Grenchen

Weniger schlecht als erwartet: Dank vieler Tageseintritte war es ein gutes Jahr für die Badi

Paul Martin Joss, Leiter des Schwimmbads

Paul Martin Joss, Leiter des Schwimmbads

Das Freibad in Grenchen war dieses Jahr wegen Corona nur drei Monate geöffnet. Trotzdem fällt die Bilanz den Verhältnissen entsprechend positiv aus.

«Die Pandemie brachte viele Einschränkungen, sowohl fürs Personal wie auch für unsere Besucher», resumiert Leiter Schwimmbad, Paul Markus Joss die letzten drei Monate. Denn nur so lange war die Grenchner Badi überhaupt offen. «Wir hatten deutlich weniger Besucherinnen und Besucher, auch viele Stammgäste, die ferngeblieben sind. Viele Leute hatten offenbar zu grossen Respekt oder sogar Angst davor, sich mit dem Virus anzustecken», sagt Joss. Einige hätten aber bereits jetzt schon angerufen, um ihre Kabine für die nächste Saison zu reservieren. Auch solche, die jetzt dem Bad ferngeblieben seien.

Rund 100'000 Franken weniger Einnahmen

Über den Daumen gepeilt habe man rund 240'000 Franken Einnahmen generieren können, budgetiert waren 300'000 Franken. Also ein Minus gegenüber Budget von rund 60'000 Franken. Dazu kommen die Einnahmen für Mietobjekte, wie Liegestühle, Schlösser, Badekleider, Strandtücher etc., die komplett wegfielen, weil man keine derartigen Materialien herausgab. «Es fehlen zusätzlich rund 100'000 Franken zu den jährlichen Verlusten von ca. ½ Million. Und doch war das Jahr im Verhältnis gar nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass wir nur drei Monate geöffnet hatten und auch die Abonnements verbilligt abgegeben haben.» Im Verhältnis habe man sehr viele Tageseintritte verzeichnet. Das habe zum eigentlich für die ausserordentlichen Verhältnisse guten Resultat geführt.

Aussergewöhnlich war es tatsächlich. Denn das Bad konnte lange Zeit erst gar nicht öffnen. Der Bundesrat gab erst am dem 6. Juni grünes Licht, allerdings mit sehr strengen Auflagen: In die Grenchner Badi durften nur 1700 Personen gleichzeitig anhand der 10 Quadratmeterregel sowohl im Wasser wie auf der Liegewiese. Ende Juni kam dann eine weitere Lockerung, die es den Badeanstalten erlaubte, unter strengen Schutzkonzepten mehr Leute reinzulassen.

In Grenchen waren dies 2000 Personen gleichzeitig. Die Eintrittsregelung war, dass jeweils am Morgen bis um 12 Uhr, später bis um 11 Uhr, nur Abonnenten einzulassen. Einzeleintritte waren erst später am Tag möglich, was in den sozialen Medien zeitweise scharf kritisiert wurde und auf Unverständnis stiess. «Wenn wir sahen, dass an einem Tag nicht so viele Abonnenten da waren, öffneten wir natürlich auch schon früher für Einzeleintritte und liessen Kulanz walten. Aber wir wollten nicht riskieren, Abonnenten sagen zu müssen, dass sie jetzt nicht mehr rein dürfen, weil das Maximum erreicht sei», erklärt Joss.

Belastung des Personals war aussergewöhnlich

Der Personalaufwand war in diesem Jahr besonders hoch, laut Joss. Denn täglich musste alles desinfiziert werden, womit die Besucherinnen und Besucher in Berührung kommen: Duschköpfe, Duschhahnen, WC-Anlagen usw. «Wir haben hierfür Studenten eingesetzt, das kam etwas billiger als Aushilfen.»

Das Personal sei durch die ausserordentliche Lage sehr gefordert gewesen, sagt Joss. «Anfangs mussten wir dafür sorgen, dass sich die Leute an die Abstandsregeln halten und haben rasch gemerkt, dass das einfach nicht geht.» An einer Sitzung zusammen mit Polizeikommandant Christian Ambühl wurde dann beschlossen, eine Durchsage aufzuschalten, welche die  Besucherinnen und Besucher viermal am Tag dazu aufforderte, die Regeln einzuhalten. «Haben wir aber gesehen, dass sich Einige nicht daran halten und uns erlaubt, etwas zu sagen, wurde uns sehr schnell bewusst, dass viele Leute auf Deutsch gesagt die Schnauze voll hatten und unnötigerweise ziemlich unwirsch und unfreundlich reagierten.»

Also hätten er und seine Leute sich darauf beschränkt, selber immer genügend Abstand zu den Badibesuchern zu wahren und sich selber nicht anzustecken. «Wir hätten sonst die Badi für 10 Tage zu machen müssen.» Erstaunlicherweise habe sich das Unverständnis für die Massnahmen quer durch alle Altersgruppen gezogen. Auch manche 70-Jährige hätten wenig Verständnis gezeigt. Doch die Meisten hätten sich an die Regeln gehalten, betont Joss und stellt dem Gros der Besucherinnen und Besucher ein gutes Zeugnis aus.

Sanierungsarbeiten beginnen schon bald

Am Samstag geht die Badi zu. Doch schon in wenigen Tagen herrscht wieder Betrieb: Die gesamte Technik und Steuerung, die bereits 20 Jahre auf dem Buckel hat, wird in diesem Winter ersetzt, ebenso die Pumpen. Das Kinderplanschbecken erhält eine neue Attraktion, ähnlich dem Wasserspiel auf dem Bundesplatzt, sagt Joss schmunzelnd. «Nur etwas kleiner».

Man rechnet mit Gesamtinvestitionen von 280'000 Franken. «Aber dazu muss gesagt werden, dass wir mit den neuen Pumpen und der neuen Steuerung enorm viel Strom sparen. Es wird nicht lange dauern, bis diese Anlage amortisiert ist.»

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