Amtsgericht

14 Montate bedingt und 4500 Franken Geldstrafe wegen versuchter Erpressung

Karls S. hatte den Brief auch an Bekannte des ehemaligen Lebenspartners seines verstrobenen Bruders verschickt. (Symbolbild)

Karls S. hatte den Brief auch an Bekannte des ehemaligen Lebenspartners seines verstrobenen Bruders verschickt. (Symbolbild)

Karl S.*, der Mann, der 2010 den Lebenspartner seines verstorbenen Bruders mittels Brief erpresst hatte, wurde zu einer bedingten Freiheitsstrafe von 14 Monaten und einer unbedingten Geldstrafe von 25 Tagessätzen à 180 Franken verurteilt.

Mit diesem Urteil ging der Amtsgerichtspräsident von Solothurn-Lebern, Rolf von Felten, leicht über die von der Staatsanwaltschaft geforderte Strafe hinaus: Beantragt waren lediglich 20 Tagessätze. Nebst der versuchten Erpressung, der Beschimpfung und der mehrfachen Verleumdung wurde Karl S. auch der Urkundenfälschung schuldig gesprochen.

Dies, obwohl die Staatsanwaltschaft einen Schuldspruch diesbezüglich nicht beantragt hatte.

Auch Unterschrift gefälscht

Gerichtspräsident von Felten kam zum Schluss, dass der Beschuldigte den Brief «Die Wahrheit», in dem er dem Empfänger drohte, ihn bei seinem Arbeitgeber, dem Departement für Verteidigung, Bevölkerungsschutz und Sport, VBS, als Homosexuellen und als «Erbschleicher» zu outen, nicht wie ausgesagt gemeinsam mit seiner Mutter aufgesetzt hatte und ihn von dieser unterzeichnen liess. Vielmehr habe er das Schreiben stattdessen selbst verfasst und darüber hinaus die Unterschrift der Mutter gefälscht.

Der 61-jährige Angeklagte hatte während der Verhandlung vor Amtsgericht Solothurn-Lebern beteuert, er habe bloss seiner Mutter helfen wollen, ein früheres Darlehen an den Verstorbenen von 25 000 Franken zurückzuerhalten. Das Gericht fand, der Verurteilte habe gewusst, dass ihm dies nicht zustehe. Zudem hätte er auch von den legalen Möglichkeiten gewusst, diese Forderungen zu stellen, diese aber nicht genutzt. Der Mann wurde zusätzlich zur Zahlung einer Genugtuung von 1000 Franken verurteilt. (cnd)

* Name von der Redaktion geändert.

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