Knapp 40 000 Frauen im Kanton Solothurn erhalten nächstes Jahr den Brief: Ein Schreiben mit dem Aufgebot zum Mammografie-Screening. Dies im Rahmen des Brustkrebs-Früherkennungsprogramms «Donna». Mit dessen Einführung 2020 werden Frauen zwischen 50 und 70 Jahren regelmässig aufgeboten; sie erhalten einen Termin für ein Screening und können dann entscheiden, ob sie teilnehmen möchten.

Der Regierungsrat hat sich im Mai für das Programm entschieden. Nun ging es an der  Kantonsratssitzung vom Mittwoch noch um den Kredit dafür: Dieser beträgt 2,75 Millionen Franken für die nächsten 10 Jahre. «Dieser Preis scheint fair», befand Grünen-Sprecher Felix Wettstein (Olten). Auch die Mehrheit der restlichen Fraktionen äusserte sich positiv – und eher knapp. Schliesslich hat der Kantonsrat letztes Jahr schon ausführlich über das Thema diskutiert. Damals hatte das Parlament der Regierung den Auftrag gegeben, mit der schon seit 10 Jahren hängigen Aufgabe der Einführung eines Früherkennungs-Programms vorwärtszumachen. Wie schon damals äusserten sich auch die restlichen Fraktionen – FDP, SP, CVP/GLP/EVP – positiv. So meinte Barbara Leibundgut (Bettlach) für die FDP, das Programm trage zur Chancengleichheit bei; unabhängig vom Status oder Krankheitsrisiko hätten Frauen die Möglichkeit, teilzunehmen.

Wie schon bei der letztjährigen Debatte kamen dann Bedenken aus den Reihen der SVP. Stephanie Ritschard (Riedholz): «Der Grundsatz ‹früh erfasst ist gut behandelt› stimmt nicht immer.» Sie appellierte an die Selbstverantwortung der Frauen – und sprach sich dagegen aus, dass unabhängig von allfälligen Risikofaktoren alle Frauen für ein Screening aufgeboten würden. «Wo bleibt denn hier der Sparwille?», warf Ritschard in den Raum. Darauf äusserte sich Dieter Leu (CVP, Rickenbach). Der Arzt war selbst einmal an Krebs erkrankt und ist mittlerweile geheilt. «Man kann Geld nicht gegen Gesundheit abwägen», so Leu.

Auch Regierungsrätin Susanne Schaffner schloss sich dem an: Den Erfolg des Früherkennungsprogrammes könne man zudem nicht in Geld messen, weil man nicht wisse, wer dadurch frühzeitig behandelt und geheilt würde – und welche Kosten man dadurch spare.
So stimmten am Schluss lediglich einige SVP-Mitglieder gegen den Kredit – dieser wurde mit 78 Ja- gegen 9 Nein-Stimmen bei einer Enthaltung angenommen.