Strom vs. Tierschutz?
Nach Bundesgerichtsurteil zum Windpark Grenchenberg: «Pro Grenchen» fordert eine Volksabstimmung

Pro-Grenchen-Präsident Elias Meier zieht auch den verkleinerten Windpark Grenchenberg in Zweifel. Er fordert einmal mehr eine Volksabstimmung über das Projekt.

Andreas Toggweiler
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Windpark Grenchen Bildsimulation: Das Windrad beim Skilift darf stehen bleiben.

Windpark Grenchen Bildsimulation: Das Windrad beim Skilift darf stehen bleiben.

Screenshot Youtube / Pro Grenchen

Das Bundesgericht hat den Windpark Grenchen grundsätzlich genehmigt und die Beschwerden des Schweizer Vogelschutzverbands Birdlife teilweise gutgeheissen. Mit dem Verein Pro Grenchen haben auch die lokalen Windkraftgegner der ersten Stunde auf den Entscheid reagiert: «Das Gericht erachtet es als wichtiger, 0,05% des Schweizer Strombedarfs zu decken als kantonale und nationale Umweltschutzgebiete zu erhalten», schreibt Pro Grenchen in einer Mitteilung.

Der Windpark steht laut Pro Grenchen nach wie vor auf der Kippe. «Erst im Baubewilligungsverfahren würde sich zeigen, ob der Windpark genehmigungsfähig wäre oder nicht», folgert der Verein. Und weiter:

«Der einzige Windpark der Schweiz, über den die Bevölkerung bisher nicht abstimmen konnte, ist der Windpark Grenchen.»
Elias Meier, Präsident Pro Grenchen und «Freie Landschaft Schweiz».

Elias Meier, Präsident Pro Grenchen und «Freie Landschaft Schweiz».

KEYSTONE

Dies erklärt Pro-Grenchen-Präsident Elias Meier. Er erinnert deshalb FDP-Präsident Daniel Wyss an seine Stellungnahme vom vergangenen Frühjahr, als sich Wyss ebenfalls für eine Volksabstimmung aussprach. «Ich stelle mir eine Konsultativabstimmung vor», präzisiert Meier, der auch die nationale Organisation «Freie Landschaft Schweiz» präsidiert.

Jura lieber touristisch nutzen

Die Solothurner Juraschutzzone diene der Bevölkerung als wichtiges Naherholungsgebiet und biete einer Vielfalt von Tieren einen Lebens- und Rückzugsort. Eine Windkraftanlage auf der ersten Jurakette bedeute ebenso eine grosse Beeinträchtigung des Landschaftsbildes.

Das Bundesgericht habe jetzt die Juraschutzzone und die erste Jurakette, welche die Schweizer Landschaft prägt, der Verbauung preisgegeben. Das sei insofern unverständlich, als die Jurakette vom Tourismus entdeckt werde und einem weiteren Wirtschaftsfaktor Zukunftschancen biete.

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