Das hellgrüne «Easy-Abstimmigsbüechli» soll eine Alternative zum roten Bundesbüechli darstellen. Ob die Abstimmungshilfe auch bald den jungen Solothurnern verteilt wird, entscheiden die Gemeinden. Der Dachverband Schweizer Jugendparlamente (DSJ) hat das Bundesbüechli, das jeweils mit den Abstimmungsunterlagen mitgeliefert wird, einer Verjüngungskur unterzogen. Herausgekommen ist das «Easy-Abstimmigsbüechli».

In hellgrün gehalten und mit kürzeren, verständlicheren Texten soll dieses sein Zielpublikum, die 18- bis 25-Jährigen, dazu motivieren, sich mit der Politik auseinanderzusetzen, wie Projektleiterin Christine Bühler sagt. Sie findet, im roten Bundesbüechli seien die Texte für junge Leute «zu lang, zu schwer verständlich und beinhalten zu viele Wiederholungen».

Gemeinden sollen finanziell unterstützen

In den Kantonen Bern und Luzern wird das Abstimmigsbüechli viermal jährlich an Junge ab 18 Jahren verteilt. Im Kanton Solothurn hat der DSJ in Zusammenarbeit mit den Jugendparlamenten in Olten und in Solothurn eine Anfrage bei den Gemeinden gestartet und erwartet bis im Juni eine Antwort. Die Gemeinden sollen die Abstimmungshilfen für junge Leute finanzieren. Pro Jahr und pro Empfänger würde das die Gemeinde fünf Franken kosten.

«Die einzelnen Gemeinden können selber entscheiden, ob sie das Abstimmigsbüechli nur an die 18-Jährigen oder an die 18- bis 25-Jährigen verteilen wollen, je nach finanziellem Aufwand, den sie auf sich nehmen wollen», sagt Bühler. Unterstützt wird der DSJ im Solothurnischen von der kantonalen Jugendförderung.

Inhalt untersteht einer Kontrolle

Für die Inhalte im «Easy-Abstimmigsbüechli» sind Personen im gleichen Alter wie die Zielgruppe verantwortlich. Der DSJ organisiert die Inhalte in Zusammenarbeit mit den Jugendparlamenten, damit auch die kantonalen Abstimmungsvorlagen in den Heftchen berücksichtigt werden können.

Die einzelnen Vorlagen sind immer nach demselben Muster aufgebaut: Ausgangslage, Auswirkung, Pro und Kontra sowie das Ziel sollen auf verständliche Art und Weise beschrieben werden – und neutral soll das Ganze sein: «Wir haben eine Neutralitätskommission eingesetzt, bestehend aus vier jungen Personen, die sich die Inhalte genau anschaut und diskutiert. Wir wollen einen möglichst neutralen Inhalt garantieren», sagt Projektleiterin Bühler.