Männer im Schottenrock, Frauen in bunten Kostümen, Kinder mit Schminke im Gesicht und überall Stände mit Masken, alten Instrumenten, dazu Guggenmusik – in Langenthal ist wieder Fasnachtsmärit. Und das bereits zum 20. Mal. «Die Besucher pilgern mittlerweile aus halb Europa nach Langenthal an unseren Fasnachtsmarkt», freut sich Rolf Uhlmann. Als Initiant und Gründer zeichnet er von Beginn an als Verantwortlicher. «Die Standbetreiber sind ausschliesslich Fasnachtscliquen, Guggen und Firmen, welche mit der Fasnacht im Zusammenhang stehen wie Maskenbauer, Stoff- und Kostümlieferanten, Instrumentenbauer usw. Diese kommen aus der ganzen Schweiz und dem süddeutschen Raum», so Uhlmann weiter.

Zum Jubiläum gab es für die Crew um Rolf Uhlmann gleich eine neue Herausforderung. Wegen der Bauarbeiten in der Marktgasse ist der Markt erstmals auf dem Wuhrplatz und an der Jurastrasse angesiedelt. «Je mehr wir uns mit der Planung befassten, umso mehr anerbot sich der diesjährige Standort geradezu als optimal», sagt Uhlmann. «Einen solchen Event in dieser Grösse im Stadtzentrum zu platzieren, ist fantastisch. Vor allem, wenn sich daraus keine Nachteile ergeben. Zudem kam uns diese Veränderung im Zusammenhang mit unserem Jubiläum eigentlich sehr gelegen.»

Und was meinen die Standbetreiber und Besucher zum neuen Standort? «Ich finde ihn nicht schlecht. Die Leute verteilen sich besser, zirkulieren mehrmals rundum», findet Lina Nyfeler aus Rohrbach am Stand der Dorfbachschränzer Madiswil. Die Gugge verkauft alte Kostüme und sucht mit einem Plakat Leute, die Sousafon, Posaune oder Schlagzeug spielen. Etwas weniger positiv sieht es Andreas Sprecher von der Novitex aus Zofingen an seinem Stoffstand. «Bisher war alles an einer Linie. Jetzt hat es mehr Platz, die Leute gehen ohne Gedränge eher vorbei.» Delia Vonach aus Aarwangen hört mit Jamie (3) den Krachwanzä aus Bettlach zu. Ihr ist es egal, wo der Markt stattfindet, sie geht einfach gerne hin.

Stefan Dimmler aus Luzern ist der Sprecher der Noggeler Guuggenmusik aus Luzern, die erstmals am Markt teilnimmt. «Wir wollen mal sehen, was hier so läuft und was wir verkaufen können.» Vor allem ihre verschiedenen CDs sind beliebt. Auch die Ämmeruugger Schüpfhe (aus Schüpfheim) sind zum ersten Mal mit einem Stand am Langenthaler Fasnachtsmärit zu Gast. Sie verkaufen alte Gugge-Gwändli, «für nur 30 Franken das Stück», wie eine junge Frau den Passanten zuruft.

Noch dauert es fast fünf Monate, bis es vom 7. bis 11. März in Langenthal «putzt u gschträut» heisst. Die erste Einstimmung auf die «schönsten Tage im Jahr» ist aber bereits bestens gelungen.