Wettbewerb
17-jähriger Horriwiler reist an die Geografie-Olympiade in Peking

Dank der Goldmedaille bei der Schweizer Geografie-Olympiade reist Yannik Friedli im August nach Peking. Für Geografie hat sich der heute 17-jährige Horriwiler schon immer interessiert.

Vera Havrda
Drucken
Teilen
Konzentriert bei der Arbeit: Yannik Friedli (hinten) im Geografie-Wettbewerb.

Konzentriert bei der Arbeit: Yannik Friedli (hinten) im Geografie-Wettbewerb.

zvg

An der Kantonsschule Solothurn geht ein Geografie-Genie ein und aus: Der 17-jährige Yannik Friedli nahm mit 21 anderen Jugendlichen an der ersten Schweizer Geografie-Olympiade teil. Nach acht Stunden standen die vier glücklichen Erstplatzierten fest. Unter ihnen war auch Yannik Friedli.

Sie erhielten eine Goldmedaille und dürfen nun im kommenden August an der internationalen Geografie-Olympiade in Peking teilnehmen.

Sport als Ausgleich zum Büffeln

Yannik wohnt mit seinen Eltern in Horriwil und besucht seit vier Jahren die Kantonsschule Solothurn. Im Sommer macht er die Matura. Was bringt einen jungen Mann dazu, sich für Geografie zu interessieren? «Das war schon immer so. Schon als kleiner Junge wollte ich immer wissen, was um mich herum passiert und wo dies geschieht.

Der Weltatlas wurde somit schnell zu einem guten Freund.» Die Eltern hätten ihn bei diesem Hobby immer unterstützt und ihm geholfen. Mittlerweile ist dies nicht mehr nötig. Die mündliche Geografie Vor-Matura bestand der Kantischüler mit Bravour und einer 5,5. Doch Geografie ist nicht das Einzige, das Friedli Spass macht. Weitere Hobbys sind Schwimmen sowie Korbball. «Sport ist für mich sehr wichtig.»

Zu der Schweizer Geografie-Olympiade animierte ihn als Erste die Geografie-Lehrerin Cinzia de Maddalena. «Sie hat mir gesagt, ich solle es versuchen, dass meine Noten gut wären und ich letztlich nichts zu verlieren hätte», sagt Yannik.

Auch seine Freunde motivierten ihn. «Meine Mitschüler haben mich aufgefordert, ich solle doch noch zusätzlich lernen, damit ich wirklich Chancen hätte. Sie waren von mir mehr überzeugt als ich selbst», erinnert sich Friedli und muss lachen.

Die Vorausscheidung an der Kanti fand am 21. April statt. Friedli qualifizierte sich mit 20 anderen Jugendlichen verschiedener Schulen für die Schweizer Geografie-Olympiade. Mitte Juni folgte dann ein einwöchiges Camp im aargauischen Hottwil. «Im Camp waren wir oft draussen, befassten uns hauptsächlich mit Fledermäusen und kartografierten Gebiete in denen sich diese aufhielten.»

«Kein gutes Gefühl»

Im November war es dann endlich so weit. «Am 21. November fuhr ich nach Bern in den Campus Muristalden zur Schweizer Geografie-Olympiade. Am Vormittag mussten wir zwei Stunden lang verschiedene Tests schreiben und am Nachmittag waren wir im Freien und hatten die Aufgabe, verschiedene Gebiete zu kartografieren. Das hat echt Spass gemacht und es war mal eine Abwechslung zum Schulalltag», berichtet Yannik Friedli.

Am Abend wurde dann das Resultat verkündet. «Ich dachte nur: Ruft mich bitte nicht als Ersten auf, das hätte nämlich bedeutet, ich wäre der Schlechteste gewesen.» Mit dem tatsächlichen Resultat hätte Yannik Friedli nie gerechnet. «Ich war wirklich überrascht. Als ich die Tests schrieb, hatte ich nicht wirklich ein gutes Gefühl.» Friedli gewann mit drei anderen Schülern die Goldmedaille und somit die Schweizer Geografie-Olympiade. Noch am gleichen Abend feierte er den Erfolg mit Freunden und auch seine Eltern seien mächtig stolz auf ihn gewesen.

Medizin – nicht Geografie

Im August geht für Yannik Friedli die Reise weiter. Die internationale Geografie-Olympiade findet nämlich in Peking statt. «Ich freue mich sehr auf Peking. Egal, ob ich weiterkomme oder nicht – eine Woche Peking kann mir niemand nehmen.

Trotzdem, ich bin zuversichtlich und ein Sieg wäre theoretisch möglich», so Friedli. Nach der Matura möchte er aber nicht die Richtung der Geografie einschlagen. Ihn fasziniere die Medizin und dies möchte er auch studieren. «Eine Alternative wäre ein Wirtschaftsstudium. Zuerst muss ich aber noch ins Militär.»

Aktuelle Nachrichten