Austellung
Historisches Museum haucht Frohburgern neues Leben ein

Frohburger Eine Ausstellung im Historischen Museum lässt die Grafen und ihre Zeit aufleben. Zu sehen sind Grabungsfunde und Urkunden der Frohburger.

Urs Amacher
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Solothurner Zeitung

Hoch über dem Dorf Trimbach und dem Unteren Hauenstein thronte einst eine mächtige Grafenburg, die Frohburg. Von ihrem Glanz ist jedoch wenig übrig geblieben; heute sind auf dem markanten Felsrücken wenig mehr als die Fundamente der mittelalterlichen Feste sichtbar.

Trotzdem ist es möglich, sich ein Bild zu machen vom damaligen Leben auf der Frohburg. Der Basler Universitätsprofessor Werner Meyer führte in den Siebzigerjahren mit einem Team nämlich archäologische Grabungen auf der Burgruine durch. Mit dabei waren damals auch Thomas Bitterli und Peter Kaiser, die im Historischen Museum Olten die eindrückliche Ausstellung gestaltet haben. Mit den Grabungsfunden und Urkunden lassen sie die Frohburgerinnen und Frohburger samt ihren Vasallen, Handwerkern, Knechten und Mägden wieder aufleben.

Arbeit und Vergnügen

Bis um 1250 nutzten die Grafen von Frohburg die Feste als ihren Hauptsitz. Ihr Hofstaat wohnte ebenfalls dort. Ritterliche Dienstleute wie Truchsessen (Hausverwalter/Küchenmeister), Marschalken (Stallmeister), Schreiber und Pfaffen sind urkundlich belegt. Nur aus Schriftquellen sind auch die Namen der Frohburger bekannt: einer der Ersten, ein Ritter Volmar, lebte um 1050; mit Hermann IV., Abt im Kloster St. Urban, starb das Geschlecht der von Frohburg 1367 aus. In der Ausstellung zeugen zahlreiche Fundgegenstände von der Arbeit und vom Zeitvertreib der Frohburger. Es sind einmal Ausrüstungen der Rittersleute wie Sporen, Trensen, Gürtelschnallen oder gar ein Schwert. Aus Besteck oder Scherben von farbigem Glas kann man auf die Tischsitten der Adeligen schliessen. Eine Belle (Glöckchen) stammt wohl von der Falkenjagd, Tricktracksteine und Schachfiguren dienten ebenfalls dem Zeitvertreib.

Dass man auf der Frohburg ritterliche Gegenstände gefunden hat, erstaunt wenig. Dass dort in luftiger Höhe aber auch mehrere Gewerbebetriebe angesiedelt waren, würde man nicht unbedingt erwarten. Trotzdem fand man im Hof der Frohburg Eisenschlacke, Webgewichte und Halbfabrikate aus Tierknochen. Folglich wurde damals auf der Burg eisenhaltiges Bohnerz geschmolzen und verarbeitet, es wurden Tücher gewoben und Kämme, Knöpfe oder Flöten aus Bein geschnitzt.

Die Fluh über dem Erlimoos war schon in der Jungsteinzeit, der Bronzezeit sowie der spätrömischen Zeit bewohnt. Im Frühmittelalter wurden auf der Burgstelle Wohnhäuser aus Holz gebaut und mit einer Palisade umfasst. Allmählich folgte eine «Versteinerung». Zuerst wurde eine Ringmauer errichtet und in Etappen Steinbauten erstellt. Die eigentliche Blütezeit erlebte die Frohburg im 12. und 13. Jahrhundert. In dieser Epoche wurde sie mehrfach umgestaltet.

Ausstellung bis 15. Mai 2011; Historisches Museum Olten, Montag geschlossen, Dienstag bis Samstag 14 bis 17 Uhr, Sonntag 10 bis 17 Uhr.

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