Feuerwerkverkauf
1.-August-Raketen: Noch hoffen Detailhändler und Kunden auf grünes Licht

Obwohl für den 1. August ein Feuerverbot droht, liegen die Feuerwerksverkäufe nicht überall auf Eis. Keller Fahnen in Biberist hat den schweizweit grössten Verkauf gestartet.

Marina Stalder
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Andrea Andreotti, Leiter Marketing und Einkauf bei Keller Fahnen, hofft, dass das Feuerwerksverbot im Kanton nicht kommt.

Andrea Andreotti, Leiter Marketing und Einkauf bei Keller Fahnen, hofft, dass das Feuerwerksverbot im Kanton nicht kommt.

Hanspeter Baertschi

Lautes Knallen und farbenfrohe Feuerwerkstöpfe am Himmel – für viele Feuerwerksfreunde führen Nationalfeiertag und Feuerwerk beinahe eine symbiotische Beziehung. In diesem Jahr wird ihre Vorfreude jedoch getrübt.

Seit dem 9. Juli herrscht im Kanton Solothurn ein absolutes Feuerverbot im Wald und in Waldesnähe und die Ausdehnung auf ein generelles Feuerverbot für den 1. August scheint nicht mehr abwendbar, wie das Amt für Militär und Bevölkerungsschutz bereits am Freitag bestätigte. Heute Montag wird definitiv entschieden, ob der Bundesfeiertag ruhig bleibt oder sich die Solothurner ihrer Raketen erfreuen können.

Feuerverbot: Übertretungen lohnen sich nicht

Wenn für den 1. August ein vollumfängliches Feuerverbot entschieden wird, sollte dieses Verbot nicht gebrochen werden. Das Missachten des Verbots kann nämlich laut Gebäudeversicherungsgesetz des Kantons Solothurn mit 40–300 Franken gebüsst werden. Doch auch wenn kein allgemeines Feuerverbot beschlossen wird, sollte man Vorsicht walten lassen und mit Feuer und Feuerwerkskörpern am 1. August und in nächster Zeit umsichtig umgehen.

Die Welt der Feuerwerksfreunde

Raketen, Vulkane, Batterien; der Aussenverkauf der Keller Fahnen AG lässt jedes Feuerwerksfanherz höher schlagen. «Wir führen weitaus mehr verschiedene Sorten an Feuerwerkskörpern als der Detailhandel dies macht. Wir haben sogar Vulkane, die eigens für uns angefertigt werden», erklärt Andrea Andreotti, Leiter Marketing und Einkauf der Keller Fahnen AG in Biberist, bei einem kurzen Rundgang durch das Verkaufszelt.

Die Keller Fahnen AG, welche sich besonders durch saisonale Produkte rund ums Haus sowie Fahnen und Blachen einen Namen in der gesamten Schweiz gemacht hat, führt das schweizweit grösste Sortiment an Feuerwerkskörpern und hat den Verkauf am Donnerstag gestartet.

Feuerwerksverkauf bei den Detailhändlern

Coop und Migros warten, Rückgaberecht bei Manor

Auch die Grossverteiler setzen sich mit dem drohenden Verkaufsverbot auseinander. Coop etwa wartet momentan ab. «Mit dem Verkauf von Feuerwerksköpern wird in den Solothurner Coop-Filialen momentan gewartet und die Situation wird heute nach der Entscheidung des Kantons neu beurteilt», sagt Benjamin Schweingruber, Mediensprecher der Verkaufsregion Bern. Die Solothurner Manor-Filialen haben am Donnerstag bereits mit dem Verkauf von Feuerwerk gestartet. «Der Verkauf wird aber der Situation entsprechend flexibel geplant und Kunden können bereits gekaufte Feuerwerksartikel bis zum Freitag, 31. 7., zurückgeben», sagt Mediensprecherin Elle Steinbrecher.

Migros dagegen hat die Solothurner Filialen angehalten, die Ware zurückzuhalten. «Wir wollen mit dem Verkauf bis zum definitiven Entscheid des Kantons am Montagabend warten. Wir haben viel Verständnis für die Feuerverbotsmassnahmen, die bis jetzt ergriffen wurden, und würden eine Ausweitung auf ein generelles Verbot nachvollziehen können», erklärt Andrea Bauer, Mediensprecherin der Migros Genossenschaft Aare. Der Migros würde zwar viel Umsatz entgehen, das nichtverkaufte Feuerwerk könne aber dem Lieferanten komplett zurückgesendet werden. (MSB)

«Sonst essen wir halt mehr»

Über das drohende, generelle Feuerverbot in Solothurn macht sich auch Andrea Andreotti Gedanken. «Wir sind froh, dass es am Wochenende geregnet hat, aber ausreichen wird dies wahrscheinlich nicht. Ich habe selten so fest auf Regen gehofft.» Die Geschäftsleitung der Keller Fahnen AG wird heute aber auf jeden Fall die kantonale Entscheidung und somit auch das weitere Vorgehen besprechen. «Wir werden bei einem allfälligen Feuerverbot wohl das Sortiment eingrenzen und einiges an Material bereits an den Lieferanten zurückschicken. Weil wir aber auch Dekorationsmaterial im Sortiment haben, werden wir den Verkauf nicht abbrechen.»

Die Kunden, die bereits Feuerwerkskörper gekauft haben, können die Ware bei einem Feuerverbot retournieren. Andreotti sagt aber, dass auch eine Lagerung der Ware unproblematisch wäre. «Dank der sicheren Verpackungen kann bei den heutigen Raketen beinahe nichts mehr passieren.» Die Verantwortung für den Gebrauch des Feuerwerks liegt aber bei den Kunden. «Verbote müssen beachtet werden und wenn kein Verbot herrscht, muss Vorsicht stets das oberste Gebot sein.»

Was Andreotti am 1. August machen wird, falls das generelle Feuerverbot im Kanton Solothurn heute ausgesprochen wird? «Für uns ist der 1. August ein Familientag, an dem sich die ganze Verwandtschaft trifft. Und wenn wir kein Feuerwerk abfeuern dürfen, dann essen wir halt einfach mehr!»