Was an der vergangenen Herbstmesse Solothurn (Heso) angekündigt wurde, wird jetzt in die Tat umgesetzt: Der BSU setzt ab sofort einen Hybrid-Bus der Marke Volvo offiziell auf seinem Liniennetz ein. Erste Versuche hätten gezeigt, dass der Treibstoffverbrauch dank der neuen Antriebstechnologie um rund 20 Prozent tiefer liege als bei konventionellen Dieselbussen, heisst es in einer Mitteilung des BSU. Deshalb sei der an der Heso präsentierte Bus für drei Jahre gemietet worden. «Dieser wird nun im Langzeittest und unter realen Bedingungen auf Herz und Nieren geprüft.»

Auch Hess- und Mercedes-Busse

Der Solothurner Busbetrieb, der im vergangenen Jahr 6,2 Millionen Passagiere beförderte, wird auch andere Hybridbus-Modelle testen. Nachdem ein Fahrzeug der Hess AG in Bellach bereits Anfang April für einige Tage auf dem BSU-Netz verkehrte, wird dieser Bus nochmals Ende Februar 2012 für fünf Wochen eingehend geprüft. Ein weiteres Bus-Modell mit Hybridantrieb – ein Antrieb, der Diesel- und Elektromotor kombiniert – wird im Herbst 2011 während ebenfalls fünf Wochen getestet. Dabei handelt es sich um ein Fahrzeug der Mercedes-Tochter EvoBus AG.

Die Tests mit dem EvoBus- und dem Hess-Bus erfolgen in Zusammenarbeit mit sechs weiteren Busunternehmen. Es sind dies: Basler Verkehrsbetriebe, Stadtbus Winterthur, Verkehrsbetriebe Thun, Transports publics de la région lausannoise, Transports publics genevois und Postauto Schweiz AG. Die beiden Busse werden abwechslungsweise von den verschiedenen Busunternehmen eingesetzt. «Ziel des gemeinsam lancierten Projekts ist es, neue Antriebstechnologien in Bezug auf ökonomische, betriebliche, technische, ökologische und marketingseitige Aspekte zu testen», gab der Verband öffentlicher Verkehr kürzlich bekannt.

Termin und Umfang noch offen

Über eine allfällige Beschaffung von Hybridbussen werde nicht vor 2013 entschieden, erklärt BSU-Sprecherin Linda Segessenmann. Grundlage dafür seien die Resultate aus den Testbetrieben. Dagegen stehe fest, dass der BSU unabhängig davon in zwei Jahren mit der Planung für den Kauf neuer Fahrzeuge beginnen werde. Deren Anzahl sei noch offen; und ob es sich dabei jeweils nur um Hybrid- oder Dieselbusse oder eine Mischung handle, werde sich nach Abschluss der Tests zeigen.