Nach massiver Kritik im Gemeinderat hat Initiant Willi Gyger das Projekt für die Wohnüberbauung Sunnepark überarbeiten bzw. verkleinern lassen. Bei allen sechs Gebäuden soll nun das oberste Geschoss als Attika ausgestaltet werden, mit Terrassen auf alle Seiten. Damit werden die 18 Dachgeschoss-Wohnungen «bedeutend teurer in der Miete und daher nur für Leute mit höherem Einkommen tragbar», heisst es in der neuen Gemeinderatsvorlage zum Gestaltungsplan.

Damit wird auch der in der Erstberatung erhobenen Kritik Rechnung getragen, die Wohnungen seien zu billig und würden damit keine guten Steuerzahler nach Grenchen bringen. Bei einem Gebäude wurde ein ganzes Stockwerk weggelassen, sodass das Projekt nun 138 Wohnungen umfasst (vorher 160 Wohnungen).

«Wir hoffen dass wir mit dem überarbeiteten Projekt die meisten Bedenken ausräumen können», erklärt Initiant Willi Gyger, der gestern Abend an einer Informationsveranstaltung für die Anwohner die neuen Pläne erläuterte. «Mir hat zwar auch das erste Projekt gefallen, aber die Gebäude wirken dank dem Attikageschoss weniger massig.»

Gleichzeitig will Gyger mit der Überarbeitung auf eine Marktlücke reagieren und ein «Zentrum für Behandlung und Betreuung von Menschen mit seltenen Krankheiten» gründen. In einem Gebäude (Haus 4, das mit einer Passerelle mit dem Sunnepark verbunden wird) sollen 13 «Sonder-Pflegewohnungen» integriert werden für Personen mit speziellem Pflegebedarf.

«Dies sind natürlich keine ansteckenden Krankheiten. Und das Angebot ist für Leute, die tage- oder wochenweise dort wohnen zur Entlastung der Angehörigen», erklärt Gyger. Die Pensionäre werden vom Fachpersonal des Alterszentrums Sunnepark betreut.

Der Initiant ist nach wie vor überzeugt, dass die Nachfrage nach Alterswohnungen intakt ist bzw. noch wachsen wird. «Ohne gross Werbung zu machen, haben wir bisher 147 Parteien, die sich für eine Mietwohnung im Sunnepark interessieren», meint Gyger.

SP jetzt dafür

Der Gemeinderatssitzung von heute Abend blickt Gyger deshalb zuversichtlich entgegen. Anwohner und Gemeinderat Remo Bill (SP), der den Widerstand im Quartier gegen den ursprünglichen Gestaltungsplan mit organisiert hatte, wird laut eigener Aussage auch diesmal in den Ausstand treten.

Das Geschäft wird in der SP-Fraktion von Alex Kaufmann vertreten. «Wir sind der Meinung, dass man das überarbeitete Projekt so gutheissen kann», meint Kaufmann. Die Initianten hätten die Hausaufgaben gemacht und die kritischen Punkte bereinigt.

Öffentliche Gemeinderatssitzung heute um 17 Uhr im Ratssaal Parktheater.