Grenchen

Stadtorchester lockte mit Oboenkonzerte in die Zwinglikirche

Oboist Kurt Meier, ein Meister seines Instruments, entlockte diesem reine Klänge und berührte das Publikum.

Oboist Kurt Meier, ein Meister seines Instruments, entlockte diesem reine Klänge und berührte das Publikum.

Das Stadtorchester Grenchen lieferte mit Oboist Kurt Meier am Sonntagabend eine spannende Darbietung.

Zwei Oboenkonzerte in d-Moll standen beim diesjährigen Herbstkonzert des Grenchner Stadtorchesters auf dem Programm. Das eine komponiert von Alessandro Marcello (1673–1747), das andere von Ludwig August Lebrun (1752–1790), waren zwei besondere musikalische Leckerbissen und konnten das Publikum in der sehr gut besuchten Zwinglikirche fesseln.

Der Schweizer Oboist Kurt Meier, der eine rege Konzerttätigkeit im In- und Ausland führt, trat dabei als Solist auf. Sein Instrument beherrscht er meisterhaft. Mit reinen, prachtvollen Klängen schaffte er es, zu packen und zu berühren.

Mal schien seine Oboe eine nachdenkliche Geschichte zu erzählen, dann eine wissende und ernste, während sie vom Orchester passend untermalt wurde.

Virtuose Kadenzen

Im ersten Oboenkonzert von Lebrun spielte Meier die Kadenzen voller Virtuosität und einfühlsam, samt Körpersprache und Mimik. Im «Rondo», dem dritten Satz von Lebruns Konzert, kam Tempo und beschwingte Freude auf.

Orchester und Oboe schienen gemeinsam zu tanzen, wobei das Orchester verschiedene Elemente der verspielten Oboe aufnahm und ausschmückte. Für Meier ist das Orchester ein Partner, mit dem der Solist zusammen musiziert.

«Das Orchester hat mitgerissen», beschrieb er nach dem Konzert. Sowohl er als auch Dirigent Daniel Polentarutti, der das Orchester ausgezeichnet leitete, äusserten ihre Freude am gemeinsamen Musizieren.

Durch den tosenden Applaus ergatterte sich das Publikum eine Zugabe von Meier, die er zusammen mit dem Orchester darbot. «Gabriel’s Oboe» von Ennio Morricone nahm ein und verströmte reine Leichtigkeit und Ruhe.

Eine Sinfonie aus Mailand

Das Orchester, das von der Stadt Grenchen den Kulturpreis 2016 zuerkannt erhält, zeigte sich dynamisch und konnte auch bei allen nachfolgenden Stücken überzeugen.

Als Einstieg spielte Organist Eric Nünlist ein «Amuse-Oreille» an der Orgel und bot Variationen dar, in denen sich leise und kraftvolle Passagen abwechselten und gegen Ende in ein ausfüllendes Finale übergingen.

Darauf folgte eine Reise ins 18. Jahrhundert, zu Giovanni B. Sammartinis «Sinfonia Terza» in G-Dur, die, gespielt vom Stadtorchester, in ihren drei Sätzen erfrischen und packen konnte.

Das «spirituoso Allegro» präsentierte sich lebhaft und verspielt. Während sich im «Andantino» das Cembalo sanft mit den Streichern und Bläsern zu wiegen schien, wurde im letzten Satz «Rondo Allegro» mit fröhlichen, behänden und kräftigen Klängen zu einem Fest geladen.

Spannende, frühe Werke

Mit rund sechzehn Jahren schrieb Wolfgang Amadeus Mozart die Sinfonie in A-Dur (KV 134) in vier Sätzen. Der junge Mozart ist nicht zu unterschätzen und diese Sinfonie somit sehr anspruchsvoll. Vom Orchester wurde sie glanzvoll umgesetzt.

Ein mächtiges Allegro wird von einem Andante abgelöst, das beruhigend und liebevoll wirkt. Das beschwingte und trällernde Menuett konnte zusammen mit dem finalen Allegro einen stimmigen, ausgezeichneten Abschluss bieten.

Diese Sinfonie gab den zwei Waldhörnern und den beiden Querflöten Raum, die klar und hell mit dem Orchester klangen und auch in diversen Frage-und-Antwort-Spielen Spannung erzeugen konnten.

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