Viagogo

20 Franken Buchungsgebühren: Internetseite zockt Circus Monti-Fans ab

Wer über Viagogo Tickets kauft, für den kann es teuer werden.

Wer über Viagogo Tickets kauft, für den kann es teuer werden.

Leserin Dorli Marti ist entsetzt: Sie kaufte Tickets für eine Circus Monti Vorstellung online und wurde dabei Opfer von Abzockern.

Bald schon kommt der Circus Monti wieder nach Solothurn. Vom 3. bis zum 7. Oktober steht das Zirkuszelt beim Schwimmbad. Leserin Dorli Marti wollte, wie jedes Jahr, Tickets online kaufen. «Ich gehe jedes Jahr in eine Vorstellung des Circus Monti. Dieses Mal habe ich die Tickets auf der Seite Viagogo gekauft.» Wie sich herausstellte, war dies ein grosser Fehler.

«Ich habe viel zu viel für die zwei Tickets bezahlt, insgesamt fast 150 Franken.» Die teuersten Tickets beim Circus Monti kosten allerdings nur 52 Franken. «Sie haben mir noch irgendwelche Gebühren draufgeschlagen, die eigentlich gar nicht üblich sind bei einem Billettkauf.»

Google verdient mit

Auf Nachfrage beim Circus Monti erklärt Stefan Gfeller, Zuständiger für die Kommunikation: «Bereits im August 2017 wurden Monti-Billette auf Viagogo verkauft, dies hörte nach einigen Wochen wieder auf. Jetzt spitzt sich die Situation aber erneut zu.» Seit einem Monat sei Viagogo wieder dabei, Monti-Billette zu sehr hohen Preisen zu verkaufen. «Wir gehen dagegen vor, indem wir informieren. Dennoch ist es enorm schwer.»

Die Website erscheine bei der Googlesuche nach Monti-Tickets an erster Stelle, da Viagogo bei Google Werbung buche. Die Firma Google verdiene also an diesem System mit. Der Zirkus stehe in Kontakt mit Google, allerdings komme man in der Sache nur schwer voran.

Stress bei der Bestellung

Doch wie funktioniert diese Abzocke? «Die Leute kaufen die Tickets auf Viagogo zu sehr hohen Preisen, ein Ticket für 25 Franken kostet dann plötzlich 90 Franken. Verdacht schöpfen sie vielleicht schon, aber es wird während der Bestellung durch limitierte Bestellzeit und andere Mittel viel Druck auf die Käufer ausgeübt», erklärt Keller.

Viagogo beziehe nach der Bestellung durch Mittelsmänner, unter falschen Namen und mit immer wechselnden Bankverbindungen zu regulären Preisen die Tickets auf der Website des Zirkus und leite diese weiter an die Käufer. «Meistens merkt der Kunde erst, wenn er die Tickets zugesandt bekommt, dass er viel mehr als den regulären Preis bezahlt hat.» Der Zirkus selbst verliert dabei kein Geld, geschäftsschädigend ist das Handeln von Viagogo dennoch. «Es schadet natürlich unseren Kunden und somit indirekt auch uns. Ausserdem werden auf Viagogo Vorstellungen teilweise als ausverkauft erklärt.» Es seien aber meist bis kurz vor Vorstellungsbeginn noch einige Plätze zu haben. «Wir kommunizieren deshalb nie online, dass eine Vorstellung ausverkauft ist.» Viagogo bezieht bis anhin keine Stellung.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1