Küttigkofen
Hat sich der Schulverband einfach des Mobiliars bedient?

Die Zügelaktion während den Sommerferien wird vom Gemeindepräsidenten kritisiert. In Küttigkofen fühlt man sich vom Schulverband Bucheggberg A3 übergangen, denn es sei nie kommuniziert worden, was genau aus dem Schulhaus abtransportiert werde.

Christof Ramser
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Solothurner Zeitung

Jürg Staub, Gemeindepräsident von Küttigkofen, ärgert sich: Die Einbauschränke, die noch bis vor den Sommerferien in vier Schulzimmern standen, sind weg. «Demontiert, und dann in der Ferienzeit in die Schulpavillons nach Messen gezügelt», sagt Staub. In Küttigkofen fühlt man sich vom Schulverband Bucheggberg A3 übergangen, denn es sei nie kommuniziert worden, was genau aus dem Schulhaus abtransportiert werde. Zwar wurde ein Inventar erstellt. «Doch das habe ich nie gesehen», sagt Staub. Und falls doch, hätte er es keinesfalls genehmigt.

Das Problem: Hinter den Einbauschränken kam beschädigter Verputz zum Vorschein, teilweise könne man durch die Löcher in den angrenzenden Raum blicken. Und weil die Böden nur bis an die Schrankkanten verlegt wurden, fehle dort jetzt der Linoleumbelag. «Das verursacht uns nun Mehrkosten von 15000 Franken, nur damit in den Pavillons in Messen gespart werden kann», enerviert sich Staub. Im Schulhaus Küttigkofen, wo die Kindertagesstätte «Chinderland» bereits den Betrieb aufgenommen hat und später auch das Büro des Bevölkerungsschutzes sowie die Gemeindeverwaltung einziehen, gebe es durchaus Bedarf für das Mobiliar. «Wir hätten die Einbauschränke gut gebrauchen können», sagt Kita-Leiter Pascal Thurnheer.

«Können auch Forderungen stellen»

Bernhard Jöhr, im Schulverband A3 zuständig für die Infrastruktur, ist erstaunt über die Vorwürfe aus Küttigkofen. «Als wir das Inventar aufgenommen haben, hat niemand einen Vorbehalt geäussert.» Er räumt zwar ein, dass nicht explizit abgesprochen war, was genau herausgeräumt wird. Doch Jöhr verweist auf einen Beschluss der Vereinigung der Bucheggberger Gemeindepräsidentinnen und Gemeindepräsidenten (VGGB), nachdem der Verband sämtliches Material aus den Schulhäusern weiterverwenden darf – ungeachtet der Besitzverhältnisse.

Auf sich sitzen lassen mag er den Affront jedenfalls nicht: «Wenn sie unbedingt wollen, dann können sie die Einbauschränke wieder abholen», kontert Jöhr, und fügt an, dass man im Gegenzug auch Forderungen stellen könne – etwa, weil der Schulverband «kulanterweise» die August-Miete noch bezahlt habe, obwohl er die Räume nicht mehr nutzt.

Übrigens: Auch aus anderen Schulhäusern wurde Material nach Messen und ins neue Schulhaus nach Lüterkofen gezügelt. Dort wurde aber offenbar besser kommuniziert: So hätte etwa Bibern klargemacht, dass dort das Schulmobiliar nicht abtransportiert werden dürfe. Anders in Aetingen: «Wir haben dem Schulverband klar mitgeteilt, dass sie alles mitnehmen dürfen, was gebraucht werden kann», sagt Gemeindepräsidentin Hanny Ris. Sie kann den Ärger der Küttigkofer aber teilweise nachvollziehen, da das Schulhaus dort anders genutzt wird.

Jürg Staub räumt ein, dass sich Küttigkofen so oder so finanziell beteiligen müsse, wenn der Schulverband Mobiliar anschafft. «Es macht aber einen Unterschied, ob die Kosten unter allen Bucheggberger Gemeinden aufgeteilt werden, oder ob wir die Kosten, die nun in unserem Schulhaus entstehen, selber tragen müssen.» Die Gemeinde will nun einen Brief an den Schulverband schreiben und aufzeigen, dass man mit dem Abtransport der Einbauschränke nicht einverstanden ist.

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