AKW-Debatte
Junge Grüne gründen Verein gegen Bau neuer AKWs

Um konkret gegen den Bau eines neuen AKW vorgehen zu können, haben Juso und Junge Grüne wie angekündigt einen Trägerverein für eine kantonale Volksinitiative gegründet. Der Verein will auch in anderen Kantonen aktiv werden.

Cyril Lüdi
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Der Vorstand (v.l.): Alice Schmid (Juso), Cyrill Bolliger (Junge Grüne), Laura Villiger (Juso), Jeremias Ambühl (Juso), Christof Schauwecker (Junge Grüne), Magdalena Röösli (Junge Grüne). ccl

Der Vorstand (v.l.): Alice Schmid (Juso), Cyrill Bolliger (Junge Grüne), Laura Villiger (Juso), Jeremias Ambühl (Juso), Christof Schauwecker (Junge Grüne), Magdalena Röösli (Junge Grüne). ccl

Solothurner Zeitung

Cyrill Bolliger (Junge Grüne) und Yves Fankhauser (Juso) führten die 19 frisch eingeschriebenen Mitglieder und mehrere Gäste aus anderen Parteien – darunter SP-Nationalrätin Bea Heim und alt SP-Nationalrat Rudolf Rechsteiner – durch den Abend.

«Ein wichtiges Ziel dieses Vereins soll die Ausweitung dieser Bewegung auf andere Kantone sein», erklärte Cyrill Bolliger. Da über die Rahmenbewilligungen für das neue AKW allerdings auf Bundesebene abgestimmt wird, kann eine kantonale Initiative der Jungpolitiker nicht direkt gegen den Bau eines neuen AKW vorgehen. Dazu Bolliger: «Alles, was wir erreichen können, ist, die Solothurner Behörden dazu zu verpflichten, mit allen möglichen Mitteln gegen den Bau neuer AKW im Kanton vorzugehen.» Dies sei das eigentliche Ziel der anstehenden Initiative. Der genaue Wortlaut des Initiativtextes soll vom neu gewählten Vorstand in der nächsten Zeit ausgearbeitet werden. Der Zeitpunkt der Lancierung der Initiative wurde provisorisch auf August dieses Jahres festgelegt.

Der Verein und die Initiative sollten ursprünglich einmal gegen ein Endlager im Kanton Solothurn vorgehen. «Wir wollten uns dann aber nicht auf den Müll, sondern auf dessen Ursache – das AKW – konzentrieren», gab Bolliger als Grund für die Richtungskorrektur an.

Der Name: «Stopp Gösgen 2»

Die Wahl des Vereinsnamens – der sogleich auch als Name der Initiative fungieren soll – nahm einige Zeit in Anspruch. Nachdem man sich sehr schnell per Abstimmung auf «Solothurn Atomfrei» geeinigt hatte, startete ein Rückkommensantrag die Diskussion von neuem. Da einige Mitglieder den Namen «Stopp Gösgen 2» als konkreter und eingängiger befanden, gewann er die Abstimmung gegen «Solothurn Atomfrei» mit 10 zu 6 Stimmen. In den Statuten ist festgelegt, dass sich der Verein gegen den Bau neuer Atomkraftwerke im Kanton Solothurn einsetzt: «Er tut dies namentlich, indem er als Träger und Initiant einer kantonalen Volksinitiative im Kanton Solothurn fungiert.» Finanzieren will sich der Verein in erster Linie durch Spenden. Der Vorstand setzt sich zusammen aus Cyril Bolliger (Co-Präsident, Junge Grüne, Hessigkofen), Alice Schmid (Co-Präsidentin, Juso, Biberist), Christof Schauwecker (Sekretär, Junge Grüne, Solothurn), Jeremias Ambühl (Kassier, Juso, Solothurn), Magdalena Röösli (Beisitz, Junge Grüne, Aedermannsdorf) und Laura Villiger (Beisitz, Juso, Zuchwil). Bis jetzt gab es noch keine Kandidaturen von allfälligen Partnerorganisationen für die dafür vorgesehenen fakultativen Beisitze.

Gegen Ende des Anlasses hielt Rudolf Rechsteiner ein Referat gegen die AKW. Er wies daraufhin, dass Atomenergie mehr und mehr von erneuerbaren Energien verdrängt wird. Neue AKW seien nur noch wegen Korruption im Parlament und Druck von der Atomlobby im Gespräch.