Die Fachmesse Ornaris öffnet heute ihre Tore auf dem BEA-Gelände. Es ist keine Publikumsmesse, sondern sie richtet sich an Einkäufer von Geschäften. Sie suchen an der Trendmesse jene Produkte, von denen sie glauben, dass sie ihren Kunden gefallen. Somit dreht sich jetzt im Hochsommer in den Messehallen vieles ums kommende Weihnachtsgeschäft. Eine regelmässige Messebesucherin ist Esther Schenk vom Blumencenter Schenk in Langenthal. «Ich will mich an der Messe aufs Weihnachtsgeschäft vorbereiten», bestätigt sie. Es sei eine gute Gelegenheit, vor allem ausländische Lieferanten zu treffen, die nur für die Ornaris in die Schweiz kommen. Dabei komme sie nicht mit fixen Vorstellungen, sondern lasse sich vom Angebot inspirieren. Denn im Blumengeschäft werden längst nicht nur Blumen verkauft. Die Kunden suchen immer mehr auch passende Accessoires.

Neue Trends lancieren

Doch wie weiss sie, auf was ihre Kunden nächste Weihnachten stehen? Denn schliesslich will sie ja keine Ladenhüter einkaufen. Schenk lacht. «Das ist in der Tat nicht so einfach», meint sie. Denn immer wieder versucht die Industrie, neue Trends zu lancieren, die sich am Ende doch nicht durchsetzen. Als Beispiel nennt Schenk die Farbe Eisblau für Weihnachtsartikel. «Das wurde schon vor Jahren versucht und auch heuer wieder. Ich glaube aber, dass die Leute bei den klassischen Weihnachtsfarben bleiben wollen. Gerade auch in der Krise», meint sie. Wobei es dann immer noch über die Nuancen zu entscheiden gilt: ist dieses Jahr mehr die Kombination Weiss/Silber gefragt oder eher Weiss/Gold.

Mit warmen Farben und Erdtönen liege man zurzeit wohl richtig, glaubt Schenk. «Die Leute wünschen auch vermehrt Artikel, die man das ganze Jahr verwenden kann, nicht nur saisonal.»

Um die richtigen Gefässe, Vasen, Kerzen, Engeli usw. einzukaufen, braucht Schenk mehr als einen Messebesuch. Denn sie geht schon mit dem Ziel, Kaufverträge mit ihren Lieferanten abzuschliessen. Insbesondere wird sie dieses Jahr interessieren, was für Preise ihre beiden deutschen Lieferanten offerieren. «Der Frankenkurs wird an der Messe sicher ein Thema sein», meint die Fachhändlerin. Es werde sich lohnen, die Franken und Europreise zu vergleichen und allenfalls nachzuhaken. Als einzelner Einkäufer habe man allerdings zu wenig Marktmacht, um die Preise wirklich drücken zu können, merkt sie an. Ein weiteres Problem in der Schweiz sei die Verzollung der Waren. «Im ganzen EU-Raum werden Produkte zollfrei geliefert. Manche Produzenten liefern erst ab einer bestimmten Menge in die Schweiz, weil es sich sonst mit all den Formalitäten nicht lohnt.»

Wechselkurs ein Thema

«Erfahrung und Gschpüri spielen beim Einkauf schon eine grosse Rolle», meint auch Daniel Wagmann vom «Chuchilade» in Solothurn. Auch dieses Jahr wird der Juniorchef seine Mutter und Geschäftsinhaberin Christine Wagmann wieder an die Ornaris begleiten. An der Ornaris lasse man sich vor allem inspirieren mit Blick auf das Weihnachtsgeschäft. Als Anhaltspunkt für die Einkäufe könne man zwar die Verkaufsstatistik vom Vorjahr zur Hand nehmen, erläutert er. «Aber für Neuheiten ist die natürlich kaum von Nutzen.» So müsse man halt die Situation einschätzen. «Und da liegen wir beide geschmacklich ziemlich ähnlich und in der Regel auch nicht so daneben», lacht Wagmann und erwähnt eine Weihnachtskugel-Kollektion, die offenbar ein Renner war.

Man dürfe sich dabei auch nicht vorstellen, dass die Trends von den Einkäufern gemacht würden. «Am Ende haben wir auch nur die Auswahl unter den Produkten, welche die Industrie anbietet.» Auch Wagmann glaubt, dass der Wechselkurs an der diesjährigen Ornaris ein Thema sein wird. «Ich gehe davon aus, dass die Branche in der Schweiz nicht mehr jeden Preis verlangen kann.»

www.ornaris.ch