Sachbeschädigung
165'000 Franken Schaden und 80 Geschädigte: 31-jähriger Sprayer angeklagt

Ein 31-jähriger Sprayer hat in den Kantonen Solothurn, Bern und Neuenburg einen Sachschaden in Höhe von 165'000 Franken verursacht. Nun klagt die Solothurner Staatsanwaltschaft den Mann wegen qualifizierter Sachbeschädigung an.

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Schmierereien des gefassten «SEK»-Sprayers
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Der Schriftzug SEK taucht immer wieder auf

Schmierereien des gefassten «SEK»-Sprayers

Kapo SO

Der Schweizer war im April 2014 in Bellach auf frischer Tat ertappt worden, als er eine SBB-Lärmschutzwand besprayte.

Er gab zu, dass er die Sprayerei dort angebracht hat. Er bestritt jedoch, andere in der Nähe gesichtete Sprayereien gemacht zu haben, welche noch frisch und in den Farben gesprayt waren, die der Mann mit sich trug.

Im Verlaufe der Strafuntersuchung stellte sich heraus, dass der Sprayer auf dem ganzen Kantonsgebiet sowie in den Kantonen Bern und Neuenburg aktiv gewesen war.

Bei seinen Streifzügen verwendete der Sprayer immer dieselben Tags wie «SEK», «MOK», «4F», «RGR» und «Roger».

Bei einer Hausdurchsuchung wurden laut Angaben der Solothurner Staatsanwaltschaft vom Mittwoch Sprühgeräte und Schutzmasken sichergestellt.

Nach seiner Festnahme sass der Mann kurze Zeit in Untersuchungshaft. Wieder auf freiem Fuss, griff er erneut zur Spraydose.

Die Staatsanwaltschaft hat jetzt das Verfahren abgeschlossen und klagt den Beschuldigten insbesondere wegen qualifizierter Sachbeschädigung mit grossem Schaden an. Ihm wird vorgeworfen, von Mai 2009 bis im Januar 2016 in Solothurn und in anderen Gemeinden im Kanton sowie in Gemeinden in den Kantonen Bern und Neuenburg diverse Bauten mit «Tags» besprüht und dadurch einen grossen Schaden angerichtet zu haben. Der verursachte Sachschaden an Gebäuden und Gegenständen beläuft sich insgesamt auf rund 165‘000 Franken und hinterlässt rund 80 Geschädigte.

Für qualifizierte Sachbeschädigung mit grossen Schaden sieht das Strafgesetzbuch Freiheitsstrafen zwischen einem und fünf Jahren oder eine Geldstrafe vor.

Die Solothurner Staatsanwaltschaft werde ihren Antrag erst im Rahmen der Verhandlung bekanntgeben, sagte die Medienbeauftragte Cony Zubler.

Der Prozess gegen den Sprayer findet vor dem Richteramt Solothurn-Lebern statt. Ein Termin steht noch nicht fest. (sda/az)