Bolken

In Bolken gehen bald nachts die Lichter aus

Die Strassenlampen sollen früher abgeschaltet werden

Die Strassenlampen sollen früher abgeschaltet werden

Die Gemeindeversammlung sagt Ja zur Rechnung und zur revidierten Gemeindeordnung. Zudem soll im Herbst die Strassenbeleuchtung zwischen 1 und 5 Uhr nachts abgeschaltet werden. Als Test. Die Gemeinde will ermitteln, wieviel Strom sie sparen kann.

Zwar sei die bisher gültige Gemeindeordnung erst sechseinhalb Jahre alt, doch im gesamten Umfeld habe sich so viel geändert, dass eine Revision nötig sei, führte Bolkens Gemeindepräsident Thomas Beer in diesen Punkt der Traktandenliste ein. In etlichen Paragrafen konnte das neue, bereits durch den Kanton vorgeprüfte Reglement «schlanker» formuliert werden, weil – wie beispielsweise im Datenschutz – auf die bestehenden gesetzlichen Regelungen verwiesen wird.

Der Gemeinderat stützte sich auf ein kantonales Musterreglement, das er den Bolkener Bedingungen anpasste. Neben Geltungsbereich, Zweck und Aufgaben der Gemeindeorganisation sind auch die Befugnisse aller Organe klar festgelegt. So kann etwa die Gemeindeversammlung «aus wichtigen Gründen» die Öffentlichkeit von Verhandlungen ausschliessen.

«Absolut positiv»

Wegen der Delegation von Aufgaben an 16 regionale Institutionen verzichtet Bolken auf zusätzliche Kommissionen. Erhalten bleiben das Wahlbüro, die Umweltschutz- und Betriebskommission sowie die Baukommission, die ab sofort, wie Claude Steiner ergänzte, mit dem externen Spezialisten Beat Affolter (Emch+Berger) zusammenarbeitet. Bauunterlagen sind weiterhin in der Gemeindeverwaltung erhältlich. Wie bisher werden der fünfköpfige Gemeinderat, das Gemeindepräsidium und die drei Rechnungsprüfer an der Urne gewählt.

Externe Fachstellen können auch mit der Führung von Schriftverkehr und Administration der Gemeindeschreiberei sowie mit der Betreuung des Finanzhaushalts beauftragt werden. Die Gemeindeordnung regelt die Unterschriftsberechtigung und sieht vor, dass alle verwaltungsinternen Aufgaben in der Hand eines Gemeindeverwalters zusammengefasst werden könnten. Detailliert festgehalten ist das Beschwerderecht. Nach einstimmiger Genehmigung durch die Versammlung tritt die Gemeindeordnung am 1. Juli in Kraft.

Gerechnet hat das Budget mit einem Aufwandüberschuss von rund 197000 Franken. Dank der um 120000 Franken auf 1,37 Mio. verbesserten Steuereinnahmen, geringeren Ausgaben in etlichen Bereichen sowie nicht ausgeschöpften Krediten erzielte Bolken ein Rechnungstotal von 2,48 Mio. Franken. Nach zusätzlichen Abschreibungen ergab sich sogar ein Gewinn von 15000 Franken.

Finanzverwalter Peter Meier hatte die Änderungen der auf 255000 Franken lautenden Investitionsrechnung gegenüber dem Voranschlag begründet. «Bei Besoldungen und Entschädigungen sind wir im Budget etwas zu knausrig vorgegangen», bezifferte er notwendige Erhöhungen. Glück hatte die Gemeinde auch bei den sogenannt «gefährdeten Guthaben» als längerfristige Steuerschulden, von denen ein erfreulicher Teil getilgt und 20000 Franken mit Verlustscheinen abgeschrieben wurden.

Vorbild Obergerlafingen

Einstimmig sprach sich das Plenum dafür aus, während eines Testmonats im September oder Oktober festzustellen, wie sich das Abschalten der Strassenbeleuchtung von 1 bis 5 Uhr morgens auswirkt. Sparen würde die Gemeinde übers gesamte Jahr hier rund 2000 Franken in der Ausgabe von bis jetzt 7000 Franken. Gemäss erfolgreichem Beispiel Obergerlafingen wolle man in Bolken zur Verminderung der Lichtverschmutzung und der Stromkosten beitragen, betonte Gemeinderat Peter Rindlisbacher, der nach dem Testmonat eine Befragung der Gemeindebevölkerung durchführen möchte.

Namens der Umweltschutzkommission machte Rita Beer auf «bedenkliches Littering» an der Bushaltestelle und im Waldhaus aufmerksam. Laut Thomas Beer wird eine ausserordentliche Gemeindeversammlung im August/September über das Raumkonzept entscheiden, wonach erweiterter Platz für die Gemeindeverwaltung und die Schule, vermutlich auf dem Pausenhof, entstehen soll.

Verwandte Themen:

Meistgesehen

Artboard 1