Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik
10 Menschen ermordet - die Hälfte im Kontext der Häuslichen Gewalt

Im Jahr 2013 wurden im Kanton Solothurn insgesamt 22‘015 Straftaten polizeilich erfasst - 1329 weniger als im Vorjahr. Auch bei den Unfällen hat die Polizei einen Rückgang registriert.

Merken
Drucken
Teilen
In fünf Fällen Häuslicher Gewalt kam es zu Mord (Symbolbild)

In fünf Fällen Häuslicher Gewalt kam es zu Mord (Symbolbild)

zvg

Leicht zugenommen haben die Straftaten gegen Leib und Leben (Tötungsdelikte und Tätlichkeiten), wie aus der am Mittwoch publizierten der Kriminal- und Verkehrsunfallstatistik 2013 hervorgeht. Diese Zunahme ist vor allem auf eine Zunahme bei den Tätlichkeiten zurückzuführen.

Mit zehn Tötungsdelikten, wovon fünf vollendete, liegt die Anzahl dieser schwersten Delikte wieder leicht über dem Durchschnitt.

Knapp 90 Prozent dieser Delikte konnten aufgeklärt werden. «Dies liegt auch daran, dass die Kantonspolizei Solothurn solche Delikte bei der Bearbeitung priorisiert und die vorhandenen Ressourcen gezielt zu deren Aufklärung einsetzt», so die Kantonspolizei.

Mehr Einbrüche

2013 wurden hingegen weniger Diebstähle und Skimming-Fälle begangen. Insgesamt wurden in diesem Bereich 12'170 (2012: 14'013) Straftaten registriert.

Im Bereich der unbefugten Datenbeschaffung konnte erstmals seit ein paar Jahren ein Rückgang festgestellt werden. Wurden im Jahr 2010 noch sieben solche Straftaten registriert, waren es im Jahr 2011 deren 75 und im Jahr 2012 119. 2013 mussten lediglich noch 32 solcher Straftaten verzeichnet werden. «Es scheint, dass die zahlreichen Präventionsveranstaltungen hinsichtlich des Phänomens ‹Skimming› erfolgreich waren und dieses Delikt weit weniger ausgeübt wird als in den Vorjahren», schreibt die Polizei.

Was hingegen leicht anstieg, sind die Einbrüche (von 1'885 auf 1‘950). Raubdelikte verzeichneten eine starke Abnahme auf 40 (2012: 54) Straftaten.

Andererseits sind die Fahrzeugaufbrüche, die Taschen-, Laden- und Einschleichediebstähle im zweistelligen Prozentbereich zurückgegangen.

Mehr Fälle wegen «Sexting»

Mit 214 Straftaten gegen die sexuelle Integrität blieben die Zahlen auf hohem Niveau stabil.

Zugenommen haben Fälle von Pornografie. Dies rührt laut Polizei von einer wieder verstärkt wahrgenommenen Monitoringtätigkeit durch die Kobik (Koordinationsstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität) und in Folge vermehrten Verdachtsmeldungen an die Polizei. Zudem seien mehr Fälle verzeichnet worden, die in Zusammenhang mit dem so genannten «Sexting» (Verschicken intimer Fotos) stehen.

Weil die Polizei vermehrte Kontrollen im Bereich des Betäubungsmittelsgesetzes machte, wurden auch mehr Anzeigen eingereicht: 2‘197 waren es 2013, im Vorjahr noch 1'888.

2013 setzte die Kantonspolizei Solothurn einen Schwerpunkt in die Bekämpfung des Drogen-Strassenhandels, was sich in der Anzahl der angezeigten Straftaten wiederspiegelt.

Häusliche Gewalt nimmt zu

Die Anzahl Fälle von Häuslicher Gewalt ist um 11 Prozent auf 759 (2012: 681) angestiegen. Auffallend: Fünf der zehn 2013 begangenen Tötungsdelikte wurden in diesem Bereich verzeichnet.

Andere schwere Delikte im Rahmen von Häuslicher Gewalt hätten laut Polizei eher leicht abgenommen. «Es zeigt sich nach wie vor, dass Häusliche Gewalt ein weit in alle Gesellschaftsschichten verbreitetes Phänomen darstellt», kommt sie zum Schluss.

Weniger Verkehrsunfälle

Neben Zahlen zur Kriminalität im Kanton hat die Polizei am Mittwoch auch erklärt, wie es um die Verkehrsunfallstatistik 2013 steht.

Kurz gesagt: 2013 gab es auf den Strassen des Kantons Solothurn
- erneut weniger Verkehrsunfälle (2013 wurden 1'269 Unfälle polizeilich registriert. Das sind 158 Verkehrsunfälle weniger als im Vorjahr. Im Innerortsbereich sanken die Verkehrsunfälle um 74 auf 798 Unfälle. Im Ausserortsbereich ist die Anzahl im direkten Vergleich zum Vorjahr von 281 auf 226 gesunken. Auf den Autobahnen ist der gleiche Trend festzustellen. Die Zahl der Verkehrsunfälle sank um 10,6%, von 274 auf 245.)
- erneut weniger schwer- und leichtverletzte Unfallopfer
- gleich viele Verkehrsunfalltote wie 2007 (Mit 13 Todesopfern mussten im vergangenen Jahr so viele Verkehrstote beklagt werden wir zuletzt vor 6 Jahren)
- Am meisten Unfälle durch Missachten des Vortritts (Wie bereits in den Vorjahren ist auch 2013 die Ursache «Missachten des Vortrittrechts» wieder die häufigste Unfallursache im Kanton Solothurn. Unfälle wegen «Geschwindigkeit» nahmen weiter ab)
- mehr Unfälle mit der Ursache «Alkohol» (Polizei registrierte im letzten Jahr 117 Ereignisse. Allgemein hat die Polizei wieder mehr alkoholisierte Fahrer festgestellt.)

Mit einem Anteil von 14,2% zählt die Altersgruppe der 20-24 Jährigen nach wie vor zu den häufigsten Verursachern von Unfällen mit Personenschaden. (ldu)