Grenchen

Wein aus Bachteler Rebberge könnte zum Spitzenjahrgang werden

Die weissen Trauben wurden geerntet, die roten Pinot-noir-Trauben sind in etwa zwei Wochen erntereif.

Die weissen Trauben wurden geerntet, die roten Pinot-noir-Trauben sind in etwa zwei Wochen erntereif.

Am vergangenen Freitag wurden beim Rebberg Bachtelen rund 700 Kilogramm Trauben abgelesen. Sie werden nun zu Wein verarbeitet.

Letzten Freitag trafen sich die Mitglieder des Rebbauvereins Bachtelen zusammen mit Bekannten zur Weinlese. Rund 700 Kilogramm weisse Trauben wurden gelesen, im Weinkeller des Bachtelen gequetscht und gepresst.

Gestern wurde der klare Traubensaft dann vom Schlamm, dem Fruchtfleisch «abgezogen», der Schlamm wird nochmals abgetropft und dann wird der Saft ins Gärfass gegeben. Rund 520 Liter Wein werden in einem Jahr zur Verköstigung bereitstehen. Und es dürfte ein guter Wein werden, sind die Rebbauern überzeugt. Denn trotz (oder vielleicht gerade wegen) der Trockenheit im Sommer, haben sich die Trauben ausserordentlich gut entwickelt. Zudem blieb man von Schädlingen weitgehend verschont und auch Hagelschäden gab es dieses Jahr keine zu beklagen. Vereinspräsident Urs Siegrist ist davon überzeugt, dass aus den Trauben wiederum ein Spitzenjahrgang entstehen könnte – der Dritte in Folge: «Der Zuckergehalt, mit dem man den Reifegrad bestimmt, erreichte auf der Öchslewaage einen Wert von 89 Grad Öchsle. Das heisst, dass auf einen Liter Traubenmost ca. 175 Gramm Zucker vorhanden sind. Für den Riesling ×  Silvaner (Müller-Thurgau, siehe separater Artikel) ist das ein absoluter Spitzenwert, der über allen Erwartungen liegt.» 89 Öchsle ergeben einen Alkoholgehalt von etwa 12 Volumenprozenten. In der Regel könne man zufrieden sein, wenn 78 oder 79 Grad Öchsle erreicht würden. Es heisst auch, dass Wein aus diesen Trauben bei solchen Werten das sortentypische Aroma, am besten hervor gebe. «Mit 89 Öchslegraden werden wir einen sehr eleganten, aber weniger sortentypischen Wein keltern können.»

Siegrist, der in seinem Garten an der Hessostrasse ebenfalls dieselbe Traubensorte anbaut, hat auch diese geerntet. Allerdings würden sich die beiden Weine unterscheiden, erklärt er: «Die unterschiedliche Bodenbeschaffenheit bringt zwei unterschiedliche Weine hervor. Der Boden im Bachtelen besteht hauptsächlich aus dem Geschiebe des Rhonegletschers. Der Boden an der Hessostrasse besteht hauptsächlich aus hiesigen Bergsturzmassen.» Keiner der beiden Weine sei besser als der andere. Bloss merkbar unterschiedlich.

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