Vor Bankrott bewahrt
11 Firmen zeichnen Aktien: International School Solothurn ist gerettet

Die International School in Solothurn kann weitergeführt werden. Seit Freitag hat sie 11 neue Aktionäre, einen neuen Verwaltungsrat, eine neue Geschäftsführerin sowie frisches Aktienkapital in der Höhe von 500'000 Franken.

Elisabeth Seifert
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Der International School in Solothurn laufen die Schüler davon – jetzt greift die Wirtschaft ein.

Der International School in Solothurn laufen die Schüler davon – jetzt greift die Wirtschaft ein.

Hanspeter Bärtschi

Mindestens zehn in der Region domizilierte Firmen sollten es sein, die sich an der International School Solothurn AG (ISSO) finanziell beteiligen. Gesteckt hat sich dieses Ziel Unternehmer Joseph Maushart.

Der Fraisa-Chef und Präsident des Industrieverbands Solothurn und Umgebung (Inveso) hat sich in den letzten drei Monaten intensiv um die Rettung der Privatschule an der Zuchwilerstrasse in Solothurn bemüht.

Und seine Bemühungen tragen erste Früchte: «Die Zukunft der ISSO ist gesichert», heisst es in einer Mitteilung, die im Anschluss an die gestrige Generalversammlung verschickt worden ist. Neben der Fraisa sorgen zehn weitere Aktionäre für ein Aktienkapital in der Höhe von insgesamt gut 500 000 Franken.

Die Fraisa selbst beteiligt sich an der Internationalen Schule mit 300 000 Franken. 210 000 Franken steuern die übrigen Firmen mit Beträgen zwischen 5000 und 30 000 Franken bei. Im neuen Aktionariat vertreten sind mit der Textilmaschinenherstellerin Itema (ex-Sulzer) in Zuchwil sowie der Bahntechnikspezialistin Arthur Flury AG in Deitingen auch international agierende Unternehmen. Aktien gezeichnet haben zudem etwa die AEK Energie AG, die Regiobank Solothurn AG oder die Glutz AG (siehe Kasten). «Die Schule ist auf diese Weise in der Wirtschaft breit verankert», sagt Josef Maushart gegenüber dieser Zeitung.

Verzicht auf Rückzahlung

Das neue Kapital kann dabei voll und ganz für den weiteren Aufbau der Schule verwendet werden. Alle bisherigen Aktionäre und auch Darlehensgeber haben auf das eingebrachte Geld verzichtet. Aufgrund der finanziellen Schieflage der ISSO war das Eigenkapital vollständig aufgezehrt. Am letzten Dienstag hat jetzt auch der Solothurner Regierungsrat den Verzicht auf die Rückzahlung des offenen Darlehens von 82 000 Franken beschlossen.

Das neue Aktionariat

AEK Energie AG, A. Flury AG, Architekturbüro E. Bornand, BCI Blösch Corporation AG, Borer Chemie AG, Fair Yin Holding AG, Fraisa SA, Glutz AG, ITEMA (Switzerland) Ltd., Ivo Bracher, Regiobank Solothurn AG sowie der Verein sovision espaceSolothurn. Zusammen haben diese Firmen frisches Aktienkapital in Höhe von 500'000 Franken gezeichnet. Daneben wird die ISSO AG auch durch die DePuy Synthes sowie die Scintilla Bosch AG unterstützt.

An der Generalversammlung der ISSO ist zudem der neue Verwaltungsrat gewählt worden. Josef Maushart selbst wird in der Anfangszeit das Präsidium übernehmen. Die fünf weiteren Personen im Verwaltungsrat decken, so Maushart, «ein breites Kompetenz-Spektrum» ab. Jane Melmuka, «Head Human Resources» und Site-Director der Spirig AG in Egerkingen, kenne die Bedürfnisse der internationalen Klientel der ISSO.

Spezifisches Wissen bringe auch Sonja Krapl mit, die bis Anfang Jahr im Volksschulamt für die Aufsicht über die Privatschulen zuständig war. Die Aufgabe von Marketing-Spezialistin Esther Luterbacher-Graf sei die bessere Positionierung der ISSO. Und Hanspeter Kocher, Stellvertreter von Josef Maushart in der Fraisa-Gruppe, wird sich um die finanziellen Belange kümmern.

Tagesschule für 4- bis 16-Jährige

Am Freitag hat schliesslich die neue Geschäftsführerin der ISSO, die 39-jährige Angela Wiprächtiger, offiziell die Leitung der Schule übernommen. Sie tritt die Nachfolge von Marianne und Andreas Boll an, den beiden bisherigen Schulleitern. Wiprächtiger hat Anglistik und Betriebswirtschaft studiert und in unterschiedlichen Funktionen beim Bund sowie beim Kanton Zürich gearbeitet. Dabei habe sie «umfangreiche Projekterfahrung im Bildungsbereich gesammelt», heisst es in der Mitteilung der ISSO.

Die ISSO verstehe sich als Schule mit einem breiten Leistungsfeld, betont Josef Maushart. Angesprochen werden keineswegs nur die Familien von Topmanagern, die sich für kurze Zeit in der Schweiz aufhalten. Zum Zielpublikum gehören vielmehr auch die vielen hier niedergelassenen mehrsprachigen Familien. Zudem verstehe sich die ISSO auch als ganz normale Tagesschule für 4- bis 16-jährige Kinder – «und zwar zu sehr wettbewerbsfähigen Bedingungen». Und schliesslich biete die Schule den Rahmen für einen ausgesprochen individualisierten Unterricht.

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