Olten
Heimbach stellt den Verkauf in Olten ein - Arbeitsplätze gehen verloren

Erst vor zwei Jahren wurden 16 Millionen Franken in den Standort Olten investiert, um Arbeitsplätze zu sichern. Nun stellt Heimbach in Olten die Verkaufsaktivitäten ein und streicht damit 14 Arbeitsplätze. Erhalten bleibt nur noch der Produktion.

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Heimbach Switzerland AG in Olten

Heimbach Switzerland AG in Olten

Bruno Kissling

Vor zwei Jahren hatte die Heimbach-Gruppe gerade 16 Millionen Franken in den Schweizer Standort investiert. «Dies sichert die Arbeitsplätze in Olten, denn ein Stellenabbau ist nicht geplant», hielten die Verantwortlichen vor zwei Jahren fest. Tempi passati, wie sich nun herausstellt.

Am Freitag bestätigte Geschäftsführer Roland Knödler eine anonym eingegangene Information, dass die Heimbach Switzerland AG die Verkaufsaktivitäten auf 1. Januar 2012 einstellt. Die beiden Gesellschaften Heimbach Düren und Heimbach Switzerland sind in Europa bis anhin mit jeweils regionalen Vertriebsschwerpunkten präsent. Zukünftig soll die Vertriebsadministration der Region Europa jedoch zentral über die Heimbach GmbH & Co. KG am Hauptsitz im deutschen Düren erfolgen; die bisher getrennten Vertriebsorganisationen der beiden Gesellschaften werden zusammengeführt.

Die Firma Heimbach wurde 1811 von Thomas Josef Heimbach im deutschen Düren gegründet. 1871 spezialisierte sie sich auf die Herstellung von Filzen für die Papierindustrie. Zur Jahrhundertwende war sie die grösste Filztuchfabrik auf dem europäischen Kontinent. 1924 übernahm die GmbH die Firma Munzinger an der Solothurnerstrasse in Olten. Im Zug der Einmarkenstrategie wurde die Munzinger AG am 1. Oktober 2009 zu Heimbach Switzerland. Die Heimbach-Gruppe mit über 1600 Mitarbeitenden bedient von Olten aus die Schweiz, einen Teil Deutschlands, Italien, Österreich und Osteuropa.

«Keinerlei Nachteile für Kunden und Lieferanten»

Die Heimbach Switzerland AG übergibt zum 1. Januar 2012 ihre regionale Vertriebsverantwortung für die Märkte Schweiz, Österreich, Italien, Osteuropa, GUS und ausgewählte Kunden in Deutschland an die Heimbach GmbH & Co. KG in Düren. «Die KG wird gegenüber Kunden und Lieferanten alle Verpflichtungen der Schweizer Tochtergesellschaft übernehmen, sodass sich aus dieser Restrukturierung keinerlei Nachteile ergeben», versprechen die Heimbach-Verantwortlichen in ihrer auf Anfrage versandten Mitteilung. Für die Mehrzahl der Kunden werde der persönliche Ansprechpartner der gleiche bleiben. Die neue Vertriebsstruktur nutze die Synergien im Vertriebsinnendienst und verbinde sie mit einer grossen Kundennähe durch den bestehenden Aussendienst. Die Heimbach-Vertriebsmitarbeitenden werden die Kunden in den nächsten Wochen persönlich darüber informiert, was sich nach dem 1. Januar 2012 gegebenenfalls für sie ändern wird.

Die Heimbach-Gruppe will die Heimbach Switzerland AG in Olten zukünftig als reinen Produktionsstandort für Pressenfilze fortführen und ausbauen. Durch diese Verlagerung entfallen an der Solothurnerstrasse 14 Arbeitsplätze. Ob mit deren Verlust auch Mitarbeiterkündigungen verbunden sind, wollte Roland Knödler gestern nicht sagen. Zurzeit sind in Olten 165 Mitarbeitende beschäftigt. (kas/san)