Literatur
Jungautoren mit beachtenswert reifen Texten

Zum dritten Mal führte das Kantonale Kuratorium für Kulturförderung den «Kantonalen Preis für junge Literatur» durch und konnte sich so vergewissern, dass am Jurasüdfuss der literarische Nachwuchs weiter am Blühen ist.

Fränzi Rütti-Saner
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Sie schrieben die besten Geschichten: (v. l.) Natalie Marrer, Martin Affolter, Philipp Eng, Jonas Kuratli, Michelle Meier, Lara-Desdemona Kofmel, Lucy Weidenbach und Léanne Schmid. hanspeter Bärtschi

Sie schrieben die besten Geschichten: (v. l.) Natalie Marrer, Martin Affolter, Philipp Eng, Jonas Kuratli, Michelle Meier, Lara-Desdemona Kofmel, Lucy Weidenbach und Léanne Schmid. hanspeter Bärtschi

Solothurner Zeitung

Im Sommer hatte die Fachkommission Literatur des Kantonalen Kuratoriums für Kulturförderung Jugendliche und junge Erwachsene wiederum aufgerufen, sich am dritten Wettbewerb «Kantonaler Preis für junge Literatur» zu beteiligen. Gefragt waren Texte zum Thema «Grenzen»: Prosa, Gedichte, Slam-Poetry oder Rap.

56 Beiträge wurden in den zwei Kategorien eingereicht: 42 in der Kategorie Jugendliche (13 bis 16 Jahre) und 14 in der Kategorie junge Erwachsene (17 bis 21 Jahre). Das seien fast genau gleich viele wie beim letzten Mal im Jahr 2007, eröffnete Schriftstellerin Nicole Müller die gestrige Preisverleihung im Schloss Waldegg.

Die Jury, zu welcher Svenja Herrmann, Schriftstellerin, Zürich; Claudia Storz, Schriftstellerin, Jürg Kübli, Sinnvermittler, sowie Rudolf Probst, Germanist, die drei Mitglieder der Fachkommission Literatur, gehörten, war über die hohe Qualität der eingereichten Arbeiten in beiden Kategorien sehr erfreut.

Gleich drei erste Preise

In der Kategorie junge Erwachsene (17 bis 21 Jahre) siegte Martin Affolter aus Olten mit seinem Beitrag «Der Vorhang». Affolter absolvierte diesen Sommer auf der Redaktion dieser Zeitung ein zweimonatiges Praktikum. Er erhält für seine Geschichte 500 Franken.

Den zweiten Platz erreichte die Lüsslingerin Lucy Weidenbaum für ihren Text «Seelenfenster». Sie bekommt dafür 300 Franken. Den dritten Rang belegt die bereits als Jung-Autorin bekannte Natalie Marrer aus Solothurn für ihren Beitrag «Die Erde ist keine Scheibe». Dieser Rang ist mit 200 Franken dotiert.

In der Kategorie Jugendliche (13 bis 16 Jahre) wurden gleich drei erste Preise vergeben. Jonas Kuratli, Erlinsbach («Tanz der Erzähler»); Michelle Meier, Gretzenbach (ohne Titel) und Léanne Schmid, Solothurn («Die Klagemauer»). Sie alle erhalten für ihre Arbeit einen Preis in der Höhe von 500 Franken. Der zweite Platz mit 300 Franken dotiert in dieser Kategorie, geht an Lara-Desdemona Kofmel aus Solothurn für ihren Text «Salvatore, der Retter».

Als Drittplatzierter kann sich Philipp Eng aus Günsberg über 200 Franken für seine Text-Collage «Eineachzg vo hundertzwöiäzwänzg» freuen. Die beiden Solothurner Nachwuchsschauspieler Sophie Hutter und Dimitri Stapfer lasen Ausschnitte aus den prämierten Arbeiten und hauchten den Texten so eindrücklich Leben ein. Klaus Fischer, Vorsteher des Amtes für Kultur und Sport, erzählte in seinen Begrüssungsworten gleich selbst eine Geschichte und beglückwünschte die jungen Schreiber zu ihrem Mut und ihrer Mühe, einen Text zum Thema «Grenzen» zu schreiben.

«Geschichten können für uns Leser von unschätzbarem Wert sein», meinte er. «Es macht aber nichts, wenn eine Geschichte 99 Leser kaltlässt, denn der Wert einer Geschichte errechnet sich aus dem Sinn, die sie für den Einzelnen hat», so Fischer.

Info: Die Texte sind ab heute unter www.lesen.so.ch abrufbar.

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