Kunst- und Kulturpreis
Kanton Solothurn ehrt seinen Jazzer Umberto Arlati

Im Stadttheater Oltern übergab Landammann Walter Straumann im Namen der Regierung die Solothurner Kulturpreise 2010. Er zeichnete 10 Künstler aus, der Hauptpreis ging an den Jazztrompeter Umberto Arlati. Dazu gab es viele Gedanken zur Kultur.

Christian von Arx
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Die Preisträger

Die Preisträger

Solothurner Zeitung

Die zehn Preisträger

Die wichtigste Auszeichnung, der mit 20 000 Franken dotierte Kunstpreis des Kantons Solothurn, geht dieses Jahr an den Oltner Jazzmusiker Umberto Arlati (79), den «Wegbereiter des Modern Jazz», wie es in der Laudatio heisst. Daneben hat der Regierungsrat acht Auszeichnungspreise von je 10 000 Franken an Kulturschaffende vergeben: Der Schauspieler, Regisseur, Sprecher und Produzent Beat Albrecht (67, Solothurn) erhält den Preis für Theater; der Hochschullehrer Urs Bitterli (75, Gränichen, Bürger von Wisen) den Preis für Literatur; der Schauspieler, Regisseur und Autor Georg Darvas (59, Arlesheim, Gründer des Neuen Theaters am Bahnhof in Dornach) den Preis für Theater; der Fotograf Robert Grogg (53, Wiedlisbach) den Preis für Fotografie; der Lautenist Yasunori Imamura (57, Oberbuchsiten) den Preis für Musik; die Künstlerin Verena Kälin-Squaratti (65, Olten) den Preis für bildende Kunst; der Künstler Roland Nyffeler (49, Olten) den Preis für bildende Kunst und die Galerie Rössli, Balsthal, den Preis für Kulturvermittlung. Ausserdem zeichnet der Regierungsrat dieses Jahr den Unternehmer und Gründer des Classic Openairs, Dino Arici (77, Solothurn), mit einem Anerkennungspreis aus. (otr)

Dass Olten ein guter Nährboden für kulturelles Wirken und Werken ist, offenbare sich auch in vier Preisträgern, die Oltner seien oder über Oltner Wurzeln oder «oltnernahe Beziehungen» verfügten: Kunstpreisträger Umberto Arlati, Urs Bitterli, Verena Kälin-Squaratti und Roland Nyffeler. Unerwähnt liess der Regierungsmann ein anderes, nicht minder auffälliges Merkmal: die internationale Herkunft der Preisträger. Unter deren zehn sind ein Italiener (Umberto Arlati), ein Österreicher (Georg Darvas), ein Japaner (Yasunori Imamura) und sogar zwei Walliser (Beat Albrecht und Verena Kälin-Squaratti) ...

Porträts in Wort und Bild

Unter der Regie von Heinz L. Jeker-Stich, dem Präsidenten des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung, würdigten nun Mitglieder des Kuratoriums die Preisträger; für Dino Arici übernahm diesen Part Staatsschreiber Andreas Eng. Wunderbare Schwarz-Weiss-Aufnahmen des Oltner Fotografen André Albrecht vermittelten dem Publikum starke Eindrücke von den ausgezeichneten Persönlichkeiten. Im Namen der Preisträger bedankte sich der Dornacher Theatermann Georg Darvas mit einer sorgfältigen Rede für die Wertschätzung, wie sie in der Preisverleihung ausgedrückt werde. Er berichtete von einem Musiktheaterprojekt, das seine Ko-Direktorin Johanna Schwarz und er kürzlich mit Kindern und Jugendlichen im ökonomisch und sozial verwahrlosten Kosovo realisieren konnten. Dessen junge Bevölkerung könne vor allem mit Kultur ihr vom Krieg verschüttetes Potenzial entfalten. «Es ist nichts perdu, wenn man in Menschen und ihr Kreativpotenzial investiert. Im Gegenteil. Dies ist der wahre Mehrwert.» Darvas ermutigte die Preisverleiher, weiterhin in Künstler zu investieren: «Sie werden wahrnehmen, dass Gesellschaft und Ökonomie gedeihen, wenn der Mensch schöpferisch sein darf.» Liebend gern hätte man an der Feier auch ein paar musikalische Töne des sichtlich erfreuten Kunstpreisträgers «Umbi» Arlati gehört. Doch er wurde würdig vertreten von der jungen Oltner Jazzband Eigenbrot (Samuel Blatter, Marco Nenniger, Reto Eisenring).