Der Mensch von heute ist mobil und viel unterwegs. Dabei muss jeder und jede für sich entscheiden, welche Fahrzeuge oder welches Fahrzeug das Richtige für sie oder ihn ist und wie sich die verschiedenen Verkehrsmittel im eigenen Alltag clever kombinieren lassen.

Dies nimmt der Mobilitätstag als Ausgangslage. Er ging am Freitag zum dritten Mal in Grenchen über die Bühne und hatte zum Ziel, über das Fahrzeug-Angebot zu informieren, die
Neugierde von Besucherinnen und Besuchern zu wecken, aber auch Raum für kritisch gestellte Fragen zu geben.

«Gerade in der heutigen Zeit ist es wichtig, die Menschen hinsichtlich richtiger Mobilität zu sensibilisieren», erklärte François Scheidegger in seiner Begrüssung. Heutzutage herrsche eine Art «Mobilitätswahn».

«Es kann doch etwas nicht stimmen, wenn beispielsweise ein Flug nach Ungarn nur noch 200 Franken kostet.» Es müsse ein Umdenken stattfinden. Wünschenswert wäre auch, so Scheidegger, wenn man wieder dort wohnt, wo man zur Arbeit geht. «Doch die Realität sieht anders aus: Der Verkehr nimmt zu, also muss man mit der Mobilität umgehen.»

Der Stapi kam auch auf den Schulweg zu sprechen: Gehen die Kinder zu Fuss, tun sie etwas für ihre Gesundheit, und die Sicherheit auf der Strasse wird wegen weniger verkehrenden Elterntaxis gefördert. Scheidegger: «So lernen Kinder, sich im Verkehr zu bewegen. Der Schulweg ist auch ein Erlebnis, bei dem man ins Gespräch kommen kann.»

Auf Abruf für 5 Franken

Auch Erwähnung fand das neue Ruftaxi, das per sofort den Zelgweg, die Bachtelenstrasse und den Bachtelenrain von Montag bis Freitag zwischen 7 und 19 Uhr bedient.

Es verkehrt zwischen den Bahnhöfen, dem Postplatz und dem Zuhause der Kundschaft. Man muss eine halbe Stunde im Voraus anrufen. Eine Fahrt kostet fünf Franken. Damit wird eine Lücke geschlossen und das Quartier an den öV angeschlossen.

Eine neue Buslinie sei überprüft worden, jedoch ergab sich, dass eine Einbettung ins Liniennetz kaum realisierbar sei und die Kosten nicht vertretbar seien.

Rund 100 Interessierte besuchten gestern den Grenchner Mobilitätstag, darunter auch eine Schulklasse. Es gab eBikes, das spezielle Velo «Schwingding» und die speziell konzipierten Kindervelos, die sogenannten «Trail Rookies» auszuprobieren.

Der «Moonliner» stand symbolisch für den Bus vor Ort und für die Tatsache, dass auch Grenchen am Wochenende von ihm angefahren wird. Mithilfe eines Simulators von ecodrive konnte man einen Einblick ins sparsame Fahren erhalten, auch über Erdgas und Elektrodreiräder konnte man sich informieren lassen. Und schliesslich waren auch die Stadtpolizei und der Verkehrs-Club Schweiz zugegen.

Mit einem Trottinett konnten Kinder sich ausserdem an einem Parcours versuchen und zeigen, dass sie fit für den Verkehr sind. Einen speziellen Fussgängerstreifen konnten jung und alt in einer kreativen Gangart überqueren, was zeigen soll: Zu Fuss unterwegs sein, macht eben auch Spass.

Telefonnummer fürs Ruftaxi: Jura Taxi Tel. 0800 / 786 508 (gratis, auch von Telefonkabine aus) oder 032 / 652 08 08.