450 Solothurner Oberstufenlehrkräfte hatte die Astag Solothurn, der Branchenverband des Transportgewerbes, zu einer Infoveranstaltung über den Beruf des Lastwagenführers eingeladen. Drei Antworten gingen ein: zwei Anmeldungen, eine Abmeldung.

So sagte die Astag den Anlass ab, der für letzten Samstag auf dem Gelände der Emil Egger AG in Härkingen geplant war. Bitter enttäuscht zeigte sich Astag-Sektionspräsident Peter Eggenschwiler (Balsthal). «Ja, liebe Politiker, dieser Infotag war ein schöner Schlamassel», sagte er zu den zwei SVP-Nationalräten und den rund 20 CVP-, FDP- und SVP-Kantonsräten an der Generalversammlung vom Dienstag. «Die Lehrer betätigen sich nur, wenn es sich um anrechenbare Ausbildungstage unter der Woche handelt.»

«Mehr Lastwagenführer ausbilden»

Die berufliche Grundbildung sei die «pièce de résistance» für die Sektion, sagte der Präsident im Jahresbericht. Aktuell schicken Solothurner Transportfirmen nur sechs Lastwagenführer-Lernende im ersten, elf im zweiten und neun im dritten Lehrjahr an die Berufsfachschule in Lyss. Ziel wären für Eggenschwiler 15 bis 18 Lernende pro Lehrjahr. Dann könnten die Solothurner eine ganze Klasse bilden und die Schule im Kanton besuchen.

«Ausbilden ist ein Muss», redete Lehrlingsverantwortlicher Urs Schmid den «Transpörtlern» ins Gewissen, «entweder wir bilden unseren Nachwuchs selber aus, oder wir nehmen ihn aus dem Ausland.» Um Kleinbetrieben den Einstieg in die Lehrlingsausbildung zu erleichtern, stellte Schmid den Lehrbetriebsverbund Mittelland vor. Aus ihrem Fonds leistet die Astag auch einen Beitrag an die Ausbildungskosten.

Kritisch erwähnte Eggenschwiler die Weiterbildungsanforderungen der Chauffeurzulassungsverordnung seit 2009. Diese öffneten Tür und Tor für Fahrer aus dem Ausland, wo nicht so strenge Anforderungen gälten. «Unser Beruf soll nicht verakademisiert werden», forderte er die Politiker auf. Wünsche hatte der Astag-Präsident auch an Polizei, Motorfahrzeugkontrolle und Tiefbauamt. «Schikanöse Kontrollen» sehe der Verband nicht gern. Und beim Bau von Radstreifen forderte er praxisgerechte Lösungen; die Astag würde gern in der Planungsphase einbezogen.

Kontrollzentrum ab 2014?

Als Chef Amt für Verkehr und Tiefbau (AVT) stellte Kantonsingenieur Peter Heiniger Stand und Zeitplan laufender Strassenprojekte des Kantons vor. Nächstes Grossprojekt in Planung ist die Verkehrsentlastung Klus: «Ziel ist, dass es bis zu meiner Pensionierung realisiert ist», meinte der 52-jährige AVT-Chef. In Oensingen plant das Bundesamt für Strassen ein neues Schwerverkehrskontrollzentrum. Der Kanton will dort seine neue Motorfahrzeugkontrolle ansiedeln. Laut Heiniger wird die Richtplananpassung nächsten Montag aufgelegt, parallel dazu erarbeitet der Kanton ein Vorprojekt. Ab 2014 soll dieses Vorhaben realisiert werden.

An der Versammlung wurden die austretenden Astag-Vorstandsmitglieder Heinz Oesch und Erich Grandy für ihre langjährige Verbandsmitarbeit geehrt. Neu in den Vorstand gewählt wurde Daniel Graf (Egerkingen) von der Schürmann & Graf Transport AG, Niederbuchsiten.