Amtsgericht Thal-Gäu
14 Jahre Haft für «äusserst brutalen» Mord

Das Amtsgericht Thal-Gäu hat sein Urteil zum Somalier, der 2013 seinen Mitbewohner in einer Wohnung in Balsthal mit 43 Messerstichen umbrachte, gefällt. Der Mann muss 14 Jahre ins Gefängnis. Zudem wurde eine stationäre Massnahme verhängt.

Lucien Rahm
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Der Somalier, der vor vier Jahren in Balsthal seinen Mitbewohner mit 43 Messerstichen ermordete, wurde vom Amtsgericht Thal-Gäu wegen Mordes verurteilt. Dem heute 30-Jährigen wurde eine Haftstrafe von 14 Jahren auferlegt, die zugunsten einer stationären therapeutischen Massnahme in einer psychiatrischen Klinik aufgeschoben wird. Denn gemäss einem Gutachten leidet der Somalier an einer schweren paranoiden Schizophrenie.

Diese ist auch der Grund dafür, dass die vom Amtsgericht aufgrund der objektiven Tatschwere beigemessene Freiheitsstrafe von 18 Jahren um vier Jahre reduziert wurde, wie Amtsgerichtspräsident Guido Walser am Freitag an der Urteilsverkündung in Balsthal sagte.

Laut dem Sachverständigen, welcher den Täter zweimal begutachtete, habe sich die mittlerweile schwere Erkrankung zum Tatzeitpunkt zwar noch in der Vorphase befunden. Dennoch sei angesichts der damals schon vorhandenen psychischen Beeinträchtigung von einer mittelschweren Schuldfähigkeit auszugehen.

«Richtiggehender Overkill»

Mit der Beurteilung der Tat als Mord folgte das Amtsgericht der entsprechenden Forderung der Staatsanwaltschaft, wohingegen die Verteidigung im Verfahren auf vorsätzliche Tötung plädierte. Aufgrund der «äusserst brutalen Vorgehensweise» und der «grossen Gefühlskälte», die der Täter bei seinem Vorgehen an den Tag legte, handle es sich hierbei klar um Mord, so Walser. «Der Täter hat sein Opfer nicht nur ermordet, es kam zu einem richtiggehenden Overkill.»

Denn auch als das Opfer längt wehrlos war, stach der Täter noch weiter zu und wechselte gar das Küchenmesser, als sich das erste aufgrund der zahlreichen Stiche verbogen hatte. Auch als das bereits schwerverletzte Opfer durch das Fenster der Parterrewohnung fliehen wollte, zog es der Täter wieder zurück in die Wohnung und stach abermals zu.

Zwar habe das Tatmotiv nicht genau geklärt werden können, so Walser. Im Raum standen diverse Umstände wie Geldprobleme oder respektloses Verhalten, das der ermordete Mitbewohner im Vorfeld gegenüber dem Täter gezeigt haben soll. «Fest steht aber, dass diese Motive allesamt von nichtiger Natur sind», sagte Walser.

Auch angesichts dieser niederen Beweggründe müsse man die Tat als Mord beurteilen. Die Aussage des Täters, das Opfer habe zuerst ihn mit einem Messer angegriffen, erachtete das Gericht mangels Schnittspuren am sichergestellten T-Shirt des Täters als unzutreffend.