Kantonsschule Solothurn
Jugendliche werden zu China-Experten

55 Schüler reisen im Herbst für drei Wochen in das Reich der Mitte. Während der dreiwöchigen Studienreise werden Schüler von einem Lehrerteam begleitet.

Claudia Hofer
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Solothurner Zeitung

Getreu dem Ausspruch eines Generals der westlichen Han-Dynastie – «Hundertmal hören ist nicht so gut wie einmal sehen» – bereisen 55 Schülerinnen und Schüler des Wirtschaftlich-Rechtlichen Maturitätsprofils der Kantonsschule Solothurn im kommenden Herbst das Reich der Mitte, China.

Während der dreiwöchigen Studienreise werden Schüler von einem Lehrerteam, darunter Rolf Hofer, Rektor des Wirtschaftlich-Rechtlichen Maturitätsprofils und Initiator des Projekts, zwei weiteren Lehrpersonen und Helmut Reichen begleitet. Helmut Reichen ist ehemaliger Rektor des Gymnasiums Interlaken. Während seiner Tätigkeit als Schulleiter hat er in Eigeninitiative mehrere Studienreisen nach China organisiert und pflegt seit 26 Jahren sehr enge Kontakte zu Unternehmen, Schulen und zur dortigen Bevölkerung.

Umfassende Vorbereitungen

Die Idee, etwas in dieser Art auch an der Kantonsschule Solothurn durchzuführen, fängt nach einem unterhaltsamen Referat des China-Kenners letzten Frühling 2010 an zu keimen. «Auf meine Anfrage, ob er bereit wäre, dank seinen langjährigen Beziehungen und Erfahrungen mit chinesischen Schulen und Behörden als eine Art Türöffner zu fungieren und eine Studienreise der Kantonsschule Solothurn zu unterstützen, folgt seine spontane Zusage», berichtet Rolf Hofer. Würden sich aber überhaupt China-interessierte Schüler finden? Diese Frage erübrigte sich schnell. Nach einer ersten Informationsveranstaltung mit mehr als 70 Interessenten meldeten sich schliesslich 55 Schülerinnen und Schüler definitiv für die geplante Studienreise an. Rolf Hofer. «Ich kenne keine Schule im Kanton Solothurn, welche etwas Vergleichbares mit dieser grossen Anzahl an Schülerinnen und Schülern, aus zwei verschiedenen Jahrgangsstufen, durchgeführt hat.»

Für eine Studienreise in diesem Umfang müssen dementsprechend auch die nötigen Vorbereitungen getroffen werden, wobei die Schülerinnen und Schüler mit grossem Engagement mithelfen. Hofer: «Einerseits müssen sich die Schülerinnen und Schüler in verschiedene Arbeitsgruppen wie chinesische Geschichte und Geografie, Politik, Knigge oder auch Erziehung/Bildung eintragen und sich mit dem ausgewählten Thema eingehend auseinandersetzen.» Die umfassenden Recherchen werden nach den Sommerferien in abschliessenden Referaten für ihre Mitschüler zusammengefasst. Neben dem Wissen, welches sich die Schüler rund um das östliche Reich aneignen, lernen sie ganz nebenbei noch in der Praxis Themengebiete wie Marketing, Sponsoring und die Organisation kennen. «Eine dreiwöchige Reise nach China ist mit erheblichen Kosten verbunden und aus diesem Grund sind die Schüler bei der Suche nach Sponsoren aktiv involviert und versuchen bei Anlässen wie der Vortragsreihe China 2011 mit dem Verkauf von Kuchen und Getränken Einnahmen zu beschaffen», berichtet der Projektleiter. Zudem gehen viele Schüler in den Ferien einem Ferienjob nach.

Kontakte zu chinesischen Schülern

«Ich war noch nie länger und so weit weg. China ist ein unglaublich faszinierendes Land und ich bin gespannt auf das Zusammentreffen und auf den Austausch mit der chinesischen Schülerschaft», erzählt Valérie Dätwyler, Schülerin einer 3.Klasse, begeistert. Der geplante Besuch in einer chinesischen Mittelschule in Huangshan ist ein Teil aus dem vielfältigen Programm. An manchen Tagen werden chinesische Schülerinnen und Schüler nämlich ihre Schweizer Kolleginnen und Kollegen durch «ihre» Heimatstadt führen.

Andere Programmpunkte neben den touristischen Attraktionen wie der Grossen Mauer und der Verbotenen Stadt in Peking sowie dem Pudong-Viertel in Schanghai sind Besichtigungen diverser Niederlassungen von Schweizer Betrieben, der Besuch einer Akrobatikschule, eine Fahrt mit einem Super-Schnellzug von Schanghai nach Peking und ein Empfang auf der Schweizer Botschaft. Das China-Projekt habe einerseits einen pädagogischen Hintergrund, erläutert Hofer den Sinn der Reise. «Schülerinnen und Schüler arbeiten auf ein gemeinsames Ziel mit viel Eigenverantwortung und Selbstinitiative hin.» Andererseits würden die Schüler einen Eindruck von einem Land erhalten, welches in Zukunft an grosser Bedeutung in der Weltpolitik gewinnen wird.

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