Hilari Grenchen

Waggis François legt als einsamer Trommler eine perfekte Vorstellung hin

Seit Montagabend sind auch in Grenchen wieder einmal die Narren an der Macht und sie werden diese bis Aschermittwoch nicht aus der Hand geben. Die Machtübernahme verlief dabei wie immer unblutig, vielmehr feucht-fröhlich, etwa wie das Wetter.

Ordnungsgemäss beugte sich Stapi François Scheidegger am Abend dem Belagerungsring der Fasnachtsgruppen, die ihm den Marsch bliesen: «I bi jetz scho chli irritiert/ Ei Wuche hani d Stadt regiert/ Und söu mis Amt jetz scho verloh/ Wie söus mit Gränche witergoh?»

Freude herrscht statt Chaos

«Das wo der François do grad seit/ het Gränchne 20 Johr scho vertreit», beschwichtigte Obernarr Thomas Meister, der das fasnächtliche Zepter der Stadt dieses Jahr zum siebten und letzten Mal schwingen wird. Ein Chaos sei nicht zu befürchten, im Gegenteil: «Mir bringe Freud i üsi Stadt/ und heis ar Fasnacht nume glatt.»

Scheidegger übergab danach die Plakette, die unter dem Jahr sorgsam im Hôtel de Ville verwahrt wird, an Meister – der sie seinerseits an der Fasnacht seinem Nachfolger Diego Kummer überantworten wird.

Im Gegenzug gabs aber auch für Scheidegger ein «Geschenk»: eine Trommel samt Fasnachtskostüm. So kann der Stapi, während die Fasnächtler zünftig auf die Pauke hauen, zumindest mittrommeln.

Grenchner Stapi legt perfekten Trommelwirbel hin

Grenchner Stapi legt perfekten Trommelwirbel hin

Tambour marschiert von dannen

Dass er das bestens beherrscht, bewies er stante pede mit einem perfekten Trommelwirbel. Scheidegger präsidierte nämlich während vieler Jahre den Solothurner Tambourenverein. Als einsamer Waggis hiess es sodann aber von dannen ziehen.

Er werde natürlich weder in die Ferien gehen noch länger ausschlafen, hatte der Stapi zuvor die Ratschläge der Narren fürs Interregnum gekontert. Da mache er nämlich lieber auch an der Fasnacht mit, beispielsweise an der Chesslete. Das Instrument dazu ist nun zumindest wieder eingespielt. Ein Apéro, offeriert von der Stadt, hielt nach dem kurzen Handstreich das Publikum bei Laune. Ein erstes fasnächtliches Vorbeben war übrigens in Grenchen bereits am Sonntagnachmittag zu spüren. Wie immer wurde einen Tag vor Hilari das «Fasnachtsdenkmal» auf dem Marktplatz aufgestellt. Das närrische Werk rund ums Fasnachtsmotto wurde diesmal von den beiden Frauenzünften, Wiiiber und Amedisli, gestaltet. Am Sonntag um 16 Uhr eröffnete die Guggemusig der Schuelschwänzer den Intonierungsmarsch und die Frauen der beiden Zünfte stellten das Fasnachtswahrzeichen Grenchens auf.

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