Es war zwar immer ein unabhängiger Anlass. Aber er war ursprünglich zeitlich und örtlich an den Musiktag gekoppelt.

Entsprechende Wettbewerbe gab es auch in anderen Bezirken. Sie alle wurde fast gleichzeitig zunehmend boykotiert und schliesslich aufgegeben. Das wollte die Gruppe aus Dirigenten und Musiklehrern verhindern. Sie löste ihn vom Wasserämter Musiktag ab und führte ihn als selbstständiges Organisationskomitee eigenständig weiter.

Alle Mitglieder einer Wasserämter Musikschule zugelassen

Seit einigen Jahren wird der Wettbewerb immer in Biberist durchgeführt. Von der ursprünglichen Gründer-Crew ist gerade noch Urs Heri übrig geblieben. Auch das heutige sechsköpfige OK besteht vorwiegend aus Musik-Lehrkräften. Es steht mit Überzeugung voll und ganz hinter diesem Solisten- und Ensemble-Wettbewerb.

Er ist offen für alle im Wasseramt wohnenden Personen, aber auch für die Musikschüler aller Musikschulen im Bezirk. Zur Teilnahme sind ferner alle Mitglieder eines Wasserämter Blasmusikvereins zugelassen auch wenn sie nicht im Bezirk wohnen.

Förderung durch Wettbewerb

Die Vorträge wurden und werden immer von unabhängigen Fachexperten beurteilt. Das waren diesmal Heike ter Stal (Basel) und Martin Kunz (Ostermundigen). Die Perkussionsvorträge wurden von Ferdi Heiniger (Burgdorf) bewertet. Perkussionisten wurden am Wettbewerb schon bald zugelassen. Zulassungskriterium für die Instrumente war nämlich ursprünglich ausschliesslich die Verwendung in der Blasmusik. Gerade in der Entstehungszeit des Wettbewerbes wurde die Perkussion enorm aufgewertet. Der Bedarf an fähigen Schlagzeugern wuchs dramatisch. Mit der Öffnung passte man sich der Entwicklung an und wollte sie deshalb auch fördern.

Fördern ist nämlich grundsätzlich das Ziel von Wettbewerben wie diesem. Urs Heri betonte denn auch bei der Rangverkündigung, dass restlos «alle profitiert haben – ungeachtet der Rangierung». Das gilt besonders für die Teilnehmer mit Gitarre. Sie haben sonst kaum Möglichkeiten, sich bewerten zu lassen. Deshalb hat man vor einigen Jahren den Wettbewerb auch für sie geöffnet.

Auch Altblockflöten dürfen mitmischen

Vor drei Jahren kam unerwartet eine kleine, aber keineswegs gesuchte Erweiterung. Unter den Anmeldungen fand sich völlig überraschend eine mit Altblockflöte. Das zunächst ratlose OK fand, dass Blockflöten auch Blasinstrumente seien, und liess sie zu. Bei den Jüngsten im Solowettbewerb waren diesmal drei Bewerber mit diesem Instrument. Es war eine Freude, zu erleben, wie gerade diese Kinder schon viel musikalische Reife zeigten für die Interpretation ihres Musikstückes.

Die gab es natürlich bei anderen Instrumenten auch. Dort kam dann auch noch eine mehr oder weniger grosse physische Beanspruchung dazu. Ungewolltes Pfeifen bei Rohrblattinstrumenten und getrübte Töne bei Blechinstrumenten gaben Hinweise auf die körperlichen Anstrengungen, die das Spiel erfordert.

Auf einem hohen Niveau

Insgesamt wies der Wettbewerb ein beachtliches Niveau auf. Ein Lob verdienen die Teilnehmer selber und ihre Betreuer auch für die Wahl der Literatur. Als durchaus positiv darf die Tatsache gewertet werden, dass kein einziger Beitrag sich extrem abgehoben hat, dass aber gleichzeitig viele gefallen haben. Gute Vorträge wurden teilweise noch hervorgehoben durch Begleitung auf einem Flügel.

Eine hohe Note verdiente sich verdientermassen ein Duett aus Klarinette und Bassklarinette bei den Ensembles. Bei den Solisten verschaffte sich Wanja L. Bachmann aus Subingen den deutlichsten Vorsprung auf den zweiten Rang der mittleren Kategorie (Jahrgänge 1996 bis 1998). Das verdankte sie einer erstaunlich reifen Interpretation von Hale Asher Vandercooks «Antares» auf dem Cornet.