geplanter Standorte

Und das sind die Standorte, die mit einer Fotovoltaikanlage bestückt werden sollen:

Berufsbildungszentrum Solothurn; Milchviehstall Wallierhof; Heilpädagogisches Schulzentrum Grenchen; Heilpädagogisches Schulzentrum Olten; Werkhof Kreisbauamt III Büsserach; Schnyderhaus Solothurn; Asylzentrum Oberbalmberg; ehem. Bürogebäude städtische Werke Grenchen; Justizvollzugsanstalt Schachen Flumenthal (4 Gebäude), Lager Kreisbauamt I Zuchwil, Lagergebäude Kantonspolizei Biberist, Stützpunkt Kreisbauamt II Balsthal; Polizeigebäude Oensingen; Polizei-Einstellhalle Oensingen; Polizeiposten Dornach; Amthaus Dornach; Stützpunkt Kreisbauamt III Hofstetten-Flüh.

Soll ebenfalls mit einer Anlage «aufgerüstet» werden: das Berufsbildungszentrum Solothurn.    

Soll ebenfalls mit einer Anlage «aufgerüstet» werden: das Berufsbildungszentrum Solothurn.    

Noëlle Karpf

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