Blasmusik
Junge Brasser feilen an den Harmonien

Zum zehnten Mal führt der Verband eine Lagerwoche in Zweisimmen durch. Im Lager sind derzeit 70 Jugendliche, die sich auf eine A- und eine B-Band verteilen. Beide erarbeiten je ein Konzertprogramm, das sie an zwei Konzerten vortragen werden.

Hans Blaser
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Junge Brasser feilen an Harmonien
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 Gesamtprobe der A-Band im Freien.
 Registerprobe.
 Gesamtprobe der A-Band im Freien.
 Registerprobe Solo-Cornets der A-Band.
 Registerprobe Flügelhorn und Althörner der A-Band.
 Tag der offenen Tür bei der B-Band.
 Gesamtprobe der B-Band.

Junge Brasser feilen an Harmonien

Solothurner Zeitung

Der Solothurner Blasmusikverband beging 2002 sein 100-Jahr-Jubiläum mit verschiedenen Anlässen. Den Schwerpunkt richtete er auf die Musikwoche, in der gleich mehrere Anlässe durchgeführt wurden. Darunter sollte unbedingt einer der Jugend vorbehalten sein. Hans Burkhalter regte in der Musikkommission die Durchführung einer Lagerwoche an. Gedacht waren ein Lager für Brass Band und eines für Blasorchester.

Die Ausschreibung brachte aber nicht das erwartete Echo. Für ein Harmonielager reichten die Anmeldungen nicht. Ein Brass-Band-Lager konnte hingegen durchgeführt werden. Das kam dermassen gut an, dass sogleich eine Weiterführung gefordert wurde. Seither gab es tatsächlich jedes Jahr ein Lager, momentan das zehnte. Einen Versuch, ein Harmonielager durchzuführen, gab es seither nicht mehr. Das ändert sich nun gerade. Der Verband wird für 2012 erstmals wieder auch ein Harmonielager ausschreiben. Die bisherige Entwicklung der Brass-Band-Lager gibt ihm Grund zu Optimismus.

Gepflegte Konzertvorträge bauen

Ein Besuch im Lager der Brasser in Zweisimmen vermittelte einen Einblick in den Tagesablauf. Das konnten schon die rund 60 Personen, vorwiegend Angehörige, welche am Sonntag den Tag der offenen Tür nützten, der aus Anlass des kleinen Jubiläums ermöglicht wurde. Für den eigentlichen Lagerbetrieb verantwortlich sind Hauptleiter Markus Nussbaumer und Monika Bloch. Für die wichtige kulinarische Betreuung sorgt eine dreiköpfige Küchenmannschaft. Sie alle werden von den Lagerteilnehmern für ihre ausgezeichnete Arbeit gerühmt.

Im Lager sind derzeit 70 Jugendliche, die sich auf eine A- und eine B-Band verteilen. Beide erarbeiten je ein Konzertprogramm, das sie an zwei gemeinsamen Konzerten vortragen werden. Seit jeher wurden immer namhafte Gastdirigenten gesucht für diese Aufgabe. Seit es die Teilung in zwei Bands gibt, waren es immer zwei. Diesmal sind es Armin Bachmann für die A-Band und Christoph Luchsinger für die B-Band. Sie sind es, welche massgeblich auch das Programm ihrer Band bestimmen, allerdings in Absprache mit der Lagerleitung. Dort ist für die musikalischen Belange Hans Burkhalter zuständig.

Entweder ein Leistungsblatt aus dem Vorjahr oder das Ergebnis der Eintrittsprüfung entscheiden mehrere Wochen vor dem Lager über die Verteilung der beiden Besetzungen. Danach erhalten die Teilnehmer individuell die Musiknoten, die sie zu spielen haben, also ihre entsprechenden Stimmen. Die sollten sie bei Lagerbeginn zumindest technisch beherrschen. Es braucht danach aber noch viel Arbeit, daraus gepflegte Konzertvorträge zu bauen.

Mit Gesamtproben entwickeln die Dirigenten fast Takt um Takt das Gefüge der einzelnen Register stetig weiter. Dabei richten sie ihr Augenmerk immer auf das ganze Stück. Spieltechnische Forderungen und Wünsche für einzelne Bläser oder ganze Register geben sie an die Registerleiter weiter. Diese sechs Registerlehrkräfte, alle Experten auf ihren Instrumenten, versuchen an den Registerproben ihre Register den Wünschen der Chefs entsprechend zu formen. Als Spezialisten auf ihrem Instrument können sie bei Bedarf auch technisch helfen und kennen alle Tipps und Tricks.

Genügend Erholungsphasen

Logischerweise prägen Musikproben die Tage im Lager. Weil musizieren recht anstrengend ist, wird auch auf Abwechslung und Erholung Wert gelegt. Die Teilnehmer werden zwar physisch gefordert, aber nicht überfordert. So wurde am Dienstagmittag eine zusätzliche Stunde Ruhe verordnet und der Mittwochnachmittag ist traditionell spielfrei. Gesamtproben im Freien, wie sie die A-Band am Dienstag beim Flugplatz abhalten konnte, sind musikalisch wertvoll und werden sehr geschätzt. Dirigent Armin Bachmann äusserte sich sehr zufrieden über seine A-Band. Sie habe sich gegenüber dem Vorjahr nochmals verbessert. Tatsächlich versprechen die Proben einen lohnenden Konzertauftritt. Der wird ebenfalls aus Anlass des kleinen Jubiläums am Sonntag in Wolfwil mit dem Konzert einer Ehemaligen-Band erweitert.

Die Konzerte beider Bands: Samstag, 6.August, um 20 Uhr Konzertsaal Solothurn und Sonntag, 7. August, um 19.30Uhr, Mehrzweckhalle Wolfwil.