Regierungsrat
100’000 Franken für vier Entwicklungshilfe-Projekte

Der Solothurner Regierungsrat hat entschieden, vier Entwicklungshilfe-Projekte mit insgesamt 100‘000 Franken zu unterstützen. Die Gelder stammen aus dem Lotteriefonds.

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Vier Entwicklungshilfeprojekte werden mit insgesamt 100'000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt. Ein Projekt will die Gesundheitsdienste in Äthiopien stärken.

Vier Entwicklungshilfeprojekte werden mit insgesamt 100'000 Franken aus dem Lotteriefonds unterstützt. Ein Projekt will die Gesundheitsdienste in Äthiopien stärken.

Keystone

Berücksichtigt werden das Projekt «Gesundheit für Mütter und Kinder – Stärkung der Gesundheitsdienste in drei Distrikten in Äthiopien» von Women’s Hope International; das Projekt «Bildung für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche aus Armenquartieren, YMCA Kolumbien» von Horyzon; das Projekt «Ausbildungen in Ober-Swanetien, Georgien» von Pro Mestia Georgien und das Projekt «Nach dem Brand steht die Familie vor dem Nichts» der Stiftung Schweizer Berghilfe.

Der jährlich zur Verfügung stehende Budgetposten beträgt 100'000 Franken und wird vollumfänglich aus Mitteln des Lotterieertragsanteils finanziert. Mit der Ausarbeitung der Unterstützungsvorschläge ist das Amt für Kultur und Sport (AKS) beauftragt.

Bei der Ausarbeitung der Anträge und der Überprüfung der Projektanträge stützt sich das AKS auch auf Auskünfte der Direktion für Entwicklung und Zusammenarbeit und der Schweizerischen Zertifizierungsstelle für gemeinnützige, Spenden sammelnde Organisationen.

Die Projekte

«Gesundheit für Mütter und Kinder – Stärkung der Gesundheitsdienste in drei Distrikten in Äthiopien» von Women’s Hope International

Women’s Hope International (WHI) engagiert sich seit seiner Gründung in Äthiopien für die Verbesserung der Frauen- und Müttergesundheit vor Ort. Das Gesundheitssystem im Einsatzgebiet weist grosse Lücken auf. Insbesondere arme Familien und/oder Familien aus ländlichen Gebieten haben kaum Zugang zu qualifizierten Gesundheitsdiensten. Um die Dienste nachhaltig zu verbessern, arbeitet das Projektteam von WHI eng mit der äthiopischen Regierung zusammen. Dazu werden Hebammen und andere Gesundheitsfachkräfte geschult und die staatlichen Gesundheitsstationen aufgewertet. Daneben wird die Bevölkerung über Mütter- und Kindergesundheitsthemen sensibilisiert. 90‘000 Frauen im gebärfähigen Alter und 65‘700 Kinder unter fünf Jahren gehören zu den Begünstigten.

«Bildung für sozial und wirtschaftlich benachteiligte Jugendliche aus Armenquartieren, YMCA Kolumbien» von Horyzon

Die in Olten domizilierte Stiftung Horyzon setzt sich seit 1969 für Jugendliche ein, die von Armut, Gewalt und Abgrenzung betroffen sind, und führt weltweit Entwicklungsprojekte mit lokalen YMCA- und YWCA-Partnern (Young Men’s/ Women‘s Christian Association) durch. Das Programm bezweckt eine ganz-heitliche Ausbildung von sozial und wirtschaftlich benachteiligten Jugendlichen in den Bereichen Gesundheit, wirtschaftliche Eigenständigkeit und ziviles Engagement als Hilfe zur Selbsthilfe. Pro Jahr sind ca. 5‘000 Kinder und Jugendliche aus den ärmsten sozialen Schichten direkt vom Programm begünstigt. Davon werden jährlich ca. 1‘500 zu Jugendleitern ausgebildet, welche das Wissen weitergeben.

«Ausbildungen in Ober-Swanetien, Georgien» von Pro Mestia Georgien

Pro Mestia Georgien ist ein Zusammenarbeitsprojekt, welches seit 1998 in Ober-Swanetien, einem Hochgebirgstal im Grossen Kaukasus, Projekte auf mehreren Sektoren realisiert. Dabei handelt es sich um Hausbau, Landwirtschaft, zahnärztliche Grundversorgung und textiles Werken mit Mädchen und Frauen. Da kein anderes Hilfswerk in Ober-Swanetien tätig ist, wird die kontinuierliche Arbeit von Pro Mestia Georgien sehr geschätzt. Die Region Swanetien ist reich an Holz, das Wissen um die fachgerechte Holzverarbeitung fehlt jedoch. Dies soll durch den schrittweisen Aufbau eines Ausbildungsprogrammes in Holzbearbeitung geändert werden. Im landwirt-schaftlichen Bereich sind neben Schulungen auch der Bau von Gewächshäusern und Bienenstöcken geplant. In einer öffentlichen Textilwerkstatt können Mädchen und junge Frauen unter fachlicher Anleitung Kleidungsstücke her-stellen und flicken. Für junge und ältere Schulmädchen gibt es ein Sonder-programm, um sie allmählich in die textilen Techniken einzuführen.

«Nach dem Brand steht die Familie vor dem Nichts» der Stiftung Schweizer Berghilfe

Der Verlust ihres Stalls durch einen Brand trifft eine Familie in Bergheim in den Flumserbergen schwer. Da der jüngste Sohn später den Hof übernehmen möchte, wird der Bau eines moderneren, geringfügig grösseren Laufstalls geplant. Der Sohn hat als Erstberuf Zimmermann gelernt und daher ist eine grosse Eigenleistung möglich. Aufgrund der steilen Berglage sind laut den Bauexperten umfangreiche Stützmauern nötig, welche durch eine Baufirma erstellt werden müssen. Diese Verteuerung übersteigt den Betrag der Gebäudeversicherung und es bleibt eine finanzielle Lücke. (mgt)

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