Detailhandel
Jungunternehmer Berg will mit Mojo ins Ausland expandieren

Im vergangenen Jahr wurden in der Schweiz über 4 Millionen Flaschen Mojo verkauft. Die natürliche Fruchtlimonade hat Björn Berg aus Feldbrunnen erfunden. Er freut sich über den Erfolg und will jetzt ins Ausland exportieren.

Andreas Toggweiler
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Björn Berg mit seinen Mojo-Drinks .

Björn Berg mit seinen Mojo-Drinks .

Solothurner Zeitung

Es schmeckt fruchtig, ist sowohl gekühlt als auch ungekühlt ein guter Durstlöscher und ist in verschiedenen Aromen bald überall in der Schweiz zu kaufen. Mit Mojo hat Björn Berg vor nunmehr sechs Jahren einen Geschmack getroffen, der immer mehr Konsumenten zusagt. «Als ich damals von einem längeren Auslandaufenthalt in die Schweiz zurückkam, bekam ich hier einfach nichts zu trinken, das nicht entweder viel zu süss war, oder unangenehm viel Kohlensäure hatte», erinnert sich Berg. «Ich begann dann selber aus Fruchtsäften und Mineralwasser Mischungen auszuprobieren, die mir besser schmeckten.»

Als er die ersten vier Geschmacksrichtungen zusammen hatte, wollte er wissen, wie das Getränk bei anderen ankam. Er liess 40 Paletten davon herstellen und lieferte die Getränke im Eigenvertrieb aus. «Mein erster Kunde war ‹Baseltor›-Wirt Franz Herger.» Bald kamen auch das ‹Solheure› und das Golfrestaurant Wylihof dazu sowie die ersten Trendlokale in Bern

Ein weiter Weg bis in die Migros

Bis zur den Migros-Verkaufsregalen war es aber noch ein weiter Weg. Doch Berg nahm ihn in Angriff. Denn schliesslich stammt er aus einer Familie von Geschäftsleuten. Sein Vater, Truls D. Berg war Attisholz-Chef, sein Bruder Nicolas Berg Internet-Börsenpionier («Borsalino»).

«Und ich bin eigentlich Jurist», lacht Björn Berg. Er arbeitete früher auf einer Grossbank und nach seinem MBA beim renommierten IMD in Lausanne für Swisslog in der Schweiz und in den USA. Apropos Logistik: Die ersten 200000 Flaschen Mojo lieferte Berg selber mit dem Auto bei den Wirten aus; etwas, was er auch heute in der Region noch gerne persönlich macht. «Es verschafft mir direkte Begegnungen mit den Kunden. Das ist gut für den ‹Bodenkontakt›.»

Bald zeigte sich, dass das Getränk in der Gastroszene gut aufgenommen wird, obwohl Wirte oft mit Knebelverträgen an einen Getränkelieferanten, beispielsweise eine Brauerei, gebunden sind. Berg hielt sich somit eher an junge Trendgastronomen, die unabhängig bleiben wollen und deren Publikum auf natürliche Produkte steht.

Ohne Konservierungsmittel

Und da kommt Berg auf den Inhalt von Mojo zu sprechen. «Es enthält keine Konservierungsmittel und wird nur mit natürlichem Fruchtzucker gesüsst», betont er. «Gesunde Ernährung bedeutet mir viel und da habe ich auch einen gewissen persönlichen Ehrgeiz», betont der ehemalige Skirennfahrer, der bis zum Alter von 19 Jahren Junioren-Weltcuprennen fuhr. «Der Fruchtzucker geht weniger schnell ins Blut, wirkt dafür aber nachhaltiger.»

Im 2. Jahr nach der Lancierung betrug der Verkauf schon 500000 Flaschen. Mojo wurde damals noch ausschliesslich in Glas ausgeliefert. Die Ausweitung auf die von der Kundschaft immer mehr gewünschte PET-Verpackung erforderte neu eine Abfüllung auf einer speziellen kalt-aseptischen Anlage bei der Firma Thurella. Dafür nahm mit diesem Schritt der erste Detailhändler Mojo ins Sortiment auf: «Auch hier machte Manor Solothurn den ersten Schritt», erzählt Berg. Es folgten Loeb, Jelmoli, Marinello und schliesslich auch der Schweizer Detailhandels-Marktführer Migros, der die Drinks seit 2009 schweizweit im Sortiment hat. Seither kamen auch noch Pistor, Spar und die Marché-Restaurants (Autobahnen) dazu sowie der Catering-Konzern Compass-Group, der namhafte Kantinen betreibt. Abgefüllt wird Mojo heute in Hochdorf und Bischofszell. Die Fruchtkonzentrate werden von einer Aargauer Firma hergestellt.

Eien kleine Firma geblieben

Mojo AG ist personell eine kleine Firma geblieben. «Ich arbeite zu rund 80 Prozent für Mojo, habe einen Aussendienstmitarbeiter und jemanden, der mir nebenbei die Buchhaltung macht. Mein Bruder Andreas hilft mir zudem bei den Auslieferungen.» Das ist schon alles. «Es hält uns flexibel und die Kosten niedrig.» Auch das Logo, ein Zwischending zwischen einer Blume und einer Keith-Haring-Figur, hat Berg selber entworfen. Das Büro ist in einem Wohngebäude in Feldbrunnen untergebracht, die meisten Drinks werden von der Abfüllanlage direkt zu den Kunden gebracht.

Jetzt, wo jährlich über 4 Mio. Flaschen mit insgesamt sechs Aromen verkauft werden (je drei mit und ohne Kohlensäure), könnte Berg, der Vater von vier Kindern ist und in Feldbrunnen lebt, kürzertreten. Doch Freude am Tüfteln von neuen Geschmacksrichtungen hat er immer noch. Er «erfindet» am liebsten in seiner privaten Küche. Cranberry-Apple mit wenig Kohlensäure kam kürzlich neu auf den Markt, weiter auch das stille Wasser Dragonfruit. «Eine exotische Frucht aus Thailand, die vom Aroma her etwa wie eine Mischung von Cranberry und Himbeere schmeckt», sagt Berg.

Eine Expansion ins Ausland wird jetzt zum Thema, wie Berg bestätigt. In Holland kann man Mojo schon bald kaufen, weitere Märkte würden ins Auge gefasst. Wichtig sei ihm dabei, dass das Produkt sein natürliches Image behält. Er propagiere es deshalb auch nicht als Mischgetränk mit Alkoholika, obwohl ein Barmixer durchaus Verwendung dafür hätte. Überhaupt hat er bisher praktisch keine Werbung für Mojo gemacht. Vorstellen kann sich Berg, dass dereinst auch andere Nahrungsmittel, beispielsweise ein gesunder Schokoriegel, unter dem Mojo-Logo hergestellt wird.

www.mojo.ch