In der Nacht von Samstag auf Sonntag haben unbekannte Chaoten in der leer stehenden Liegenschaft der ehemaligen Druckerei Vogt-Schild in Solothurn eine illegale Party veranstaltet. Dabei wurde das mehrstöckige Gebäude stark beschädigt.

«Die Sachbeschädigungen betragen mehrere zehntausend Franken», erklärte Peter Buri, Mitglied der Unternehmensleitung der az Medien-Gruppe, nach einem persönlichen Augenschein gestern Sonntag. Die im Erdgeschoss gelagerten Büromöbel wurden grösstenteils beschädigt oder als Barrikadenmaterial verwendet. Die Toilettenanlagen seien weitgehend verwüstet worden. «Mit Feuerlöschern und anderem schweren Material wurden Scheiben und Glastüren eingeschlagen. Viele Wände sind mit politischen Parolen oder pornografischen Sprüchen versprayt», stellte Buri fest.

Mehrere hundert Personen

Die illegale Party begann offenbar am Samstagabend gegen 22 Uhr. Die Polizei wurde von Nachbarn wegen Nachtruhestörung gerufen, konnte jedoch wegen der grossen Menge von Leuten – Buri schätzt bis zu 300 – nicht eingreifen. Auch sei die Stimmung sehr aggressiv gewesen. Die Polizei habe empfohlen, angesichts der Menge der Eindringlinge auf eine Zwangsräumung zu verzichten und den Morgen abzuwarten. Am Lokaltermin mit dem Pikettoffizier um 8.30 Uhr sei aber das Gebäude bereits wieder geräumt gewesen.

Laut Buri ist davon auszugehen, dass die Aktion von langer Hand geplant wurde. Erste Erkenntnisse liessen darauf schliessen, dass ein «Stosstrupp» über die Feuerleiter aufs Dach gelangte und von dort ins Innere des Gebäudes. Das Gros der «Partygäste» drang dann durch die Waren- und Noteingänge ins Gebäude ein. «Zumindest einzelne müssen über Kenntnisse über das Innere des Gebäudes verfügt haben», vermutet Buri. So seien Zugänge planmässig gesperrt bzw. aufgebrochen worden. «Offenbar um die Menge zu kanalisieren, aber auch mögliche Polizeiaktionen zu erschweren.»

Linksautonome Szene?

Aufgrund der Spuren wie politischer Plakate und Sprayereien seien die Täter vermutlich der linksautonomen Szene zuzuordnen. Im Verlaufe der Nacht seien auch mehrere Feuerwehralarme ausgelöst worden. Aufgrund der massiven Sachbeschädigungen wurde beschlossen, die Spurensicherung aufzubieten. «Ich habe vor Ort eine Strafanzeige unterschrieben», sagt Buri.