Der Regierungsrat findet es «nahe liegend und geboten», dass die Lehrpersonen an den Sek-P-Schulen, die an den Kantonsschulen in Olten und Solothurn geführt werden, höher besoldet werden als die Lehrkräfte der übrigen sieben Sek-P-Schulen, die an Sekundarschulzentren geführt werden. Hingegen hält er es nicht mehr für gerechtfertigt, dass an einer Sek-P unterrichtende Kantilehrer ein tieferes Unterrichtspensum haben. Dieses soll nun auf die Lektionenzahl der Sek-P-Lehrer an den Sekundarschulzentren angehoben werden. Das ist der Antwort der Regierung auf eine Interpellation von Kantonsrat Andreas Schibli (FDP, Olten) zu entnehmen.

Lohn soll unterschiedlich sein …

Lehrerinnen und Lehrer der Sekundarstufe I, die an der Sek P an den Sekundarschulzentren eingesetzt werden, sind in der Lohnklasse 21 eingeteilt. Gymnasiallehrer/-innen sind hingegen zwei Stufen höher in der Lohnklasse 23 eingeteilt – und zwar auch dann, wenn sie an der Sek P unterrichten. Bekanntlich startet im August 2011 die neue Sekundarstufe I mit einem unabhängig vom Schulstandort kantonsweit einheitlichen, zweijährigen Progymnasium.

In seiner Antwort begründet der Regierungsrat die unterschiedliche Entlöhnung mit den «unterschiedlichen Qualifikationsanforderungen». Diese wiederum leitet er daraus ab, dass Lehrkräfte an den Sek-P-Standorten Olten und Solothurn nicht allein an der Sek P eingesetzt würden, sondern auch an der gymnasialen Maturitätsschule. Wenn dies der Fall sei, müssten sie eine Gymnasiallehrerausbildung haben. Hinzu komme, dass der Einsatz in der Sek P sowohl für die Lehrpersonen an den Kantonsschulen wie auch für jene an den Sekundarschulzentren «nur einen kleineren Teil ihres jeweiligen Pensums» ausmache.

Weiter steht in der regierungsrätlichen Antwort, den Sek P an den beiden Kantonsschulen komme «die Funktion von Referenzschulen» zu. Die dort unterrichtenden Mittelschullehrpersonen – rund 80 – hätten denn auch «Referenzaufgaben zu übernehmen, welche die Abstimmung des vorbereitenden Unterrichts (Sek P) auf die Maturitätsschule und die gleiche Qualität des Unterrichts an allen Sek-P-Standorten gewährleisten, insbesondere die Entwicklung und Weiterentwicklung von Lehrplänen, Unterrichtsmaterialien und Prüfungen sowie generell die fachliche Führung in der Zusammenarbeit aller Sek-P-Lehrpersonen». Ob diese «Referenzaufgaben» auf sämtliche 80 erwähnten Sek-P-Lehrkräfte an den Kantonsschulen zutreffen, und ob diese Ausführungen als zusätzliche Begründung für die unterschiedliche Entlöhnung zu verstehen sind, ist den Formulierungen der regierungsrätlichen Antwort nicht zu entnehmen.

… aber Pensen sollen gleich sein

Anders als den Lohn will der Regierungsrat das Unterrichtspensum an allen Sek-P-Standorten angleichen, nämlich von 26 1/2 auf 29 Lektionen erhöhen. Dies begründet er damit, dass der Unterricht an allen Sek P der selbe sei. «Aus diesem Grund lässt sich eine Differenzierung im Unterrichtspensum für den Sek-P-Unterricht nicht rechtfertigen.» Die Erhöhung versüsst der Regierungsrat mit einem unverbindlichen Zückerchen: «Mittelfristig» wolle er die im interkantonalen Vergleich relativ hohen Pensen von Sekundar- wie Mittelschullehrpersonen generell überprüfen.