Während seine Mitschüler ausschlafen können, muss Glenn Steiger heute früh aufstehen. In der zweiten Woche der Herbstferien repräsentiert der Gymnasiast die Schweizer Jugend in Strassburg. Dem 17-Jährigen aus Bättwil wird die Ehre zuteil, die Landesdelegation an der Session des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats zu begleiten. Was er sich von der Teilnahme erhofft und wie weit sein Herzensprojekt Jugendparlament Schwarzbubenland fortgeschritten ist, erklärt der CVP-Jungpolitiker im Gespräch.

Herr Steiger, Sie dürfen als Vertreter der Schweizer Jugend nach Strassburg reisen. Wie kam es dazu?

Glenn Steiger: Im Newsletter des Dachverbands Schweizer Jugendparlamente stiess ich vor einigen Monaten auf die Anmeldung. Die Session des Kongresses der Gemeinden und Regionen steht diesen Oktober unter dem Motto «Empowering Youth» und der Einbindung junger Menschen in die Politik. Deshalb wurden politisch engagierte Personen im Alter zwischen 16 und 30 Jahren gesucht. Da ich bereits seit einigen Jahren in der Jugendpolitik aktiv bin, habe ich mich beworben. Anfang Juli erhielt ich den Bescheid, dass ich die Schweizer Jugend vertreten darf. Ich freue mich sehr darüber und bin auch ein wenig stolz. 

Welche Rolle werden Sie an der 27. Session des Kongresses der Gemeinden und Regionen des Europarats (siehe Box) einnehmen?

Ich bin keineswegs nur ein Zuschauer, der die Sitzungen beobachtet. Die teilnehmenden Jugendlichen haben das Recht, sich während der gesamten Session zu allen besprochenen Themen zu äussern. Abstimmen dürfen wir jedoch nicht. Aus 34 der insgesamt 47 Mitgliedstaaten wird jeweils ein Jugendlicher der Session beiwohnen.

Was erwarten Sie von Ihrem Ausflug nach Strassburg? Welche Erfahrungen werden Sie heimnehmen?

Es wird sehr spannend sein, sich mit Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund über politische Fragen auszutauschen. Ich möchte erfahren, wie die politische Mitwirkung Jugendlicher in anderen Ländern aussieht und sie mit der Situation in der Schweiz vergleichen. Ausserdem freue ich mich darauf, aus der ersten Reihe mitverfolgen zu können, wie eine solche Session abläuft. Am Mittwochnachmittag wird eine Debatte über die Mitwirkung der Jugend im Europarat stattfinden. Am Abend darf ich dann die Schweizer Delegation in die Schweizer Botschaft zum Dinner begleiten.

Während des Abendessens wird bestimmt auch über Ihr bisheriges politisches Schaffen diskutiert. Vor zwei Jahren haben Sie das Jugendparlament Schwarzbubenland initiiert. Wie steht es um Ihr ambitioniertes Projekt?

Sehr gut. Ich habe im Frühjahr rund 5000 Jugendliche im Schwarzbubenland angeschrieben, von denen 72 Interesse an einer Mitarbeit im Parlament bekundeten. Mitte November wird die Gründungsversammlung stattfinden.

Wie werden die Tätigkeiten des Jugendparlaments aussehen?

Wir haben vor, verschiedene Anlässe zu organisieren. Ich denke hierbei unter anderem an Wahlpartys vor Abstimmungen. Wichtig werden aber vor allem Projekte von und für Jugendliche in den einzelnen Gemeinden der Bezirke Dorneck und Thierstein sein. Ich verstehe das Jugendparlament als einen Ort, an dem Themen besprochen werden, welche die Jugendlichen beschäftigen.

Welches sind die dringlichsten Anliegen der jungen Bevölkerung im Schwarzbubenland?

Bei unserer Befragung der Jugendlichen wurden immer wieder die öV-Verbindungen im Schwarzbubenland genannt. Junge Menschen in abgelegenen Gemeinden wie Metzerlen, Grindel oder den Dörfern auf dem Dorneckberg wünschen sich, dass der Bus häufiger fährt. Ein weiterer Punkt sind öffentliche Orte, an denen sich Jugendliche aufhalten können. Es gibt zurzeit viele Aufenthaltsverbote auf Schul- und Gemeindeplätzen.