Anerkennungspreis

10'000 Franken für Biodiversitäts-Pioniere: Kanton zeichnet Lebenswerk aus

Weiss enorm viel über Flora und Fauna auf Juraweiden - und gibt sein Wissen gerne weiter: Kuno Fluri (rechts im Bild). Hier spricht er vor Gästen aus Kanton und Bund auf dem Oberberg.

Weiss enorm viel über Flora und Fauna auf Juraweiden - und gibt sein Wissen gerne weiter: Kuno Fluri (rechts im Bild). Hier spricht er vor Gästen aus Kanton und Bund auf dem Oberberg.

Im Rahmen der Kunst- und Kulturpreise zeichnet der Kanton in diesem Jahr auch ein Biodiversitätsprojekt aus. Kuno und Beatrice Fluri-Wyler erhalten den Anerkennungspreis. Mit diesem will der Kanton nicht mehr länger zusätzliche Kunstschaffende ehren; sondern Lebenswerke auszeichnen.

Musik, Film, Theater – der Kanton vergibt alle Jahre wieder im Herbst Kunst- und Kulturpreise an Solothurner Kunstschaffende. In diesem Rahmen wird auch ein Anerkennungspreis verliehen. Was an der Liste der Preisträgerinnen und Preisträger auffällt: Der Anerkennungspreis wird dieses Jahr an «Pioniere der Biodiversität» vergeben. Das Ehepaar Kuno und Beatrice Fluri-Wyler, ursprünglich aus Balsthal, erhält den mit 10'000 Franken dotierten Preis. Sie haben vor Jahren das «Solothurner Modell» ins Leben gerufen – einfach gesagt ein Projekt, in dessen Rahmen Landwirte Geld erhalten, wenn sie auf ihren Juraweiden eines tun: nichts. Und so der Artenvielfalt mehr Platz geben.

Das Preisträger-Ehepaar: Beatrice und Kuno Fluri-Wyler.

Das Preisträger-Ehepaar: Beatrice und Kuno Fluri-Wyler.

Das Projekt hat Eindruck gemacht; auch andere Kantone haben das «Solothurner Modell» adaptiert, laut Staatsschreiber Andreas Eng hat auch der Bund abgeguckt und sich zu seinem Modell der Direktzahlungen – Landwirte erhalten Geld für gewisse Leistungen – inspirieren lassen. Was das Projekt mit Kunst oder Kultur zu tun hat, ist aus den Unterlagen der Staatskanzlei nicht ersichtlich. Auf Anfrage heisst es beim Staatsschreiber: «Direkt nichts. Das soll es aber auch gar nicht.»

Für Kunst gibt es genug Kategorien

Rückblick auf die Vergabe des Anerkennungspreises in vergangenen Jahren: Mal wurde eine Malerin ausgezeichnet, mal ein Kunstvermittler. Wie Eng es ausdrückt, kamen mit der Zeit immer mehr Personen aus dem Bereich Kunst und Kultur zum Handkuss, die keinen der Kunst- und Kulturpreise gewonnen haben, aber trotzdem ausgezeichnet werden sollten. Aber: «Wir haben ja in diesem Bereich eigentlich genug Kategorien», findet Eng.

So wolle sich der Regierungsrat, der den Anerkennungspreis vergibt, wieder zurückbesinnen auf den eigentlichen Sinn und Zweck des Preises: «Lebenswerke» will man damit auszeichnen. Personen würdigen, die im Kanton Aussergewöhnliches geleistet haben – sei das aus dem sozialen Bereich oder der Wirtschaft, oder eben, wie aktuell, aus dem Gebiet des Naturschutzes. So habe man ja auch schon vor Jahren – 1992 war das – den Initianten der «Swatch» den Preis überreicht.

«Jetzt, wo er 92 Jahre alt ist, dachten wir, es sei wirklich Zeit, den Preis Kuno Fluri und seiner Frau Beatrice zukommen zu lassen», so Staatsschreiber Andreas Eng. Das Thema Biodiversität sei im Moment sehr aktuell. «Die Fluris haben den Preis verdient – wenn man bedenkt, welch Pionierarbeit sie schon damals geleistet haben.» Dass der Anerkennungspreis gleichzeitig wie die Kunst- und Kulturpreise übergeben wird, sei gewollt, so der Staatsschreiber. Man habe seinerzeit definiert, dass dieser feierliche Event der «passende Anlass» sei, um auch den Anerkennungspreis zu verleihen.

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