Corona-Massnahmen

100er Regel: So will der Kanton auch das Contact Tracing Team entlasten

Wollen Restaurants über 100 Gäste einlassen, so müssen sie beispielsweise den Innen- und Aussenbreich trennen - und dürfen in jedem Bereich dann je 100 bedienen. Für Bereiche, in welchen sich die Anwesenden vermischen könnten - etwa beim Gang zur einzigen Bar oder Toilette - müsste aber Maskenpflicht eingeführt werden.

Wollen Restaurants über 100 Gäste einlassen, so müssen sie beispielsweise den Innen- und Aussenbreich trennen - und dürfen in jedem Bereich dann je 100 bedienen. Für Bereiche, in welchen sich die Anwesenden vermischen könnten - etwa beim Gang zur einzigen Bar oder Toilette - müsste aber Maskenpflicht eingeführt werden.

280 Quarantänefälle auf einmal soll’s nicht mehr geben: Der Kanton Solothurn verschärft Coronamassnahmen am Mittwoch. Diesmal nicht alleine, sondern in Zusammenarbeit mit seinen Nachbarkantonen.

475 registrierte Coronaerkrankungsfälle gibt es im Kanton. Seit Mittwoch ist diese Zahl nicht angestiegen. Nach der Massenquarantäne in Grenchen – dort schickte ein Corona-Ignorant durch seinen Partybesuch rund 280 Personen in Quarantäne – gab es bis auf einen bereits bekannten Fall keine weiteren Neuansteckungen. Doch: Die Anzahl Personen, welche der kantonsärztliche Dienst aufgrund einer möglichen Ansteckung identifizieren und benachrichtigen müsse, habe sich «stetig erhöht». Und: In den kommenden Wochen sei zudem mit «steigenden Fallzahlen» zu rechnen. Das kommuniziert der Kanton am Mittwoch und rechtfertigt damit «erforderliche zusätzliche Massnahmen zur Eindämmung des Coronavirus.»

Und so sehen diese aus: Seit heute Donnerstag sind in Restaurants, Clubs und Bars nicht mehr 300, sondern noch 100 Gäste erlaubt. Betroffen sind Betriebe, in welchen «weder der Sicherheitsabstand noch Schutzmassnahmen ergriffen werden können». Das dürfte am ehesten Clubs betreffen – im Gegensatz zu beispielsweise Restaurants, die Tische in genügendem Abstand voneinander, oder aber Trennwände aufstellen können.

Gastwirtschaftsbetriebe dürfen aber mehr Leute hineinlassen; wenn sie etwa einen Garten haben, und den Innen- vom Aussenbereich trennen. In jedem Bereich sind dann wiederum maximal 100 Personen erlaubt. Mit verschiedenen Sektoren zu je 100 Personen müssen auch öffentliche Veranstaltungen arbeiten. Diese sind nach wie vor erst ab 1000 Personen verboten; mit der Ausnahme von Demos, die nach Bundesvorgaben auch in grösserem Rahmen, aber unter Maskenpflicht stattfinden können.

«Durchmischungen von Gästen aus den verschiedenen Bereichen sind, wenn immer möglich, zu vermeiden», präzisiert das Gesundheitsamt. Was wiederum vorwiegend für Clubs mit einem einzigen Eingangsbereich schwierig sein dürfte, aber auch für Restaurants, in welchen etwa ein einzelner Gang zu den Toiletten führt. Dazu das Gesundheitsamt: «Bereiche, welche von den Gästen aus verschiedenen Gastwirtschaftsräumen genutzt werden – etwa Eingangsbereiche, sanitäre Anlagen – sind von den Veranstaltenden so zu gestalten, dass die Abstandsregeln eingehalten werden können.» Ansonsten müssten die Verantwortlichen Abschrankungen aufstellen oder eine Maskenpflicht einführen.

Nebst diesen beiden grössern Neuerungen weist der Kanton zudem auf die Pflicht hin, Kontaktdaten von Gästen zu erfassen und zu überprüfen. Das gilt für Betriebe, in welchen Gäste auch stehen, seit dem 2. Juli.

In Solothurn bis Ende, im Aargau bis Mitte August

Die Verfügung dazu hat der Kanton noch alleine erlassen. Die neuen Massnahmen führt er gemeinsam mit den Kantonen Aargau, Baselland und Baselstadt ein. Wobei es zwischen den Verfügungen kleine Unterschiede gibt. Im Aargau etwa gelten die Vorgaben nicht für Restaurants. Und in Baselstadt dauern die Massnahmen bis Ende Jahr, in Solothurn bis «längstens 31. August 2020». Darauf angesprochen ist beim kantonalen Gesundheitsamt von einer «sehr guten Zusammenarbeit» mit den anderen Kantonen die Rede. «In den wesentlichen Punkten sind die Massnahmen in Übereinstimmung.» Im Zentrum stehe die «gemeinsame Stossrichtung zur Verhinderung des Wiederanstiegs und zur Stärkung und Entlastung des Contact-Tracings».

Laut Verfügung sollen die Massnahmen gar eine «Überlastung» des Teams verhindern. Weil gar nicht mehr als 100 Personen an eine Party können, müssten im Falle einer Infektion an einer Party auch «lediglich 100 Personen unter Quarantäne gestellt werden». Und nicht wie in den Fällen von Olten und Grenchen zusammengezählt rund 600 Personen.

Doch: «Falls sich die Lage in den nächsten Wochen nicht stabilisiert, müssten allenfalls weitere Massnahmen geprüft werden», hält der Kanton fest. Diese könnten «von einer Schliessung der Bars und Clubs, über eine Obergrenze für Veranstaltungen von maximal 300 Besucherinnen und Besuchern, bis hin zu einer Ausdehnung der Maskenpflicht reichen.»

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