eautoindex

1000 Leute pro Monat fragen Autonummern ab

Wem gehört dieses Auto? Antworten darauf kosten einen Franken.

Wem gehört dieses Auto? Antworten darauf kosten einen Franken.

Seit über einem Jahr ist es im Kanton Solothurn nicht mehr so einfach, an die Halterangaben eines Autos zu kommen. Jede Anfrage kostet. Damit wollten die Behörden missbräuchliche Abfragen unterbinden. Mit Erfolg.

«Es ist so wie wir erwartet haben. Die Internetabfragen sind deutlich zurückgegangen», sagt Ernst Anderwert vom Strassenverkehrsamt des Kantons Thurgau. Er koordiniert das Projekt «eautoindex» (siehe Kasten) und ist auch für die Auswertung verantwortlich. «Nachdem wir beim Gratisindex über alle Kantone gegen 80‘000 Abfragen monatlich zu verzeichnen hatten, werden

heute lediglich noch etwas über 5‘000 Abfragen pro Monat im Durchschnitt getätigt», weiss Anderwert.

In den einzelnen Kantonen liegen keine detaillierten Zahlen vor. Im Kanton Solothurn sollen pro Monat aber um die 1000 Autonummern abgefragt werden. Das sind also 1000 Menschen, die einen Franken bezahlen, um Informationen über den Halter eines Fahrzeuges zu erfahren.

Das Internet-Portal autoindex.sg.ch erlaubt es, die Autonummern abzufragen. Allerdings erst nach einer Registrierung.

Das Internet-Portal autoindex.sg.ch erlaubt es, die Autonummern abzufragen. Allerdings erst nach einer Registrierung.

«Aus reiner Neugierde»

Auch die Abfragen per SMS über die Nummer 939 haben abgenommen, wie Anderwert sagt. Während es im Solothurnischen zwischen 2007 und 2011 noch um die 76'000 Abfragen pro Jahr waren, sind es aktuell noch 66‘000. «Dies zeigt deutlich, dass viele Abfragen aus reiner Neugierde getätigt wurden.»

Die Hürde wurde ursprünglich errichtet, um missbräuchliche Abfragen zu minimieren. Das sei gelungen, meint Anderwert. «Wegen Missbrauchs hatten wir bisher keine Probleme und auch keine Beanstandungen».

Mehr Nummern gesperrt

Es gibt die Möglichkeit für Halter, ihre Autonummer zu sperren. Damit können andere selbst durch die Abfrage per «eautoindex» nicht auf Informationen zugreifen. Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Solothurn rund 2‘600 Halteradressen blockiert (1.8 Prozent der eingelösten Personenwagen), dies im Vergleich zum Vorjahr mit rund 1‘500 Sperrungen. «Diese Zunahme ist insbesondere eine Folge der Medienberichterstattung vor einem Jahr», schliesst Anderwert.

Damals löste die Berichterstattung insbesondere im Kanton Bern eine Flut an Sperrungen aus. Zwischen 20 und 30 Prozent liessen ihre Nummer blockieren.

Meistgesehen

Artboard 1