2. Liga
Italgrenchen spielt Unentschieden und ärgert sich über einen Referee-Entscheid: «Dieser Penalty ist eine Frechheit»

2.-Liga-Schlusslicht Italgrenchen verpasst den Anschluss an den SC Fulenbach und den zehnten Tabellenplatz. Beim 1:1-Remis sorgte ein Entscheid des Schiedsrichters für Diskussionen.

Raphael Wermelinger
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In der Schlussphase wurde es im Spiel zischen Italgrenchen und Fulenbach hektisch.

In der Schlussphase wurde es im Spiel zischen Italgrenchen und Fulenbach hektisch.

Markus Müller / Oltner Tagblatt

«Dieser Penalty ist eine Frechheit. Zuerst zögert der Schiedsrichter und dann gibt er ihn – das kann ich nicht begreifen», versuchte Italgrenchens Trainer Perparim Redzepi seine Wut im Zaum zu halten. «Es geht um so viel, wir hatten diese drei Punkte auf der Rechnung und dann werden wir durch so einen Entscheid um den Sieg gebracht. Das macht mich ratlos.»

Er gebe nicht gerne den Unparteiischen die Schuld, trichtere auch seinen Spielern immer wieder ein, sich auf die eigene Leistung zu konzentrieren, äusserte sich Redzepi:

«In dieser Vorrunde häufen sich allerdings die Fehlentscheide gegen uns. Dann wird es irgendwann auch schwierig, meine Spieler noch zu motivieren.»

Die Szene, die ihn ärgerte, ereignete sich in der 81. Minute des Strichkampfs. Ital-Goalie Martin Leuenberger legte sich den Ball etwas zu weit vor und drosch ihn grätschend aus der Gefahrenzone. Dabei erwischte er den heranstürmenden Fulenbacher Ramon Grimbichler mit dem Fuss am Bein. Der Unparteiische taxierte dies als gefährliches Spiel und entschied nach kurzer Bedenkzeit auf Penalty.

Den verwertete Gabriel Strub nach langen Diskussionen und einer Verwarnung an den reklamierenden Redzepi abgebrüht zum Ausgleich für den Gastgeber SC Fulenbach.

Italgrenchen vergibt die Chance zur Entscheidung

«Den Penalty kann man pfeifen, der Goalie klärt den Ball mit gestreckten Beinen voran», kommentierte Fulenbachs Trainer Alain Roussel die mitentscheidende Szene.

«Die Schlussphase war sehr hektisch und schwierig für das Schiedsrichter-Trio. Aber sie haben es meiner Meinung nach insgesamt gut gemacht. Ein Spiel dauert neunzig und nicht nur zehn Minuten. Man sollte die Schuld nicht beim Schiedsrichter suchen.»

Roussels Mannschaft geriet nach einer beidseits schwachen ersten Hälfe in der 52. Minute in Rücklage. Italgrenchens Sturmspitze Arben Alimusaj liess seinen Gegenspieler im Strafraum ins Leere rutschen und knallte den Ball aus der Drehung via Lattenunterkante ins Tor. Knapp zehn Minuten später hätten die Gäste den Match vorentscheiden müssen. Ferhat Capan hatte nach einem Steilpass alle Zeit der Welt, schob den Ball aber nicht nur am Torhüter, sondern auch am Pfosten vorbei.

Es war nicht die einzige Grosschance für die Nummer 18 der Grenchner. Bereits in der fünften Minute war er nach einem schnellen Gegenstoss an Goalie Mischa Ehrenbolger gescheitert. In der 70. Minute lupfte er den Ball aus kurzer Entfernung über das Tor.

«Ein guter Punkt» für den SC Fulenbach

«Klar hätten wir den Sack schon vorher zumachen können», sagte Perparim Redzepi hinterher. «Aber man kann ein Spiel auch gut mal mit 1:0 gewinnen. Dass wir wegen eines Elfmeters nicht gewonnen haben, ist nicht gerecht.» Somit bleibt das 2:1 am vierten Spieltag gegen den Leader FC Olten der einzige Dreier für GS Italgrenchen in der laufenden Saison. Der Rückstand auf einen rettenden Platz beträgt weiterhin drei Zähler.

«Ich glaube absolut an mein Team. Wir werden die nötigen Punkte noch holen und Ende Saison sicher nicht absteigen», gab sich Redzepi kämpferisch.

«Unserem jungen Team fehlt noch etwas die Routine. Dafür zahlen wir momentan viel Lehrgeld. Das werden wir in der Winterpause mit zwei, drei Transfers aber korrigieren.»

Beinahe wäre den Fulenbachern in der neunzigsten Minute sogar noch der Lucky Punch geglückt. Nach einem Stellungsfehler von Italgrenchens Verteidiger Eliano Chirico entwischte Luan Spielmann auf der rechten Aussenbahn und bediente seinen Zwillingsbruder Luca in der Mitte mit einem Querpass. Dessen Schuss aus kurzer Distanz wehrte Leuenberger mirakulös ab.

«Ich bin von der Einstellung meiner Spieler enttäuscht. Wir wollten den Sieg in diesem wichtigen Match, aber dafür muss mehr kommen», kritisierte Fulenbach-Trainer Alain Roussel. «Das einzige Positive ist, dass wir wie schon in dem vergangenen Wochenende beim 1:1 gegen den FC Iliria nach einem Rückstand Charakter zeigten und nicht aufgaben. Am Ende ist es ein guter Punkt für uns.»

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